Mittwoch, 29. April 2026

Kita-LösungenGanztagsbetreuung verwalten

[29.04.2026] Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr stehen Kommunen vor der Aufgabe, mehr Angebote zu schaffen und deren Vergabe effizient zu organisieren. Digitale Lösungen können helfen, Nachfrage und Kapazitäten besser zu steuern.
Kita

Ganztagsbetreuung ist für Kommunen eine Herausforderung.

(Bildquelle: contrastwerkstatt/stock.adobe.com)

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird in Deutschland schrittweise ein Rechtsanspruch für Grundschulkinder auf Ganztagsbetreuung eingeführt. Für Familien bedeutet das zusätzliche Planungssicherheit. Für Kommunen ist diese Neuerung hingegen eine Herausforderung: Sie müssen Angebote ausbauen und adminis­trativ so steuern, dass sie fair, transparent und effizient wahrgenommen werden können. Denn selbst dort, wo Plätze vorhanden sind, scheitert deren Verteilung oft an Abstimmungslücken und manuellen Prozessen.

Das Ganztagsangebot verschiebt Zuständigkeiten und erhöht den Koordinationsbedarf zwischen Verwaltung, Schule und Trägern. Zudem erweitert es das System um Optionen wie etwa Randzeiten, Ferienbetreuung, flexible Module und teils getrennte Anmeldewege. Wer diese Komplexität mit Einzellösungen und Listen verwaltet, riskiert einen strukturellen Engpass – nicht nur beim Ausbau, sondern im laufenden Betrieb. Mit dem Rechtsanspruch wächst zudem der Druck auf die Kommunen, denn Eltern fordern die gesetzlich zugesicherte Betreuung nun ein, was eine präzise und belastbare Strategie der Verwaltung unumgänglich macht. Ohne eine fundierte Datenbasis wird die Frage „Wie viele Plätze brauchen wir überhaupt?“ zum politischen Drahtseilakt. Nur wer Angebot und Nachfrage in Echtzeit abgleichen kann, bleibt handlungsfähig.

Zukunftsfähige Steuerung

In vielen Kommunen haben sich die jeweiligen Zuständigkeiten mit der Zeit herausgebildet. Die Kita-Platzvergabe liegt häufig bei der Kitaverwaltung, schulische Themen hingegen im Schulverwaltungsamt. Diese Aufteilung führt digital oft zu einem Bruch: Informationen liegen in zwei isolierten Systemen, Zuständigkeiten in verschiedenen Ämtern. Eine Nebenwirkung ist oft, dass Eltern ihr Kind mehrfach anmelden; Verwaltungen müssen die Daten dann manuell abgleichen und Dubletten korrigieren. Gerade beim Übergang von der Kita in die Grundschule wird diese mangelnde Vernetzung zum Problem. Die entscheidende Frage lautet: Wie steuern wir Anmeldungen, Belegung und Nachweise so, dass der Betrieb stabil läuft – trotz knapper Ressourcen?

Zukunftsfähig wird die Steuerung dann, wenn Verfahren und Daten über die Übergänge hinweg anschlussfähig sind. Kinderbetreuung ist für Familien eine kontinuierliche Kette von der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit. Im Zentrum steht dabei die digitale Erfassung: Eltern geben Informationen einmal zentral ein und die Verwaltung verarbeitet diese strukturiert weiter – je nach Zuständigkeit in Kita oder Schule.
In der Umsetzung bedeutet das nicht zwingend, dass alle Ämter das gleiche System verwenden müssen. Da Kita- und Schulverwaltung unterschiedliche Fachdaten benötigen, wählen viele Kommunen auch getrennte Verwaltungssysteme, die über ein gemeinsames Online-Anmeldeportal, etwa von Anbieter Little Bird, verbunden sein können. In diesem Portal sehen Eltern auf einen Blick alle Angebote von null bis zehn Jahren. Gleichzeitig können für Kita und Schulkindbetreuung individuelle Abfragen und Vorgabe­werte hinterlegt werden, sodass jede Abteilung exakt die benötigten Daten erhält. Die Kommune behält dabei stets den Gesamtüberblick über Kapazitäten und die tatsächliche Nachfrage.


Bedarfsplanung im Ganztag ist anspruchsvoll, da die Nachfrage stärker schwankt als im Elementarbereich. Eine digitale Grundlage schafft hier Sicherheit durch eine individuelle Konfiguration der Angebote. In der Little-Bird-Lösung können Kommunen festlegen, ob Eltern eine einfache Anmeldung tätigen oder sich individuell aus verschiedenen Modulen (wie etwa Früh- und Nachmittagsbetreuung oder Ferienmodule) ihre Betreuung zusammenstellen. So wird aus vagen Schätzungen eine belastbare Datenbasis für politische Gremien und die Haushaltsplanung.

Im laufenden Betrieb zeigt sich der Nutzen digitaler Lösungen besonders im Zeitgewinn für das pä­dagogische Personal. Über Terminals lässt sich das Kommen und Gehen der Kinder per QR-Code oder RFID-Chip erfassen. Da Terminals spezifischen Räumen zugeordnet werden können, ist der Aufenthaltsstatus jedes Kindes jederzeit einsehbar – ein entscheidender Vorteil für die Aufsichtspflicht.
Auch die Organisation des Mittagessens ist oft herausfordernd. Die digitale Speiseplanung und KIKOM Pay automatisieren diesen Prozess mit einer zusätzlichen App. Eltern können darin Mahlzeiten buchen oder stornieren. Die Abrechnung der Gebühren erfolgt digital in der jeweiligen Schule oder Träger­einrichtung. Durch Schnittstellen zu Caterern werden Bestellprozesse synchronisiert und Ausgaben automatisch dokumentiert.

In bestehende Strukturen einfügen

Ein moderner digitaler Verwaltungsprozess muss sich in bestehende Strukturen einfügen. Little Bird bietet daher maßgeschneiderte Schnittstellenlösungen etwa zu kitaplus, KiTaPro, adebisKITA oder Vivendi. So bleibt der Datenfluss für die Ganztagsbetreuung medienbruchfrei, auch wenn in den Fachämtern und Trägerverwaltungen unterschiedliche Softwarelösungen im Einsatz sind.

Mit dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steigt der kommunikative Druck. Familien fordern nachvollziehbare Verfahren, die Politik erwartet belastbare Zahlen. Wer valide Daten hat, kann Entscheidungen erklären und Fortschritt messbar machen. Das erhöht die Akzeptanz und stärkt die Position der Kommune in der öffentlichen Debatte. Insbesondere in der Ganztagsbetreuung wird Steuerungsfähigkeit zum Standortfaktor: Familienfreundlichkeit zeigt sich zunehmend auch digital.

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung beschleunigt eine Entwicklung, die Kommunen ohnehin bewältigen müssen: steigende Komplexität bei knappen Ressourcen. Wer jetzt die digitale Brücke zwischen Kita und Schulkindbetreuung baut, schafft Zuverlässigkeit im Alltag und Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Denn gute Betreuung beginnt in der Organisation, die sie ermöglicht.

Louisa Ujhelyi ist Marketing Managerin bei der LITTLE BIRD GmbH.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Straßenfest mit Essensbuden

EDV Ermtraud: Gaststätte online anmelden

[15.04.2026] Das Land Baden-Württemberg hat den Anzeigeweg im Gaststättengewerbe vereinfacht. Das Unternehmen EDV Ermtraud hat jetzt einen Online-Dienst vorgestellt, über den Bürgerinnen und Bürger ihre Anzeige künftig digital einreichen können. mehr...

Mainz: Umstellung auf den digitalen Bauantrag

[14.04.2026] Die Stadt Mainz treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen voran: Künftig wird auch das zentrale Fachverfahren Bauantrag digital unterstützt. Die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt schrittweise. 
 mehr...

Hund Vicky

nextgov iT: Digitale Hundeverwaltung

[09.04.2026] Gemeinsam mit kommunalen Fachämtern hat der Anbieter nextgov iT einen Dienst für die digitale Hundeverwaltung entwickelt. Der medienbruchfreie Prozess soll den Bürgerservice erhöhen und die Kommunen entlasten. mehr...

Park im Frühling, Bäume, ein Weg und Bänke

RIWA: Lösungen für die digitale Baumpflege

[08.04.2026] Mit seinem Produktportfolio für ein modernes, digitales Baum- und Grünflächenmanagement gibt GIS-Anbieter RIWA Kommunen ein praxisnahes Werkzeug an die Hand, um ihr Baummanagement effizient zu gestalten. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform

[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...

Eine lächelnde Frau hält ein Tablet in der Hand, im Hintergrund ist ein Großraumbüro zu sehen.

AKDB: Digitale Einbürgerung wird flexibler

[31.03.2026] Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern hat den Online-Dienst Digitale Einbürgerung um eine Zwischenspeicherungsfunkion erweitert. Laufende Anträge können nun für bis zu 30 Tage gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise über ein anderes Endgerät weiterbearbeitet werden. mehr...

Frau mit laptop auf dem Sofa - Start Kita-Portal cloppenbrügge

Coppenbrügge: Kitaportal gestartet

[26.03.2026] Über ein digitales Kitaportal verfügt jetzt der Flecken Coppenbrügge. Die Kommune im Kreis Hameln-Pyrmont setzt dabei auf Software vom E-Government-Spezialisten NOLIS. mehr...

Mehrere Personen stehen um einen Tisch mit einem Startknopf versammelt.

Kreis Kassel: Medienbruchfrei zur Baugenehmigung

[17.03.2026] Seit März nimmt der Kreis Kassel Bauanträge nur noch online entgegen. Somit läuft das gesamte Baugenehmigungsverfahren vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll. mehr...

Advertorial: Digitale Transformation braucht Struktur – und konkrete Lösungen

[05.03.2026] Auf dem GovTech-Gipfel Berlin 2026 wurde deutlich: Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung braucht mehr als Strategiepapiere – sie braucht sofort umsetzbare Lösungen. In der Masterclass von Christopher Bock zeigte sich, wie skalierbare Fachverfahren wie raum]für[raum bereits heute Effizienz, Transparenz und Struktur in hybride Arbeitsmodelle bringen. Der klare Tenor des Gipfels: Jetzt handeln – nicht später. mehr...

Stadt Wolfsburg will sich zukunftsorientiert aufstellen.

Wolfsburg: SAP für Finanz- und Personalprozesse

[05.03.2026] In Wolfsburg wird die bisherige Software zur Steuerung von Finanz- und Personalprozessen durch ein neues ERP-System (Enterprise Resource Planning) abgelöst. Zum Einsatz kommen die Lösungen SAP S/4HANA für das Finanzwesen sowie das Personalmanagement- und Abrechnungssystem SAP SuccessFactors. mehr...

Richter hält Hammer in der Hand im Gerichtssaal

München: Open Source für die Schöffenwahl

[04.03.2026] Einen weiteren Schritt hin zu einer modernen Justizverwaltung macht die Stadt München. Die Einführung der Open-Source-Anwendung Ehrenamtjustiz soll für effizientere Abläufe bei der Auswahl von Schöffen und ehrenamtlichen Richtern sorgen. mehr...

Advertorial: Low Code vereinfacht interkommunale Zusammenarbeit

[19.02.2026] Digitale Fachverfahren müssen heute schneller, flexibler und wirtschaftlicher entstehen – doch klassische Entwicklungsprozesse bremsen viele Verwaltungen aus. Die Low-Code-Anwendung OutSystems verschafft Abhilfe. mehr...

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter am Rednerpult, im Vordergrund Publikum.

Bayern: Digitale Bauleitplanung flächendeckend

[17.02.2026] Die digitale Bauleitplanungs- und Beteiligungsplattform DiPlanung ist in Bayern landesweit verfügbar. Informations- und Schulungsangebote erleichtern Kommunen den Einstieg. Ein Förderprogramm unterstützt sie zudem dabei, Planungen im Standard XPlanung umzusetzen. mehr...

Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige

[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...