Zukunftskommune@bw:
Fünf digitale Gewinner


[7.5.2018] Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Ulm und ein Verbund um die Landkreise Biberach, Böblingen, Karlsruhe, Konstanz und Tuttlingen gehen als Gewinner aus dem Wettbewerb Digitale Zukunftskommune@bw hervor.

Digitalisierungsminister Thomas Strobl zeichnet die fünf Gewinner des Wettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ aus. Das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg hat jetzt die Gewinner des Wettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ (wir berichteten) bekannt gegeben. Demnach sollen Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Ulm sowie ein Verbund um die Landkreise Biberach, Böblingen, Karlsruhe, Konstanz und Tuttlingen in den kommenden zwei bis drei Jahren zu digitalen Zukunftskommunen ausgebaut werden. 50 weitere Kommunen werden auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter unterstützt und eine Digitalisierungsstrategie entwickeln. Insgesamt nehme das Land dafür 7,6 Millionen Euro in die Hand.
„Wir wollen keine Zeit verlieren und im Schulterschluss mit den kommunalen Landesverbänden unseren Beitrag dazu leisten, die Digitalisierung mit hohem Tempo in die Fläche zu bringen“, erklärte Digitalisierungsminister Thomas Strobl anlässlich der Preisverleihung am 3. Mai 2018 in Stuttgart. „Wir sind in der Fläche stark. Nirgendwo sonst gibt es so viele Hidden Champions wie in Baden-Württemberg – und sie haben ihre Heimat zu gleichen Teilen in ländlichen Räumen wie in den großen Städten.“ Das ist laut Strobl auch ein Qualitätsversprechen und Gütesiegel für den Standort Baden-Württemberg. „Deshalb zielt unser Förderprogramm in die Fläche. Und es ist gut und wichtig, dass bei den 74 Bewerbern die ganze Bandbreite der kommunalen Familie im Rennen war – von der kleinen Gemeinde mit knapp 2.500 Einwohnern bis hin zu Großstädten, Landkreisen und sogar Regionalverbänden.“

Fünf Projekte für die Smart City

Wie das Ministerium berichtet, werden die Städte Heidelberg, Karlsruhe und Ludwigsburg gezielt digitale Bürgerdienste in allen Lebensbereichen entwickeln. Karlsruhe werde mit zunächst sechs Unternehmen und Einrichtungen die Bürger-App digital@KA aufbauen. Darüber sollen die Bürger gebündelt alle für sie relevanten Informationen rund um das städtische Leben erhalten – vom Apotheken- und Tankstellenfinder über Echtzeitinformationen zur Verkehrslage und Parkplatzmöglichkeiten bis hin zu Kultur- und Freizeittipps. In eine ähnliche Richtung gehe auch Ludwigsburg. Nach dem Start des neuen Service-Roboters L2B2 im Rathaus werde die Stadt jetzt ein digitales Bürgerkonto einrichten und als Schnittstelle zu allen Dienstleistungen und Informationen der Stadt aufbauen. Darüber bekomme man dann Antworten auf die Fragen, welche Unterlagen zum Heiraten benötigt werden, wo der nächste Parkplatz frei wird oder wie sich der Pollenflug entwickelt. Die Stadt Heidelberg werde ein digitales Bürgerportal mit 45 Projektpartnern an den Start bringen. Das Portal soll zum Beispiel Verkehrsdaten sammeln und im Winter das Streufahrzeug genau zu den Straßen und Brücken schicken, die zu vereisen drohen.
Ulm will das seit den 1960er-Jahren gewachsene Wohnquartier „Alter Eselsberg“ mit dem neu entstehenden Areal „Am Weinberg“ digital zusammenführen und vernetzen. Ärzte, Apotheker, Händler oder Verkehrsbetriebe können darüber dann neue Dienste anbieten – beispielsweise um einen Arzttermin zu vereinbaren, Medikamente zu bestellen oder sich Lebensmittel liefern zu lassen. Denkbar sei auch, dass ältere Menschen beispielsweise das Babysitten gegen Einkaufsdienste tauschen und damit über eine digitale Plattform neue Modelle der Nachbarschaftshilfe entwickeln. All das soll entlang der konkreten Bedürfnisse der Menschen aus dem Quartier entwickelt und mit ihnen umgesetzt werden.

Bei der Umsetzung unterstützt

Der Verbund der Landkreise Karlsruhe, Biberach, Böblingen, Konstanz und Tuttlingen will Inseldenken überwinden. Jeder Kreis wird laut Ministerium einen Baustein auf dem Weg ins digitale Zeitalter gezielt voranbringen: Biberach die E-Akte, Konstanz die digitale Kfz-Zulassung, Tuttlingen die Telemedizin, Karlsruhe die interaktiven und digitalen Lerntische an Schulen und Böblingen die intelligente Mobilität. Auf diese Weise stellen die Beteiligten den Wissenstransfer und somit die Übertragbarkeit auf andere Kommunen sicher, heißt es vonseiten des Ministeriums.
Wie der Meldung weiter zu entnehmen ist, erhalten alle fünf Gewinner vom Land jeweils 880.000 Euro zur Umsetzung ihrer Digitalprojekte. Weitere 50 Kommunen werden in den kommenden zehn Monaten mit jeweils bis zu 45.000 Euro dabei unterstützt, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. Aus den besten Ideen sollen mindestens vier Kommunen ausgewählt werden, die diese dann mit jeweils bis zu 100.000 Euro Landesförderung umsetzen können. In der Jury des Wettberwerbs Digitale Zukunftskommune@bw waren neben dem Innen- und Digitalisierungsministerium die kommunalen Spitzenverbände und der Branchenverband Bitkom. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit habe der Jury für Datenschutzfragen beratend zur Seite gestanden. Alle Kommunen werden bei der Umsetzung ihrer Strategien und Projekte vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Kooperation mit dem bwcon-Netzwerk wissenschaftlich und praktisch begleitet. So sollen die Best Practices aus den Modellkommunen auf möglichst viele weitere Kommunen in Baden-Württemberg übertragen werden können. (ve)

http://www.digital-bw.de

Stichwörter: IT-Infrastruktur, Digitale Zukunftskommune@bw, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Ulm, Kreis Biberach, Kreis Böblingen, Kreis Karlsruhe, Kreis Konstanz, Kreis Tuttlingen

Bildquelle: digital@bw / Steffen Schmid

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