Dormagen:
Digitale Hilfe für Flüchtlinge


[24.6.2016] Die nordrhein-westfälische Stadt Dormagen setzt auf die Smartphone-App Integreat, um geflüchteten Menschen alle wesentlichen Informationen zur Verfügung zu stellen. Im Interview berichtet Swen Möser, stellvertretender Leiter der Pressestelle, über die ersten Erfahrungen.

Swen Möser, stellvertretender Leiter der Pressestelle der Stadt Dormagen. Herr Möser, innerhalb von drei Monaten hat Dormagen die App Integreat eingeführt. Wie sind Sie auf die Anwendung aufmerksam geworden?

Wir haben in Dormagen eine Broschüre vorbereitet, um die Kommunikation mit den Neubürgern zu verbessern. Wir haben aber schnell erkannt, dass das nicht funktioniert: Die Inhalte sind einfach zu schnell überholt. Da wir bereits einen Newsletter auf WhatsApp haben, war schnell klar, dass wir besser auf eine App setzen sollten. Denn was ist einem näher als das Handy in der Hosentasche? Auf Integreat bin ich gestoßen, als ich mich im Netz informiert habe.

Was hat Sie überzeugt?

Hinter Integreat stehen der gemeinnützige Verein Tür an Tür in Augsburg, der sich seit über 20 Jahren für Zuwanderer einsetzt, und die Kompetenz des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der TU München. Und das Projekt hatte Charme. Überzeugt hat uns aber die Vorstellung von Daniel Kehne und Fritjof Knier vom Projekt-Team: Die beiden treten auf, als ob sie Smalltalk machen, dahinter steckt aber geballte Kompetenz.

Kommunen können die vordefinierten Inhalte um ihre Informationen erweitern und so auf die lokalen Gegebenheiten anpassen.


Was zeichnet die App aus?

In fünf Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi – enthält Integreat die Adressen der wichtigsten Behörden und Anlaufstellen, Notrufnummern, Öffnungszeiten, den Stadtplan sowie Informationen zu medizinischer Versorgung oder Deutschkursen. Das Besondere ist, dass Kommunen die vordefinierten Inhalte um ihre Informationen erweitern und so auf die lokalen Gegebenheiten anpassen können.

Wie kam es, dass Sie Integreat so schnell eingeführt haben?

Das lag an unserem Bürgermeister. Als er gesehen hat, wie unkompliziert es mit dem Team von Integreat klappt, meinte er, wir haben doch Anfang März die große Entwicklungskonferenz, lasst uns Integreat dort gleich vorstellen. Und es hat geklappt.

Dormagen arbeitet jetzt seit Anfang März dieses Jahres mit Integreat. Wie sind die Erfahrungen?

Nur positiv, ich habe keine einzige negative Rückmeldung. Integreat macht in der Pflege aber auch kaum Arbeit; wer Word kennt, kennt sich auch mit Wordpress aus, das ja hinter der App steht.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Thema Integreat ist für Dormagen abgehakt, das läuft. Jetzt geht es in unserem Landkreis, dem Rhein-Kreis Neuss, weiter. Wir wollen Integreat auch in den anderen Gemeinden einführen. Gerade erst habe ich drei Kommunen unsere App vorgestellt.

Interview: Martin Schwarzott

http://www.dormagen.de
http://www.integreat-app.de

Stichwörter: Social Media, Dormagen, App, Integreat

Bildquelle: Privat

Druckversion    PDF     Link mailen


Advantic

 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Social Media
Bayreuth: App für Stadt und Kreis Bericht
[12.4.2019] Eine gemeinsame Version der App Integreat, die nach Deutschland zugewanderte Personen in ihrer Landessprache informiert, haben Stadt und Landkreis Bayreuth entwickelt und können so Synergien nutzen. mehr...
Start der Integreat-App in der Region Bayreuth.
Österreich: Amt kommt aufs Smartphone
[21.3.2019] Mit dem Digitalen Amt steht in Österreich eine App für mobile Endgeräte zur Verfügung, die Behördengänge künftig ersparen soll. Die Besonderheit: Erstmals werden alle Informationen und Services der Behörden auf einer Plattform zusammengeführt. mehr...
Digitales Amt im österreichischen Bundeskanzleramt vorgestellt.
Ahrensbök: Neu bei WhatsApp
[27.2.2019] Als erste Kommune in Schleswig-Holstein informiert die Gemeinde Ahrensbök ihre Bürger künftig per WhatsApp. Sollten sich nicht mehr Bürger dafür interessieren als für den Facebook-Auftritt des Bürgermeisters, wird der Service wieder eingestellt. mehr...
Ahrensbök will als erste Gemeinde in Schleswig-Holstein ihre Bürger über WhatsApp erreichen.
Karlsruhe: Bürger gestalten App mit
[23.1.2019] In die Entwicklung der Multifunktions-App digital@ka können sich Karlsruher ab sofort einbringen, indem sie der Stadt über das Beteiligungsportal mitteilen, welche Angebote wünschenswert wären. mehr...
Nächtliche Veranstaltungen und Bürgerdienste: Die Multifunktions-App digital@ka soll zukünftig unterschiedliche Angebote unter einem digitalen Dach vereinen.
Ludwigsburg: Infos in der Hosentasche
[21.12.2018] Einen neuen digitalen Helfer hat die Stadt Ludwigsburg vorgestellt: eine App bietet Bürger Service und Informationen über die Kommune. mehr...
Die Ludwigsburger Bürger-App informiert auch unterwegs.
Suchen...

 Anzeige

ekom21
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Social Media:
Govii UG (haftungsbeschränkt)
06108 Halle (Saale)
Govii UG (haftungsbeschränkt)
GovConnect GmbH
30169 Hannover
GovConnect GmbH
SEITENBAU GmbH
78467 Konstanz
SEITENBAU GmbH
Aktuelle Meldungen