Mittwoch, 10. Juni 2026

Smart City Index 2023München verdrängt Hamburg von Platz 1

[13.10.2023] Der Digitalverband Bitkom präsentiert zum fünften Mal sein Ranking smarter Großstädte. Zwar gab es Dynamik in den Rängen, gleichzeitig hat die Spitzengruppe seit Jahren wenig Neuzugänge. Deutlich wurde auch, dass Städte mit Hochschulen und Start-ups profitieren.
Die bayerische Landeshauptstadt München hat im Bitkom Smart City Index 2023 Hamburg an der Spitze abgelöst.

Die bayerische Landeshauptstadt München hat im Bitkom Smart City Index 2023 Hamburg an der Spitze abgelöst.

(Bildquelle: Nagy/Presseamt München)

Nachdem der Bitkom bereits in der vergangenen Woche die Gewinner-Shortlist zum alljährlich erhobenen Smart City Index präsentierte (wir berichteten), machte der Digitalverband jetzt die genaue Reihenfolge der Platzierten öffentlich. Im mittlerweile zum fünften Mal durchgeführten Ranking smarter Großstädte in Deutschland gab es einige Wechsel. München erreicht erstmals Platz 1, Hamburg liegt nach vier Jahren nicht mehr an der Spitze (wir berichteten), sondern auf dem zweiten Platz, Köln kommt als Dritter auf das Treppchen. Der Vorjahresdritte Dresden fiel im diesjährigen Ranking um drei Plätze zurück auf Rang 6. Ulm schafft es mit Rang 9 erstmals unter die Top 10 der smartesten Städte Deutschlands. Unter die ersten zehn zurückgekehrt sind Osnabrück (Rang 7) und Karlsruhe (Rang 10). Die Top 10 komplettieren Nürnberg (Rang 4), Aachen (Rang 5) und Stuttgart (Rang 8). Trier liegt insgesamt zwar nur auf Rang 13, sichert sich in der Kategorie Energie und Umwelt aber den Spitzenplatz.

Erprobte Digitalprojekte endich ausrollen

Nicht nur unter den Podiumsplätzen sind die Abstände knapp, auch die Top 10 rücken nach Beobachtungen des Bitkom insgesamt enger zusammen. Demnach liegen im diesjährigen Ranking zwischen Platz 4 und 10 nur 3,5 Punkte – so wenig wie nie zuvor. Auch jenseits der Top-Platzierungen gab es viel Bewegung im Smart City Index 2023. Dass sich in den Top 10 auch kleinere Universitätsstädte wie Aachen, Osnabrück oder Ulm befänden, zeige, dass man nicht groß sein müsse, um smart sein zu können, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Wintergerst verweist aber auch auf große Unterschiede beim Tempo der Digitalisierung in den Städten. Seit Jahren seien die gleichen Städte unter den Top 20, gleichzeitig hätten viele Städte auf den hinteren Plätzen Schwierigkeiten, Tempo aufzunehmen. Obwohl viele Städte großartige Digitalprojekte umgesetzt hätten, hapere es oft daran, Einzelprojekte in die Fläche zu bringen. „Der Appell nach Berlin und in die Landeshauptstädte ist daher: Bund und Länder sollten nicht nur neue Leuchtturmprojekte wie etwa zum KI-Einsatz in der Verwaltung fördern, sondern den Roll-out von erprobten digitalen Lösungen viel stärker unterstützen“, so Wintergerst.

Unistädte haben es leichter

Der Smart City Index zeigt zudem, dass viele Städte in einzelnen Bereichen ausgeprägte Stärken haben, auch wenn es im Gesamt-Ranking nicht für eine Top-10-Platzierung reicht. Auffallend ist auch, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Wie bereits im Vorjahr schneiden Städte in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen im Mittel deutlich besser ab als der Durchschnitt. Hessen und Rheinland-Pfalz liegen knapp über dem Schnitt, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fallen die Ergebnisse unterdurchschnittlich aus.
Allerdings unterscheidet sich auch die Anzahl der im Ranking berücksichtigten Städte zwischen den Ländern deutlich – so gibt es in Sachsen überhaupt nur drei Großstädte, in Nordrhein-Westfalen dagegen 30. Für Bundesländer mit weniger als drei Großstädten lässt sich faktisch keine Aussage treffen. „In Städten mit Hochschulen fällt der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis deutlich leichter. Städte profitieren auch von Tech-Start-ups mit ihrem innovativen Technologie-Einsatz und frischen Blick auf Herausforderungen. Wenn Start-ups die Möglichkeit bekommen, Smart-City-Anwendungen vor Ort in Kooperationen zu testen, ist das eine klassische Win-win-Situation“, so Wintergerst.

Mehr als 12.700 Datenpunkte für 81 Städte

Für den Smart City Index wurden insgesamt 12.717 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Analysiert und bewertet wurden alle 81 Städte mit einer Bevölkerung größer 100.000. Untersucht wurden die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Die fünf Bereiche fächern sich in 37 Indikatoren auf, die wiederum aus insgesamt 157 Parametern bestehen.
Bei der Datenerhebung wurden die Kommunen aktiv einbezogen. Die Städte konnten Daten zur Digitalisierung liefern, jeweils mit Quellen belegt. Davon machten 94 Prozent der Städte Gebrauch – laut Bitkom ein Rekordwert in der Geschichte des Smart City Index. Die Daten wurden anschließend von einem Team aus Expertinnen und Experten von Bitkom Research validiert. Für jene fünf Städte, die ihrerseits keine Informationen geliefert hatten, wurden die Daten bei einschlägigen Stellen und zuverlässigen Quellen recherchiert. Der Smart City Index wird unterstützt von Visa, PwC und Uber.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Screenshot BBSR-Studie zu digitalen Zwillingen

Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis

[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...

Stadt, Bäume und Internet of Things Sensorien Symbolisch
bericht

Serie Smart Cities: Sensoren sinnvoll nutzen

[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...

Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...

Gelbes Maßband auf gelbem Hintergrund.

Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege

[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...

Politik zu Besuch im smarten Dorf Etteln
bericht

Etteln: Klein, aber oho

[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...

Cover der Präsentation zur Smart City Strategie der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit


[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...

Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour

[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...

Team von Smart City Eichenzell und seine Partner auf der SCCON 2025

Eichenzell: Fundament für digitale Daseinsvorsorge

[08.04.2026] Mit einer neuen IT-Infrastruktur, einer Datenplattform und Sensoren hat die hessische Gemeinde Eichenzell das Fundament geschaffen, um eine Vielzahl an Prozessen digitalisieren und automatisieren zu können. mehr...

fünf Personen mit Preis_Gütersloh erhält DIGITAL-Award für Urban Stack

Gütersloh: Urban Stack ausgezeichnet

[02.04.2026] Für ihr Innovationsprojekt Urban Stack ist die Stadt Gütersloh mit dem DIGITAL-Award ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Kommunen und Gemeinden über 100.000 Einwohnende“ gewann das Projekt den von der Öffentlichkeit gewählten Preis. mehr...