Kreis Dithmarschen:
Auf neuen Wegen


[18.2.2014] Seit April 2013 wird der gesamte IT-Betrieb der Kreisverwaltung Dithmarschen schrittweise zum IT-Dienstleister Dataport verlagert. Mit diesem Outsourcing übernimmt der Kreis eine Vorreiterrolle unter den Kommunen Schleswig-Holsteins.

Kreis Dithmarschen: IT auf hohem Niveau. Im April 2013 hat der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein seinen IT-Betrieb an den IT-Dienstleister Dataport abgegeben. Nach einem positiven Votum des Kreistags unterzeichneten Landrat Jörn Klimant und Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, den Vertrag über den Betriebsübergang. Seitdem arbeitet ein von Kreis und Dataport gemeinsam gesteuertes Projekt daran, die Aufgaben, die bisher eine eigene IT-Abteilung wahrgenommen hat, zu Dataport auszulagern. Neben der Auslagerung der beim Kreis eingesetzten Verfahren gehört vor allem die Modernisierung der IT-Arbeitsplatzinfrastruktur zu den zentralen Aufgaben des Projekts. Der Kreis Dithmarschen hatte sich im Vorfeld rund zwei Jahre damit auseinandergesetzt, wie der IT-Betrieb wirtschaftlich und zukunftssicher neu organisiert werden kann. Geprüft wurden sowohl das vollständige Auslagern der IT als auch verschiedene Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Kreisen. Auch über den Einsatz von externen IT-Experten, die eine Neuorganisation regeln sollten, wurde nachgedacht. Für das Auslagern des IT-Betriebs zu Dataport sprach die Überzeugung, höhere Qualität zu wirtschaftlicheren Bedingungen zu erhalten. Von Anfang an war die Selbstverwaltung in die Überlegungen zur Optimierung des IT-Betriebs eingebunden.

Hohes Einsparpotenzial

Für kleinere Verwaltungen ist es heute zunehmend schwierig, technisch auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Sie müssen ihren IT-Betrieb sicher, stabil und auf hohem Qualitätsniveau organisieren und dabei einen engen wirtschaftlichen Rahmen einhalten. Die dafür notwendige IT-Kompetenz vorzuhalten sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, weil hochqualifizierte Experten in den IT-Abteilungen gar nicht ausgelastet werden könnten, so Landrat Jörn Klimant. Aus seiner Sicht war in der Kreisverwaltung zudem die Standardisierung von Hard- und Software lange überfällig. Für Klimant sind gleiche Standards für alle Mitarbeiter des Kreises eine notwendige Voraussetzung für den wirtschaftlichen und sicheren IT-Betrieb. Der Landrat setzt darauf, dass Outsourcing und Bündelung von IT-Dienstleistungen bedeutet, mit der IT zu sparen, nicht an der IT. Er geht davon aus, dass die Kooperation langfristig ein Einsparpotenzial von mehr als 100.000 Euro pro Jahr für den Kreishaushalt birgt. Letztendlich steckt nach Meinung von Klimant aber noch weiteres Potenzial in der Kooperation: „Schließen sich weitere Gebietskörperschaften an, ergeben sich neue gewinnbringende Synergieeffekte für den Kreis Dithmarschen und für die kommunale Familie insgesamt“. Während Dithmarschen die Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Neuausrichtung seines IT-Konzepts prüfte und über die Kreisgrenzen hinweg Gespräche führte, hat der Kreis größere Investitionen in seine IT bewusst vermieden. Beim Start des Projekts mit Dataport im April 2013 stand daher eines bereits fest: Die umfassende Modernisierung der IT-Infrastruktur ist eine der Hauptaufgaben für die Projektbeteiligten. Neben einer Bestandsaufnahme stand in den ersten Monaten eine Informationskampagne im Zentrum der Projektaktivitäten. Dazu wurde das neue IT-Konzept der Mitarbeiterschaft im Rahmen der Personalversammlung vorgestellt.

Neue Server für mehr Betriebsstabilität

Um die Migration der Verfahren in das Rechenzentrum von Dataport vorzubereiten, einigten sich Kreis und Dienstleister auf Maßnahmen, die kurzfristig für mehr Betriebsstabilität und für eine bessere Anbindung der Außenstellen sorgen sollten. Dazu gehörte die Inbetriebnahme leistungsstarker neuer Dataport-Server. Auf diesen wurde mittels Virtualisierung die Kapazität der überwiegend veralteten oder an der Leistungsgrenze arbeitenden Systeme des Kreises abgebildet und somit stabilisiert und hochverfügbar gestaltet. Zwar ist das Projekt noch nicht so weit, die Verfahren der Kreisverwaltung auf Systemen im Rechenzentrum von Dataport betreiben zu lassen. Doch in den ersten Monaten nach der Vertragsunterzeichnung wurden dafür zumindest schon einmal die Voraussetzungen geschaffen: Der Verfahrensbetrieb wurde stabilisiert und hardwareunabhängig gemacht. Im ersten Quartal 2014 folgen dann die ersten Schritte für die Migration der Verfahren in das Rechenzentrum von Dataport.

Modernisierung der IT-Infrastruktur

Eine weitere zentrale Aufgabe des Projekts ist die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Rund 430 IT-Arbeitsplätze im Kreis Dithmarschen werden auf den neuesten technischen Stand gebracht. Eine Grundvoraussetzung, damit Dataport die Rechner in regelmäßigen Abständen mit aktueller und sicherer Software versorgen kann. Ein Vorgang, den die Mitarbeiter der Kreisverwaltung ebenso wenig in ihrer täglichen Arbeit wahrnehmen, wie die Tatsache, dass die Daten, mit denen sie arbeiten, nicht mehr aus dem Server-Raum im Kreishaus kommen. Bis Sommer 2014 werden im Rahmen des Projekts die IT-Arbeitsplätze an insgesamt fünf Standorten in Meldorf, Heide und Brunsbüttel schrittweise aktualisiert. Im April 2015 soll dann der IT-Betrieb des Kreises Dithmarschen vollständig zu Dataport überführt worden sein. Nach einem guten halben Jahr der Zusammenarbeit ist man im Kreis optimistisch. Mit dem bisherigen Projektverlauf zufrieden, sieht man in Dithmarschen die Zukunft des IT-Betriebs ganz klar in der Zusammenarbeit. Oder wie Landrat Jörn Klimant es formuliert: „Vor dem Hintergrund der Komplexität der IT-Themen werden kleine Einheiten immer überfordert sein, sich in angemessenem Tempo weiter zukunftsfähig zu halten.“

Katja Dienhoff ist Redakteurin bei Dataport; Hartmut Krohn ist Leiter der Stabsstelle Finanzen und IT des Kreises Dithmarschen.

www.dithmarschen.de
www.dataport.de
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Stichwörter: Panorama, Dataport, Kreis Dithmarschen, IT-Outsourcing

Bildquelle: Kreis Dithmarschen

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