Bitkom:
Verwaltungen sollen Daten offenlegen


[1.4.2020] Die bei der öffentlichen Verwaltung vorhandenen Daten sollten vor dem Hintergrund der Corona-Krise Unternehmen und Bürgern zugänglich gemacht werden. Das fordert der Digitalverband Bitkom.

Bitkom hat jetzt angesichts der aktuellen Corona-Krise angemahnt, die bei der öffentlichen Verwaltung vorhandenen Daten grundsätzlich besser für Unternehmen und die Öffentlichkeit verfügbar zu machen. Dazu hat der Digitalverband ein Positionspapier mit dem Titel „10 Punkte für Open Government Data“ veröffentlicht. „Bitkom setzt sich schon seit Langem für eine umfassende Open-Data-Strategie ein. Die Corona-Pandemie zeigt, wie bedeutsam es in vielen Lebensbereichen ist, über aktuelle und umfassende Daten zu verfügen und diese auch nutzbar zu machen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Daten sind von entscheidender Bedeutung und ein bedeutender Wettbewerbsfaktor, wenn wir gesellschaftliche Herausforderung mithilfe von digitalen Technologien wie künstlicher Intelligenz oder Blockchain lösen wollen. Insbesondere Start-ups haben bewiesen, dass sie mit kostenlos bereitgestellten Daten rasch innovative Lösungen entwickeln können – dies müssen wir dringend weiter ausbauen. Der Staat sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und mit Open Government Data voranschreiten.“
Konkret empfiehlt der Bitkom unter anderem die Festlegung von technischen Standards, um die Nutzung der von Verwaltungen bereitgestellten Daten zu erleichtern.

Open-by-Default als Grundsatz

Dabei sollten die Daten über offene Dateiformate und offene Schnittstellen bereitgestellt werden. Zudem sollte sichergestellt werden, dass alle öffentlichen Daten im nationalen Metadatenportal GovData auffindbar sind. Dabei sollte der Grundsatz Open-by-Default gelten. Das bedeutet, Verwaltungen sollten die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhobenen unbearbeiteten Daten grundsätzlich veröffentlichen, wenn nicht Ausnahmegründe wie ein Personenbezug vorliegen.
In allen Bundesländern sollten nach Ansicht des Bitkom Open-Data-Kompetenzzentren entstehen, um die Verwaltungen bei der Bereitstellung von Daten zu unterstützen. Ergänzend sollte der Bund Mittel für die Ausbildung von 11.000 Open-Data-Managern bereitstellen, damit der Open-Data-Gedanke auch in die Fläche bis hin zu den Kommunen gebracht werden kann. Zudem sollten die breite Open Data Community sowie interessierte Unternehmen und Privatpersonen besser mit den Akteuren in der Verwaltung vernetzt werden. Experimentierräume für die Nutzbarmachung von Open Data und die Gründung eines deutschen Open-Data-Instituts nach britischem Vorbild sollen dabei helfen, das Tempo bei der Bereitstellung von Daten weiter zu erhöhen.
Eine entscheidende Bedeutung für den Erfolg von Open Government Data kommt dabei der Regulierung zu. Die zahlreichen Vorschriften und Regelungen in verschiedenen Gesetzen sollten zusammengeführt und dabei föderale Unterschiede vermieden werden. Ziel sollte dabei eine EU-weite Lösung sein. (co)

Zum Download des Papiers „10 Punkte für eine Open-Government-Data-Strategie“ (Deep Link)
https://www.bitkom.org

Stichwörter: Open Government, Bitkom, Open Data, GovData, Corona



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Open Government
Dashboard Deutschland: Online-Plattform bündelt Daten zur Krise
[18.12.2020] Das Dashboard Deutschland präsentiert ab sofort aktuelle Informationen zur Bewertung der wirtschaftlichen Lage während der Corona-Krise. Es bündelt mehr als 100 Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu den Themenbereichen Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. mehr...
Das Dashboard Deutschland bündelt Informationen und Daten zur Bewertung der wirtschaftlichen Lage während der Corona-Krise.
Open Government Data: Ziele verfehlt
[26.11.2020] Die mit Open Government Data angestrebten Ziele wurden bislang weitgehend verfehlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) an der Universität Tübingen. Kommunen bieten demnach ein breites Themenspektrum an Open Data an. Dieses werde aber vor allem innerhalb der Verwaltung genutzt. mehr...
Erwünscht, aber selten: Die Nachfrage nach Open Government Data außerhalb der Verwaltung ist gering.
KGSt / Vitako: Webinar zu Open Source Software
[24.11.2020] Am 7. Dezember laden KGSt und Vitako Interessierte zu einem Webinar über die Grundlagen von Open Source Software in Kommunen ein. Die Teilnahme ist kostenlos. mehr...
Zeppelin Universität: Lern-Modul für eGov-Campus
[12.11.2020] Für die Bildungsplattform eGov-Campus entwickelt das The Open Government Institute (TOGI) der Zeppelin Universität (ZU) jetzt ein Online-Modul. Es soll das Themengebiet Open Government in den Fokus nehmen. mehr...
Open Government Partnership: Maßnahmen auf gutem Weg
[5.11.2020] Zusammenhalt und regionale Innovationsfähigkeit – das sind die Leitmotive des Zweiten Nationalen Aktionsplans im Rahmen der Teilnahme Deutschlands an der Open Government Partnership. Der aktuelle Zwischenbericht zeigt: Alle Maßnahmen sind auf einem guten Weg. mehr...
Transparenz und Information: Open Government steht für nachvollziehbares Regierungshandeln unter Beteiligung der Bürger.
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 1/2021
Kommune21, Ausgabe 12/2020
Kommune21, Ausgabe 11/2020
Kommune21, Ausgabe 10/2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Open Government:
Aktuelle Meldungen