Vitako:
Dialog mit Bundestagsabgeordneten


[3.12.2018] Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, hat ein Treffen zwischen kommunalen IT-Dienstleistern und Bundestagsabgeordneten organisiert. Die Teilnehmer tauschten sich unter anderem über den Sachstand rund um das Onlinezugangsgesetz (OZG) aus.

Während Deutschland in den Umfragen zur Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung stets im Mittelfeld verharrt, tut sich in den Kommunen bereits sehr viel. Das stellt die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, fest. Allerdings würden die meisten Umfragen diese Erfolge gar nicht berücksichtigen. Dies habe Vitako dazu veranlasst, einen Luncheon mit Bundestagsabgeordneten und Geschäftsführern aus den Mitgliedshäusern der Arbeitsgemeinschaft zu veranstalten. Thema war unter anderem das Onlinezugangsgesetz (OZG). Tankred Schipanski, digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hob dabei hervor, dass der Bund die Zuständigkeit für das OZG übernommen habe. „Der Bund ist bemüht, Kommunen und Länder zu motivieren, um zu einheitlichen Lösungen zu gelangen“, erklärte er. Auch für den geplanten Portalverbund sei es vorteilhaft, wenn Bürger eine einheitliche Bedienmaske vorfinden, egal ob sie in Bremen, Thüringen oder Nordrhein-Westfalen ansässig sind. Schipanski gab sich zuversichtlich, dass die eingerichteten Digitalisierungslabore und agile Software-Entwicklung zu guten Umsetzungsergebnissen beim OZG führen.

Kommunale Ebene besser einbinden

Vitako wiederum hält fest, dass öffentliche IT-Dienstleister schon längst keine reinen Verfahrensentwickler mehr, sondern Integratoren einer vielfältigen Verfahrenslandschaft sind. Sie seien Partner der Verwaltung, trieben neue Trends und Technologien voran und übernähmen außerdem beratende Funktionen für die Kommunalverwaltungen. Wenn Bürger und Unternehmen Kontakt mit der Verwaltung aufnehmen, geschehe dies in 80 Prozent aller Fälle auf der kommunalen Ebene. Die Aufgabe der kommunalen IT-Dienstleister besteht dabei laut Vitako-Vorstand Reinhold Harnisch, Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz), darin, die notwendigen Verwaltungsaufgaben zu erfüllen und gleichzeitig den Komfort für die Bürger zu gewährleisten. Hierfür seien einfache Lösungen, weniger Schriftformerfordernisse und mehr Standardisierung erforderlich. Harnisch machte außerdem deutlich, dass die Kommunen – teilweise historisch bedingt – weder technisch noch finanziell einheitlich ausgestattet sind und der enge Zeitrahmen der OZG-Umsetzung manche Umsetzung gefährden könnte. „Fördergelder für kommunale Entwicklungen sind durchaus erwünscht“, erklärte er. Zudem sei eine bessere Einbindung der kommunalen Ebene und ihrer kommunalen Dienstleister in die OZG-Umsetzungsprojekte des IT-Planungsrates wünschenswert.

Bürgerportale müssen nicht gleich aussehen

Wie Vitako berichtet, sollte bei dem Luncheon auch ein informeller Austausch stattfinden. Hier wurden Themen wie Bürger- und Serviceportale, IT-Infrastruktur, die medienbruchfreie Gesetzgebung, das Schriftformerfordenis oder elektronische Identifizierungsverfahren aufgegriffen. Rudolf Schleyer, Vorstand der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), plädierte in diesem Rahmen dafür, dass Bürgerportale nicht überall gleich aussehen müssten. Außerdem gebe es gerade im kommunalen Raum vielerorts bereits gut funktionierende Portale. Einheitliche Schnittstellen für den Portalverbund seien allerdings unerlässlich. Am Luncheon teilgenommen haben laut Vitako: Tankred Schipanski MdB (digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion), Jens Zimmermann MdB (digitalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion), Arno Wallner (SPD), Fabian von Xylander (SPD) sowie die Vitako-Mitglieder Wolfgang Beuermann (Stadt Wolfsburg), Reinhold Harnisch (krz), Lars Hoppmann (krz), Peter Kühne (Lecos), Sören Kuhn (GKD Recklinghausen), Ralf Resch (Vitako), Rudolf Schleyer (AKDB) sowie Michael Wandersleb (KID Magdeburg). (ve)

http://www.vitako.de

Stichwörter: Politik, KID Magdeburg, Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz), Lecos, GKD Recklinghausen, Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), Vitako, OZG, Portalverbund



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Nationaler Normenkontrollrat: Jahresbericht 2020
[26.10.2020] Der Nationale Normenkontrollrat hat seinen Jahresbericht 2020 vorgelegt. Unter dem Titel „Krise als Weckruf“ deckt er unter anderem Missstände bei der Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung auf. mehr...
Der Nationale Normenkontrollrat übergibt den Jahresbericht 2020 an Bundeskanzlerin Angela Merkel.
IT-Planungsrat: Weichenstellen für die OZG-Umsetzung
[26.10.2020] In seiner 33. Sitzung hat sich der IT-Planungsrat unter anderem mit den Themen FIT-Store, interoperable Servicekonten und der Registermodernisierung befasst. Im kommenden Jahr wird Hamburg den Ratsvorsitz übernehmen. mehr...
ÖFIT: Whitepaper zur digitalen Souveränität
[15.10.2020] Ein Whitepaper des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) befasst sich eingehend mit Aspekten der digitalen Souveränität und zeigt auch auf, mit welchen Maßnahmen sich digitale Abhängigkeiten des Staats umgehen lassen. mehr...
Berlin: Grünbuch zur Digitalisierungsstrategie
[12.10.2020] Herausforderungen und Handlungsbedarfe auf dem Weg zur Berliner Digitalisierungsstrategie benennt jetzt ein Grünbuch. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger in den weiteren Strategieprozess einbringen können. mehr...
Interview: Im digitalen Maschinenraum Interview
[8.10.2020] Der neue Bundes-CIO Markus Richter will die Digitalisierung der Verwaltung mit einem Neun-Punkte-Plan voranbringen. Im Kommune21-Interview erläutert er das Programm, verteidigt das Einer-für-Alle-Prinzip und schließt ein OZG 2.0 aus. mehr...
Dr. Markus Richter
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2020
Kommune21, Ausgabe 9/2020
Kommune21, Ausgabe 8/2020
Kommune21, Ausgabe 7/2020

Aktuelle Meldungen