Montag, 27. April 2026

HanauBericht zum digitalen Sachstand

[13.09.2018] Die Stadt Hanau will Online-Dienstleistungen künftig auf einem zentralen Bürger-Serviceportal bereitstellen. Erste Dienste sollen im ersten Quartal 2019 zur Verfügung stehen. Dieses und weitere aktuelle Digitalisierungsprojekte stellte die Stadt beim jüngsten Treffen des Runden Tisches Digitalisierung vor.
Hanau: In diesem Jahr sind noch einige E-Government-Projekte geplant.

Hanau: In diesem Jahr sind noch einige E-Government-Projekte geplant.

(Bildquelle: Medienzentrum Hanau-Bildarchiv)

Im Rahmen des jüngsten Treffens des Runden Tisches Digitalisierung hat die Stadt Hanau einen aktuellen Überblick über die derzeit laufenden Digitalisierungsprojekte in der hessischen Kommune gegeben. Wie Janko Schiebeck, Leiter des IT-Servicecenters (ITSC) der Stadt Hanau berichtete, wird beispielsweise mit Hochdruck an einem Bürger-Serviceportal gearbeitet, das schlank und intuitiv bedienbar alle Online-Dienstleistungen auf einer Plattform vereinen soll. Spätestens im ersten Quartal 2019 soll der Einwohnerparkausweis bequem von zu Hause aus beantragt oder die Sperrmüllanmeldung abgesendet werden können. Auch die Anforderung von Personenstandsurkunden soll dann über das neue Portal möglich sein. Eine wesentliche Hürde sei dabei die Einbindung einer Online-Bezahlfunktion, so Schiebeck.
Wie Hanau weiter mitteilt, liegt der Fokus zudem auf der Einführung eines Self-Service-Terminals, das im Stadtladen installiert werden soll (wir berichteten). In der demnächst anlaufenden Testphase könnten dort biometrische Daten wie Foto und Fingerabdruck für den Personalausweis selbstständig erfasst werden, was die Bearbeitungsdauer im Bürgerservicebüro verkürze.
Erklärtes Ziel sei es auch, interne Abläufe durch die Überführung in digitale Be- und Verarbeitungsroutinen zu vereinfachen und zu beschleunigen, um so Personalressourcen zu schonen.
Wie die Mitglieder des Runden Tisches erfuhren, stehen für 2018 darüber hinaus der elektronische Kontoauszug, der digitale Rechnungseingang und die Einführung eines Dokumenten-Management-Systems sowie eines digitalen Vertragsmanagements auf der Agenda. Pilotabteilungen sind dabei nach Angaben der Stadtverwaltung der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service, der Eigenbetrieb Hanau Kindertagesbetreuung und die zum Ordnungsamt gehörende Ausländerbehörde.
Ebenfalls noch in diesem Jahr an den Start gehen soll der digitale Haushalt: Wie die Leiterin des Fachbereichs Finanzen, Ulrike Mitschke, ankündigte, können die Mandatsträger der Stadt Hanau künftig in einem kennwortgeschützten Bereich auf das vollständige Zahlenwerk der Stadt zugreifen und in teilweise grafisch anschaulich aufbereiteter Form die verschiedenen Haushaltsjahre oder Produktbereiche gegenüberstellen.
Diskutiert wurde im Rahmen des Runden Tisches zu guter Letzt auch über das Onlinezugangsgesetz (OZG). Noch nicht abschließend geklärt sei hier etwa die Frage, wie die Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen gestaltet werden soll oder in welchen Strukturen und auf welcher Technologiebasis Leistungen online angeboten werden sollen, erläuterte Lars-Oliver Renftel von der Geschäftsstelle Informationstechnologie der Stadt Hanau. „Wir sind hier aber in einem guten interkommunalen Austausch“, so Renftel. Stadtrat Thomas Morlock ergänzte: „Wir verfolgen mit großem Interesse, wie beispielsweise Darmstadt als Digitalstadt mit diesen Fragen umgeht, und versuchen, von den dort gemachten Erfahrungen zu profitieren.“ Er gehe außerdem davon aus, dass es an den Stellen, wo sich Vorgänge in allen Verwaltungen gleichen, zentrale Lösungen vonseiten des Bundes und des Landes geben werde. Dazu werde man sicher beim nächsten Treffen des Runden Tisches mehr sagen können. Dieses ist für Januar 2019 anberaumt.



Stichwörter: Politik, Hanau


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...

Deutschland hat früh digitale Ambitionen entwickelt.

IT-Planungsrat: Kommunen scheuen EfA-Kosten

[17.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...

Niedersachsen beschließt IT-Strategie  „Digitale Verwaltung 2025“.

BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in alle Kommunen

[16.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...

Porträt Jasmin Grünschläger
interview

Interview: Wir sitzen im gleichen Boot

[02.04.2026] Im Märkischen Kreis haben sich mehrere Kommunen zum Netzwerk Digitalisierung und E-Government zusammengeschlossen. Welchen Mehrwert der interkommunale Austausch bringt, beschreibt Jasmin Grünschläger, Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Menden. mehr...

Digitalstrategie SH 2026

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier lächelnde Männer in Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente, hinter sich drei drapierte Flaggen (EU; BRD, Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Spielwürfel mit aufgedruckten Pfeilen weisen den Weg hin zu einem Würfel mit grünem Häkchen.
bericht

Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen

[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...

Luftbild von Meschede

Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft

[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...

Porträtaufnahme von Nikolaus Reisel.
interview

Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag

[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...

Blick von hinten auf eine männliche Figur im Anzug, die in einem Tunnel aus Papieren steht, am Ende des Tunnels ist Licht.

Hessen: Standardbefreiung online beantragen

[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...

Die Präsidenten von Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund vor Mikrofonen

Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern


[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Reihe von Autos, die in einer Straße parkt,, der Bildhintergrund ist unscharf.

DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle

[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...