Baden-Württemberg:
Auf dem Weg zur digitalen Leitregion


[19.7.2017] Baden-Württemberg soll bis 2021 zur digitalen Leitregion werden. Dafür will die Landesregierung in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro investieren. Zu den Schwerpunkten der Strategie digital@bw zählen die Bereiche Mobilität, Wirtschaft 4.0, Bildung, digitale Gesundheit sowie Verwaltung 4.0.

Baden-Württemberg stellt Eckpunkte seiner Digitalisierungsstrategie vor. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat jetzt Eckpunkte ihrer Ende vergangenen Jahres angekündigten Digitalisierungsstrategie digital@bw vorgestellt (wir berichteten). „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Staus und Verkehrsunfälle wollen wir durch vernetztes und automatisiertes Fahren vermeiden, Krankheiten mit digital unterstützter Medizin besser bekämpfen, die Bildungschancen mit digitalen Medien erhöhen, den Energie- und Ressourcenverbrauch mithilfe intelligenter Netze senken, den Ländlichen Raum mit digitalen Angeboten stärken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auch in Zukunft sichern“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Um die in den vergangenen Monaten ressortübergreifend erstellte digitale Agenda umzusetzen, nehme die Landesregierung ordentlich Geld in die Hand, so der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl: „In den laufenden Haushaltsberatungen wollen wir 265 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte bereitstellen; im Bereich Breitband wollen wir auch in diesem Doppelhaushalt wieder über 100 Millionen Euro im Jahr investieren.“ Die Landesregierung plane, die Investitionen bis 2021 zu verstetigen. „Damit beabsichtigt die Landesregierung Investitionen von rund einer Milliarde Euro in der gesamten Legislatur, um Baden-Württemberg zur digitalen Leitregion zu machen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.
Wie die baden-württembergische Landesregierung weiter mitteilt, stehen die Bereiche Mobilität, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung, digitale Gesundheitsanwendungen und Verwaltung 4.0 beziehungsweise Kommunen im Fokus des Programms digital@bw. Hinzu kämen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit sowie Daten- und Verbraucherschutz.

Konkrete Projekte

Im Bereich Mobilität etwa arbeitet das Land im Rahmen eines Testfelds in Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn bereits heute daran, das autonome Fahrzeug im Individualverkehr schnellstmöglich auf die Straße zu bringen. In einem nächsten Schritt soll im Rahmen von digital@bw nun eine Erprobungsumgebung für automatisiertes Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr eingerichtet werden. Im Bereich Gesundheit sollen unter anderem Modellprojekte für die ärztliche und pflegerische Versorgung gefördert werden. Die Landesregierung wird nach eigenen Angaben zudem die Rahmenbedingungen für die personalisierte Medizin stärken und den Aufbau einer bwHealthCloud fördern, in der medizinische Forschungsdaten gespeichert werden, zum Beispiel über angewandte Therapien und Behandlungserfolge. Kleine und mittelständische Unternehmen will das Land mit einer Digitalisierungsprämie dabei unterstützen, ihr Geschäft zu digitalisieren und Dienstleistungen zu personalisieren. Zentraler Aspekt der Digitalisierungsstrategie ist zudem das Thema Bildung. „So sollen ein verbindlicher Aufbaukurs Informatik in Klasse 7 für alle Schülerinnen und Schüler und eine landesweite ‚Digitale Bildungsplattform‘ an Schulen eingerichtet werden“, kündigte Digitalisierungsminister Thomas Strobl an.

Voraussetzungen: Infrastruktur und Sicherheit

Gelingen werde die Digitalisierung allerdings nur mit ausreichender Cyber-Sicherheit und der entsprechenden Infrastruktur. So werde für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich keine teuren IT-Spezialisten leisten können, eine Cyber-Wehr mit qualifizierten Notfall-Teams eingerichtet. Lebensader der Digitalisierung sei zudem das schnelle Internet in der Fläche, so Minister Strobl: „Im vergangenen Jahr hat die Landesregierung zum ersten Mal die Rekordsumme von rund 115 Millionen Euro als Fördermittel für den Breitband-Ausbau investiert. Das führen wir auch so fort: 2017 werden wir wieder einen dreistelligen Millionenbetrag in die digitale Infrastruktur investieren. Das wollen wir in vergleichbarer Höhe auch im Doppelhaushalt 2018/2019 abbilden.“
Wie die Landesregierung abschließend mitteilte, wurde eine neue Website als zentrales Schaufenster rund um das Thema Digitalisierung und die Digitalisierungsmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg eingerichtet. (bs)

http://www.digital-bw.de
Die Digitalisierungsstrategie zum Download (Deep Link)

Stichwörter: Politik, BadenWürttemberg, digital@bw, Digitalisierungsstrategie

Bildquelle: www.digital-bw.de

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Registermodernisierung: Beirat hilft bei der Umsetzung
[6.7.2022] Zur Umsetzung der Registermodernisierung steht den zuständigen Behörden künftig ein Registerbeirat zur Seite. mehr...
Dresdner Forderungen: Das System neu justieren Bericht
[5.7.2022] Um eine moderne digitale Verwaltung zu schaffen, muss der Blick über das Onlinezugangsgesetz hinausreichen. Nötig ist etwa eine bessere Aufgabenteilung: Verwaltungsangebote ohne kommunalen Handlungsspielraum könnten auch von Bund oder Ländern bereitgestellt werden. mehr...
Föderale Aufgabenaufteilung neu ausrichten.
NEGZ: Erwartungen an das OZG 2.0
[24.6.2022] Erwartungen an ein Onlinezugangsgesetz 2.0 hat die Mitgliederversammlung des Nationalen E-Government-Kompetenzzentrums (NEGZ) thematisiert. Außerdem wurde der NEGZ-Vorstand neu gewählt. Vorstandsvorsitzender bleibt Sönke E. Schulz. mehr...
IT-Planungsrat: Neue Wege für Online-Dienste
[23.6.2022] Neue Wege für Online-Verwaltungsdienste hat der IT-Planungsrat bei seiner Sommersitzung besprochen. Unter anderem ging es um den elektronischen Marktplatz zur Nachnutzung von EfA-Leistungen. Per Registerdatennavigation soll die Verwaltung in Zukunft außerdem Urkunden und Nachweise selbst ermitteln können. mehr...
Gruppenbild des IT-Planungsrats zur Sommersitzung 2022.
Interview: EfA-Marktplatz geht live Interview
[23.6.2022] Der Marktplatz für Einer-für-Alle-Dienste des IT-Planungsrats ist jetzt in einer Betaversion live gegangen. Welche Funktionen er bietet und wie das die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes vereinfacht, berichten Martin Schallbruch, CEO der mit der Umsetzung betrauten Genossenschaft govdigital, sowie Jens Fromm, bei govdigital Gesamtprojektleiter für den Marktplatz. mehr...
Martin Schallbruch, CEO govdigital eG (links) und Jens Fromm, Gesamtprojektleiter Marktplatz für EfA-Leistungen, govdigital eG beim Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin.
Weitere FirmennewsAnzeige

Rechnungsbearbeitung in Kommunen: Weitere Schritte für die Automatisierung von Rechnungen
[20.6.2022] Beim Thema Rechnungsbearbeitung ist für Kommunen noch lange nicht Schluss in Sachen Automatisierung. Es zeichnen sich bereits die nächsten Schritte ab, wie öffentliche Verwaltungen ihre internen kaufmännischen Abläufe im Sinne eines bürgerfreundlichen eGovernments weiter optimieren können. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Aktuelle Meldungen