Asyl-SoftwareBlick aufs Ganze

Dirk Andres, Stabsstelle Asyl der Stadt Kaiserslautern (l.) und Alexander Fridhi, Geschäftsführer UplinkIT
(Bildquelle: Stadtverwaltung Kaiserslautern / UplinkIT GmbH)
Herr Andres, die Stadtverwaltung Kaiserslautern hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen UplinkIT die Lösung ASYLCUBE entwickelt, die für mehr Transparenz in der Flüchtlingsfrage sorgen soll. Wie ist denn die Situation in Kaiserslautern?
Andres: Die Lage ist sicher vergleichbar mit der anderer Kommunen. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Aktuell müssen wir jedoch noch keine Mehrzweckhallen belegen. Die Hauptaufgaben sind derzeit, Wohnraum zu finden, die Unterbringung zu gewährleisten, die sozialpädagogische Betreuung zu organisieren und die Intergration voranzubringen.
Was leistet die Lösung ASYLCUBE?
Andres: Die Daten der Flüchtlinge werden der Stadt vom Land Rheinland-Pfalz per E-Mail mitgeteilt. Eine angehängte PDF-Datei enthält personenbezogene Daten wie Name, Geschlecht, Alter, Herkunftsland oder Religionszugehörigkeit. Zudem sind Informationen enthalten, wann die Personen im Erstaufnahmelager angekommen sind und wann die Zuteilung nach Kaiserslautern ansteht. Mit dem ASYLCUBE werden diese Daten automatisiert in eine Datenbank überführt.
Herr Fridhi, welche Aufgabe hatten die Entwickler?
Fridhi: Wir unterstützen sowohl die operative als auch die Führungsebene dabei, die Datenflut zu strukturieren und helfen, das Unplanbare planbar zu machen. Dazu haben wir eine mehrdimensionale Lösung geschaffen.
Worin lag die Herausforderung?
Fridhi: Die Daten für den ASYLCUBE werden aus der PDF-Datei extrahiert. Die Datenübernahme und -weiterverarbeitung erfolgt automatisiert. Schon das ist ein Meilenstein, weil zuvor die Daten manuell übernommen wurden. Die Herausforderungen lauteten, wie daraus Prognosen abgeleitet werden können und wie die Lösung mit vorhandenen Fachverfahren vernetzt werden kann.
Auf welcher Technologie basiert ASYLCUBE?
Fridhi: Der ASYLCUBE ist eine plattformunabhängige Lösung, die im Browser läuft. Damit kann sie von jedem Gerät aus bedient werden. Sie wird als Software as a Service angeboten und ist über ein Drei-Zonen-Konzept abgesichert. Der ASYLCUBE ist Teil unserer weitergehenden Infrastruktur Kommune as a Service, kurz KaaS. Künftig wollen wir weitere Applikationen in Betrieb nehmen, also eine Art App Store für Kommunen aufbauen.
„Mit dem ASYLCUBE haben wir jetzt transparente Daten.“
Was kostet die Lösung?
Fridhi: Die Basisversion des ASYLCUBES ist für alle Kommunen kostenlos. Jede Stadt oder Gemeinde soll dadurch in die Lage versetzt werden, den aktuellen Problemstellungen ein probates Mittel in Form unserer Anwendung entgegenzusetzen. Hinzu kommt, dass wir uns aus jeder Datenquelle bedienen können – wir sind also in der Lage, jedem Interessenten die Lösung ohne Zugangsbarrieren zur Verfügung zu stellen.
Welche Vorteile hat die Stadt Kaiserslautern durch den ASYLCUBE?
Andres: Wir haben jetzt transparente Daten. Wir können tagesaktuell erkennen, welche Fälle uns zugeteilt wurden. Das erleichtert die Planung – gerade in den Bereichen, die maßgeblich mit der Thematik in Berührung kommen wie Soziales oder Ausländerwesen sowie das Gebäude-Management und die Referate Jugend und Schulen. So wissen wir beispielsweise, wie viele Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter sind.
Was können Sie noch aus den Zahlen ableiten?
Andres: Das ist sehr vielfältig. Die Daten zeigen uns, dass zum Beispiel syrische Flüchtlinge bis Herbst 2015 alleine oder zu zweit, statistisch gesehen mit 1,3 Personen, hier ankamen. Seit Oktober 2015 ist dieses statistische Mittel auf 1,8 Personen gestiegen. Das hört sich nach nicht viel an, heißt aber, dass Syrer jetzt eher mit der Familie kommen.
Welche Tools gibt es und welche weiteren sind geplant oder in der Entwicklung?
Andres: Der ASYLCUBE ist mehrdimensional. Wir binden die in den Fachreferaten vorliegenden Verfahren und Auswertungen über Schnittstellen ein und spielen so die vorhandenen Informationen zu einem Ganzen zusammen. Insbesondere Soziales und Ausländerwesen, aber auch Jugend und Schule sind hier wieder von Bedeutung. Eine große Aufgabe ist es, die Unterbringung der Menschen zu organisieren. Mit dem Gebäude-Management-Tool des ASYLCUBES können wir feststellen, ob unsere Unterkünfte für die zu erwartenden Menschen ausreichen, oder ob wir doch Notunterkünfte bereitstellen müssen. In Entwicklung ist eine Freiwilligendatenbank, die uns hilft, die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer zu koordinieren.
Welchen weiteren Nutzen sehen Sie?
Andres: Ich sehe im ASYLCUBE auch eine Lösung, um außerhalb der Finanzplanung Antworten auf die Frage zu erhalten, welche Kosten für die Kommune durch den Zuzug von Flüchtlingen im operativen Tagesgeschäft entstehen. Wir erhalten ja für jeden Asylbewerber einen Pauschalbetrag, alles was darüber hinausgeht, ist kommunal zu finanzieren. Zudem wissen wir nicht, ob die Anzahl der Menschen, die wir aufnehmen, tatsächlich dem Verteilschlüssel entspricht. Wenn dem nicht so ist, entstehen mehr kommunale Kosten, für die ein Ausgleich zu zahlen wäre. Ein wichtiges Thema, das noch brachliegt, ist die Vergleichbarkeit der Kommunen in Rheinland-Pfalz. Mit einer Lösung wie dem ASYLCUBE könnte ein großer Schritt in Richtung Benchmark gemacht werden.
http://uplinkit.de
http://www.kaiserslautern.de
Advertorial: Low Code vereinfacht interkommunale Zusammenarbeit
[19.02.2026] Digitale Fachverfahren müssen heute schneller, flexibler und wirtschaftlicher entstehen – doch klassische Entwicklungsprozesse bremsen viele Verwaltungen aus. Die Low-Code-Anwendung OutSystems verschafft Abhilfe. mehr...
Bayern: Digitale Bauleitplanung flächendeckend
[17.02.2026] Die digitale Bauleitplanungs- und Beteiligungsplattform DiPlanung ist in Bayern landesweit verfügbar. Informations- und Schulungsangebote erleichtern Kommunen den Einstieg. Ein Förderprogramm unterstützt sie zudem dabei, Planungen im Standard XPlanung umzusetzen. mehr...
Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige
[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...
Rostock: Pilot für digitalen Bauantrag
[11.02.2026] Schluss mit Papierakten und Postwegen: Rostock startet als Pilotkommune den Digitalen Bauantrag in Mecklenburg-Vorpommern – ein organisatorisch und technisch anspruchsvolles Großprojekt. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Fischereischein auf dem Smartphone
[10.02.2026] In Nordrhein-Westfalen können Fischereischeine ab Juli dieses Jahres auch online beantragt werden – und werden außerdem im neuen Scheckkartenformat und als elektronische Zertifikate auf dem Smartphone ausgegeben. mehr...
Praxis-Webinar: Digitale Entlastung für Jobcenter
[09.02.2026] Typische Herausforderungen im Jobcenter-Alltag und wie diese mit der Einführung einer digitalen Lösung zur Besuchersteuerung gemeistert werden können, stehen im Fokus eines Online-Webinars von SMART CJM gemeinsam mit dem Jobcenter des Landkreises Esslingen. mehr...
Kita-Lösungen: Neue Anwender für Little Bird
[05.02.2026] Das Unternehmen Little Bird hat zum Jahresauftakt zehn neue Kunden gewonnen: von Bautzen in Sachsen bis Lindau am Bodensee in Bayern ist der digitale Neustart in der Kinderbetreuung in vollem Gange. mehr...
Nordrhein-Westfalen: BAföG-Fachverfahren fürs ganze Land
[02.02.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup. mehr...
Darmstadt: Fahrerlaubnisbehörde nimmt Fahrt auf
[02.02.2026] Mit neuen Strukturen und digitalen Angeboten konnte die Fahrerlaubnisbehörde in Darmstadt ihre Servicequalität erhöhen. Mehrere Onlineanträge, die vorherige Terminvereinbarung für den Behördenbesuch und eine digitale Schnittstelle zum TÜV-Hessen straffen dort nun die Abläufe. mehr...
VG Polling: Biometric Go ergänzt PointID
[26.01.2026] In Polling können biometrische Passbilder direkt auf dem Amt erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft bietet dafür die PointID-Geräte der Bundesdruckerei an. Um Babys und Kleinkinder ablichten zu können, greift sie auf die mobile Fotolösung Biometric Go zurück. Beide Aufnahmegeräte überstellen die Bilder direkt ins Fachverfahren des Einwohnermeldeamts. mehr...
AKDB: adebisKITA als Cloud-Version
[26.01.2026] Als Cloud-Version soll die Software adebisKITA noch besser bei der Verwaltung von Kindertagesstätten unterstützen. Eine intuitive Bedienbarkeit und zeitgemäße Visualisierung sollen dazu ebenso beitragen wie die grundlegend neu gedachten Prozesse in der webbasierten Version. mehr...
Düsseldorf: Terminagent erfüllt Wünsche
[23.01.2026] In Düsseldorf stand das Amt für Einwohnerwesen lange vor der Herausforderung, den Bürgerservice effizient und gleichzeitig bürgerfreundlich zu gestalten. Gelungen ist das der Stadt mithilfe eines Terminagenten. mehr...
Kreis Steinfurt: Bauantrag ohne Papier
[14.01.2026] Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden, sodass auch der Austausch rund um einen Bauantrag digital abgewickelt werden kann. Als erster Landkreis startet Steinfurt mit dem voll digitalisierten Verfahren. mehr...
Hamm: Schub für digitale Genehmigungen
[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...
Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut
[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...






















