Freitag, 14. August 2026

Kreis WunsiedelStartschuss für digitale Modellprojekte

[23.09.2025] Im Kreis Wunsiedel sind die ersten digitalen Modellprojekte aus dem EU-Projekt PilotInnCities gestartet. Start-ups und KMU erproben dort mit kleinen Budgets Lösungen für sechs regionale Problemstellungen – von Wanderinfrastruktur bis digitaler Raumbuchung.
Gruppenfoto mit sechs Personen in einem nüchternen Innenraum, im Hintergrund Banner "Smartes Fichtelgebirge".

Schnell von der Idee zur Umsetzung – das ist das Ziel der digitalen Modellprojekte im Fichtelgebirge.

v.l.: Wolfgang Weiß, Geschäftsführer ZDE; Oliver Rauh, Projektleiter Smartes Fichtelgebirge; Jens Büttner, Erster Bürgermeister Kirchenlamitz; Anita Berek, Erste Bürgermeisterin Bad Alexandersbad; Sabrina Kaestner, Erste Bürgermeisterin Marktleuthen; Landrat Peter Berek

(Bildquelle: Landkreis Wunsiedel)

Im Mai dieses Jahres suchte ein Innovationswettbewerb im Rahmen des EU-geförderten Projekts PilotInnCities smarte Ideen für das Fichtelgebirge im Kreis Wunsiedel (wir berichteten). Angesprochen waren vor allem Start-ups und KMUs. Die Gewinner sollen eine Lösung für eine konkrete Problemstellung aus der Modellregion pilotieren, die dann in der Praxis erprobt wird. Im Vorfeld des Wettbewerbs wurden sechs Problemstellungen identifiziert, für die Ideen eingereicht werden konnten. Nun ist der offizielle Startschuss für die digitalen Modellprojekte gefallen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Modellkommunen, Landrat Peter Berek sowie Vertreter des Zentrums für Digitale Entwicklung (ZDE) und des Smarten Fichtelgebirges kamen zum gemeinsamen Auftakt im Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge zusammen.

Schnell zur Umsetzung

Das Ziel der Initiative ist es, Projekte mit hohem Nutzen für die Menschen vor Ort „so schnell wie möglich auf die Straße zu bringen“, betont Landrat Peter Berek. Firmen konnten sich auf die lokalen Problemstellungen mit ihren Lösungsideen bewerben. Die Finanzierung erfolgt schlank und risikoarm: Mit überschaubaren Budgets zwischen 5.000 und 10.000 Euro werden die Projekte erprobt, der Großteil der Kosten fließt über EU-Mittel zurück. „Alle Projekte laufen zunächst für sechs Monate. Bewährt sich ein Ansatz, kann er verstetigt und auf weitere Orte übertragen werden – im Landkreis, darüber hinaus in der Region und möglicherweise europaweit“, so der Landrat. Dass der Landkreis Wunsiedel als Modellregion ausgewählt wurde, sei kein Zufall, betont ZDE-Geschäftsführer Wolfgang Weiß: „Die Entscheidung für das Fichtelgebirge war einfach, weil wir die Region inzwischen gut kennen. Hier gibt es nötige Innovationsfähigkeit, eine sehr gute digitale Infrastruktur und vor allem eine Macher-Mentalität, die ihresgleichen sucht.“

Chancen neuer Technologien

Zwei der Modellprojekte befassen sich mit der Infrastruktur für Wanderer und Wanderinnen in der Region. So will die Firma Incoretex für saubere Wanderparkplätze in Kirchenlamitz sorgen: Sie entwickelte ein System, mit dem Mülleimer auf abgelegenen Wanderparkplätzen automatisch und ohne Stromanschluss melden, wenn sie voll sind. In Bad Alexandersbad testet Venus AI eine neue Augmented-Reality-Lösung, mit der Wanderwege durch digital eingeblendete Informationen ergänzt werden. In Marktleuthen sorgt das Unternehmen Hypertegrity dafür, dass Bürgerinnen und Bürger bald kommunale Räume wie die Sporthalle online reservieren können. Sensoren liefern dabei Daten zur tatsächlichen Nutzung – und erleichtern die Verwaltung. In Kirchenlamitz können Radfahrende ihre Strecken sowie Hinweise zum Straßenzustand per App teilen, um Radwege gezielt zu verbessern; umgesetzt wird das Projekt von der Firma Ideenkultivierung.





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