Donnerstag, 19. März 2026

OldenburgDigitalisierungsstrategie verabschiedet

[06.02.2024] Über eine Digitalisierungsstrategie verfügt jetzt die Stadt Oldenburg. Mitarbeitende wurden dafür nach ihrer Vision für das Arbeiten im Jahr 2045 gefragt. Konkrete Projekte starten in diesem Jahr. Ein wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit.
Oldenburg hat jetzt eine Digitalisierungsstrategie.

Oldenburg hat jetzt eine Digitalisierungsstrategie.

(Bildquelle: Stadt Oldenburg)

Der Rat der Stadt Oldenburg hat erstmalig eine Digitalisierungsstrategie beschlossen. Ziel dieser Strategie ist es nach Angaben der Kommune, alle bisherigen Konzepte und Dokumente zu diesem Thema zu vereinen und langfristig Orientierung für die Digitalisierung in Oldenburg zu bieten. Die Digitalisierung soll dabei ein Mittel zum Zweck sein, um die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger wie auch verwaltungsintern zu erhöhen und effizienter arbeiten zu können.
„Bei allen technologischen Möglichkeiten darf der Mensch nicht in den Hintergrund rücken, sondern muss im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Nur so könnten Bevölkerung, Verwaltung und Wirtschaft langfristig von der digitalen Transformation profitieren.
Das Angebot an digitalen Services baut die Verwaltung nach eigenen Angaben kontinuierlich aus. Im aktuellen Smart City Index des Bitkom (wir berichteten) erreichte Oldenburg Platz 20 unter 81 Großstädten in Deutschland. Das Serviceportal habe dabei sogar die maximal mögliche Punktzahl erzielt. Um die Digitalisierungsbemühungen besser konzentrieren zu können und die Stadtverwaltung langfristig gut aufzustellen, habe die Stabsstelle Digitalisierung die Digitalisierungsstrategie erarbeitet.

Oldenburg 2045

„Diese Strategie dient dazu, eine langfristige Perspektive für die Digitalisierung in der Stadt Oldenburg zu skizzieren“, erläutert Julia Masurkewitz-Möller, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung. Um dieses Ziel in Einklang mit allen Beschäftigten zu erreichen, wurden in einem partizipativen Ansatz insgesamt 13 Workshops von den Mitarbeitenden der Stabsstelle Digitalisierung in Eigenregie konzipiert, umgesetzt und ausgewertet. Ein Workshop war dabei explizit für die Nachwuchskräfte der Stadtverwaltung reserviert. Die vielfältigen Workshop-Ergebnisse wurden anschließend analysiert und zusammengefasst, so die Pressemeldung.
Die Teilnehmenden aus den verschiedensten Bereichen der Stadtverwaltung hatten bei den Workshops Gelegenheit, sich auszumalen, wie ihr Bereich 2045 unter dem Aspekt der Digitalisierung arbeitet. Dieser weitreichende Horizont war nach Angaben der Stadt bewusst gewählt, um losgelöst von direkten Umsetzungszwängen frei denken zu können. Aus diesen Zukunftsideen konnten wiederum Themenbereiche abgeleitet werden, die es bis dahin neu zu gestalten gilt. Dies umfasst unter anderem die internen Arbeitsabläufe und Prozesse, die Arbeitsplatzgestaltung, IT-Ausstattung und Infrastruktur, Datenbereitstellung und -schutz, die Qualifizierung und Weiterbildung von Mitarbeitenden und Führungskräften, Kommunikation, Partizipation und Nachhaltigkeit.

Konkrete Projekte und Maßnahmen ab 2024

In einem nächsten Schritt gilt es ab diesem Jahr, konkrete Maßnahmen mit Zeitplänen zu entwickeln und umzusetzen, heißt es in der Presseinformation weiter. Dies umfasse Projekte zum Beispiel zur Einführung von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz ebenso wie komplexe Maßnahmenpläne, um Arbeitsprozesse zu verschlanken und das Daten-Management neu aufzustellen. Diese Überlegungen beinhalteten zugleich eine Priorisierung der Vorhaben.
Die Verwaltungsdienstleistungen würden weiterhin parallel analog angeboten, und in manchen Bereichen werde eine Digitalisierung nicht möglich oder zielführend sein. Auch für die Mitarbeitenden und die Führungskräfte werde dies Veränderungen mit sich bringen. Für die Arbeit in einer digitalisierten Umgebung werden neue Kompetenzen im Alltag erforderlich werden. Neue digitale Anwendungen sollen es der Bevölkerung auch ermöglichen, sich vermehrt in städtische Entscheidungen aktiv einzubringen.
Als Querschnittsthema ist bei allen Digitalisierungsbemühungen nach Angaben der Stadt die Nachhaltigkeit zu betrachten. Beide Bereiche seien konsequent gemeinsam zu denken und könnten sich ergänzen. Die Digitalisierungsstrategie verknüpfe beides als Grundlage für zukunftsfähige Innovation.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Vier lächelnde Männer in Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente, hinter sich drei drapierte Flaggen (EU; BRD, Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Spielwürfel mit aufgedruckten Pfeilen weisen den Weg hin zu einem Würfel mit grünem Häkchen.
bericht

Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen

[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...

Luftbild von Meschede

Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft

[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...

Porträtaufnahme von Nikolaus Reisel.
interview

Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag

[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...

Blick von hinten auf eine männliche Figur im Anzug, die in einem Tunnel aus Papieren steht, am Ende des Tunnels ist Licht.

Hessen: Standardbefreiung online beantragen

[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...

Die Präsidenten von Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund vor Mikrofonen

Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern


[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Reihe von Autos, die in einer Straße parkt,, der Bildhintergrund ist unscharf.

DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle

[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...

Drei offensichtlich gut gelaunte, lachende Männer in formaler Kleidung vor einem Tisch mit Dokumenten, warme Farbstimmung im Bild.

Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft

[23.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.
interview

Thüringen: Digitalisierung auf Kurs

[17.02.2026] Platz vier im Bundesvergleich, Vorreiter bei digitaler Souveränität und Open Source sowie klare Pläne für 2026 – was hinter den Zahlen steckt und wo Thüringen bewusst andere Wege geht, erläutert Landes-CIO Milen Starke im Interview. mehr...

Frankfurt am Main: Neues Transformation Office

[16.02.2026] In Frankfurt am Main übernimmt nun das Transformation Office die Steuerung der Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung. Wurden die Projekte bislang überwiegend dezentral realisiert, sollen diese fortan beim Transformation Office gebündelt und so effizienter und wirkungsvoller umgesetzt werden. Das Office arbeitet mit allen Ämtern der Stadt zusammen. mehr...

Zwei Personen unterzeichnen eine Absichtserklärung

Heidelberg / Hochschule Ludwigsburg: Theorie und Praxis verzahnen

[09.02.2026] Mit dem Ziel, die digitale Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben, haben die Stadt Heidelberg und die Hochschule Ludwigsburg jetzt eine Kooperation vereinbart. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Forschungsprojekte, aus denen sich Best-Practice-Beispiele auch für andere Kommunen ableiten lassen. mehr...

Wehende Flagge des Landes Schleswig-Holstein vor schwach bewölktem Himmel.

Schleswig-Holstein: Konsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...

Bundesminister Wildberger mit den Staatsministern Sinemus und Mehring in einem Sitzungssaal

OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung

[26.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...