Mittwoch, 7. Januar 2026

HannoverFonds für digitalen Fortschritt

[30.10.2024] Hannover setzt mit einem 48-Millionen-Euro-Digitalisierungsfonds auf die umfassende Modernisierung seiner Verwaltungsprozesse. Ziel ist ein digitales Rathaus, das Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen effiziente, benutzerfreundliche Services bietet. Die IT-Strategie umfasst dazu digitale Souveränität und Kosteneffizienz.
Blick vom See auf das neue Rathaus Hannover, HMTG

Stadtverwaltung Hannover hat einen 48 Millionen Euro schweren Digitalisierungsfonds aufgelegt.

(Bildquelle: HMTG)

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover startet mit einem 48-Millionen-Euro-Fonds zur Digitalisierung seiner Verwaltung. In den kommenden fünf Jahren sollen softwaregestützte Lösungen das Serviceangebot verbessern und die Abläufe für Bürger und Unternehmen beschleunigen, so die Stadt. Oberbürgermeister Belit Onay und sein Team sehen in der Strategie den entscheidenden Schritt zur Erreichung des Ziels eines digitalen Rathauses. Ein erster Beschlussvorschlag befindet sich bereits in der Diskussion der politischen Gremien.

Mit dem Digitalisierungsfonds sollen neue Stellen für IT-Entwicklerinnen und -entwickler sowie die nötige Hardware und Software finanziert werden. „Unser Ziel ist die digitale Souveränität Hannovers. Damit wollen wir die Stadtverwaltung ins digitale Zeitalter überführen und die Angebote attraktiver und effizienter gestalten“, betont Onay. Besonders wichtig ist der Stadt dabei die durchgängige Digitalisierung der Prozesse.

Onlineservices: Akzeptanz und Ausbau

In den vergangenen Jahren hat die Stadtverwaltung Hannover nach eigenen Angaben bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Eine eigene Task-Force arbeitet seit 2022 daran, die digitale Transformation der Behörde voranzutreiben. Heute bietet die Stadt verschiedene digitale Services wie Gewerbeanmeldungen, Wohngeld- und Elterngeldanträge sowie Baugenehmigungen online an. Die hohe Nachfrage zeigt, dass das digitale Angebot angenommen wird: Im August 2024 stiegen die Zugriffe auf das städtische Serviceportal um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis Ende des Jahres rechnet die Stadt mit rund zwei Millionen Besuchern auf dem Portal und etwa 50.000 digital eingereichten Anträgen – ein beachtlicher Anstieg gegenüber den 29.000 Anträgen im Vorjahr.

Die Stadt will digitale Angebot im Serviceportal kontinuierlich ausbauen. „Unsere Vision ist es, Verwaltungsleistungen so benutzerfreundlich zu gestalten wie Online-Banking oder Reisebuchungen“, sagt Lars Baumann, Dezernent für Personal, Digitalisierung und Recht bei der Stadt Hannover.

Effizient und kostensparend durch Digitalisierung

Langfristig hofft die Stadt auf eine „Digitalisierungsrendite“. Baumann erläutert, dass die Stadtverwaltung durch den Einsatz digitaler Prozesse nicht nur besseren Service, sondern auch Kosteneinsparungen realisieren kann. Mit fortschreitender Digitalisierung lassen sich sowohl Personal- als auch Sachkosten einsparen, wodurch der Digitalisierungsfonds teilweise refinanziert werden soll. Außerdem wird durch die Einsparung von Papier und administrativem Aufwand eine nachhaltigere Arbeitsweise angestrebt. Mitarbeitende, deren Stellen durch den Fortschritt entfallen, sollen für neue Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung weiterqualifiziert werden, sodass der Wandel sozialverträglich gestaltet werden kann.

Durch den Digitalisierungsfonds und die ambitionierte IT-Strategie könnte Hannover bald zu einer Vorreiterin in Sachen digitaler Verwaltung werden. Mit dem digitalen Rathaus sollen die Serviceleistungen für Bürgerinnen und Bürger einfacher und benutzerfreundlicher werden – ein Modellprojekt für andere Städte und Gemeinden.



Stichwörter: Politik, Hannover


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