Smart City Studie 2022:
Städte verpassen die Digitalisierung


[22.9.2022] Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat ihr Smart-City-Ranking 2022 publiziert. Dafür wurden 407 der größten Städte Deutschlands untersucht. Ähnlich wie im Vorjahr lautet das Fazit: Die Umsetzung von Smart-City-Maßnahmen geht zu zögerlich voran und stagniert sogar.

Ihr aktuelles Smart-City-Ranking hat die Unternehmensberatung Haselhorst Associates vorgelegt. Die Studie, die zum fünften Mal erschienen ist, ist nach Angaben des Beratungshauses die umfangreichste Erhebung dieser Art in der Bundesrepublik. Gelistet werden alle Kommunen mit über 30.000 Einwohnern anhand ihres Digitalisierungsgrades; das aktuelle Ranking umfasst 407 Städte. Das ernüchternde Gesamtfazit der Studie 2022: Es gelingt keiner der untersuchten Städte, über einen Digitalisierungsgrad von 50 Prozent hinauszukommen. Damit würden die Städte auch ihrer Verantwortung für den Klimawandel nicht gerecht.
Unter den Top Ten finden sich an der Spitze Hamburg mit einem Digitalisierungsgrad von 47,4 Prozent, München (46,2 Prozent) und Köln (45,8 Prozent), das Schlusslicht der besten Zehn bilden Bad Nauheim (37,6 Prozent), Berlin (36,8 Prozent) und Norderstedt (36,3 Prozent). Mehr als drei Viertel aller untersuchten Kommunen weisen sogar ein Ergebnis von weniger als 25 Prozent auf. Gerade im Vergleich zur Pionierstudie von 2018 fällt laut Studienersteller zudem auf, dass die Anzahl der digitalen Vorreiter weitestgehend stagniert.
Wenn der Themenkomplex Smart City nicht bald flächendeckend Einzug halte, werden die hohen CO2-Emissionen in absehbarer Zeit die Lebensqualität einschränken, mahnt Arno Haselhorst, der Gründer der Unternehmensberatung. Smart City sei nicht nur ein vereinzeltes Projekt, sondern ein ganzheitliches Konzept, das auslote, wie Digitalisierung dazu beitrage, das Leben in Städten langfristig nachhaltig zu gestalten, so Haselhorst.

Städte und Stadtwerke müssen sich zusammenschließen

Neben einer umfassenden Strategie und einer gut ausgebauten technischen Infrastruktur gibt es aus Sicht des Haselhorst-Berater-Teams noch einen weiteren Faktor für die erfolgreiche Entwicklung hin zur Smart City: die frühzeitige und anhaltende Einbindung aller beteiligten Stakeholder sowie der Bürger. Allein könne eine Stadt die erfolgreiche Transformation zur Smart City nicht bewältigen – sie müsse vielmehr den engen Schulterschluss zu den ansässigen Stadtwerken suchen, um gemeinsam den Ausbau der digitalen Infrastruktur voranzutreiben und damit die Grundlage für die Realisierung innovativer Projekte zu schaffen, betont der Studienautor Jürgen Germies.
Als Beispiel für eine Stadt, die das Potenzial der Digitalisierung mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung eindrucksvoll erkannt habe, nennt Haselhorst Associates Stralsund. Die knapp 60.000 Einwohner große Kommune habe sich im Vergleich zum Vorjahr am stärksten verbessert (2021: Rang 362; 2022: Rang 76). Stralsund habe nicht nur eine umfassende Smart-City-Strategie mit dem Ziel einer emissionsfreien Stadt entwickelt und in Teilen bereits umgesetzt – die Hansestadt beziehe bei der Transformation auch die Bürger mit ein und setze alles daran, den Ausbau regenerativer Energien intensiv voranzutreiben. (sib)

https://www.haselhorst-associates.com/smart-city-ranking-2022

Stichwörter: Smart City, Studie, Haselhorst Associates



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Oldenburg: BUKI hilft bei der Antragstellung
[29.2.2024] In Oldenburg werden Antragstellende ab sofort von der KI-basierten Lösung BUKI beim Ausfüllen von Formularen unterstützt. mehr...
Kick-off für das Projekt BUKI – Bürgerfreundliche Dokumentenausfüllung basierend auf KI.
Osnabrück: Radfahrende erfassen Straßenzustand
[28.2.2024] Mittels Sensoren an ihrem Rad sollen Radfahrende in Osnabrück den Zustand der Straßen und Radwege erfassen. Die erfassten Daten und die automatisierte Auswertung der Wegequalität soll die Stadt dabei unterstützen, Sanierungsmaßnahmen und Ausbauprojekte besser zu planen. mehr...
In Osnabrück sollen via Infrasense-Sensor Daten zum Zustand von Radwegen gesammelt werden.
Arnsberg: Zwei Städte, ein Make-A-Thon
[28.2.2024] Im Rahmen eines gemeinsamen Make-A-Thon mit ihrer rumänischen Partnerstadt Alba Iulia will Arnsberg Ideen für eine smarte und nachhaltige Stadtenwicklung sammeln. mehr...
Worms: App in der Entwicklung
[26.2.2024] Die Stadt Worms erhält eine App, von der neben der Bürgerschaft auch Touristen, Handel und Wirtschaft profitieren sollen. Technisch umgesetzt wird die Anwendung von KOBIL, einem Spezialisten für digitale Sicherheit und Identitätslösungen. mehr...
So könnte die neue Worms-App aussehen.
Offenbach: Video erklärt Open Smart City
[23.2.2024] Ein Video, das Fragen und Begrifflichkeiten rund um das Thema Open Smart City erklärt, hat jetzt die Stadt Offenbach erstellt. Andere Kommunen werden ausdrücklich zur Nachnutzung eingeladen. mehr...
Was macht eine Open Smart City aus? Ein Video erklärt’s. 
 

Weitere FirmennewsAnzeige

Kundenportal: Der Weg in die digitale Zukunft der Antragsprozesse
[27.2.2024] Willkommen in der Ära der digitalen Transformation für die öffentliche Verwaltung. Ein Kundenportal für digitale Antragsstrecken revolutioniert nicht nur die Art und Weise, wie Anträge bearbeitet werden, sondern schafft auch Raum für Effizienz, Flexibilität und reibungslose Abläufe. mehr...

EU-Richtlinie 2016/2102: So funktioniert barrierearme Rechnungsverarbeitung
[22.8.2023] Einen barrierearmen Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen zu gewährleisten, dazu sind öffentliche Stellen in Deutschland und der EU seit 2019 verpflichtet. Was bedeutet dies für die Verarbeitung eingehender Rechnungen in SAP? Sind Dokumentenprozesse überhaupt betroffen? mehr...

Stadt Essen nutzt Eingangsrechnungsworkflow der xSuite im großen Stil: Sichere Planung durch Rechnungsworkflow
[23.3.2023] Essen ist eine moderne Wirtschafts-, Handels- und Dienstleistungsmetropole im Herzen des Ruhrgebiets. Sie ist Konzernzentrale, zum Beispiel für RWE AG, Evonik Industries AG, E.ON Ruhrgas AG, GALERIA Karstadt Kaufhof GmbH und Hochtief AG. Die Messe Essen ist etabliert unter den Top-Ten der deutschen Messeplätze. Was viele Besucher angesichts der modernen Essener Skyline verblüfft: Die Geschichte der Stadt ist älter als die Berlins, Dresdens oder Münchens. Essen feierte im Jahr 2002 das 1150-jährige Jubiläum von Stift und Stadt Essen. mehr...
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
leanact GmbH
38106 Braunschweig
leanact GmbH
Ascherslebener Computer GmbH
06449 Aschersleben
Ascherslebener Computer GmbH
Aktuelle Meldungen