Ulm:
Kreativraum für digitale Verwaltung


[13.5.2020] Um die Digitalisierung der Verwaltung schneller voranzubringen, hat die Stadt Ulm in Kooperation mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen einen Kreativraum und ein Verwaltungslabor eingerichtet. Das Projekt startete mit einem Online-Workshop für Verwaltungskräfte.

Ulm: Im neuen Kreativraum der Stadt sollen künftig Ideen für die digitale Verwaltung entstehen.  „Einfach mal machen! Es könnte ja gut werden!“ – Unter diesem Motto starteten das Ulmer Verwaltungslabor und der neue Kreativraum Anfang Mai 2020 offiziell ihren Betrieb, um das Thema Digitalisierung in der Verwaltung noch schneller voranzubringen. Das teilen die baden-württembergische Kommune und die Zeppelin Universität in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.
Ulm habe sich durch zahlreiche Projekte zu einer der Vorreiterstädte der digitalen Transformation entwickelt. Nun sollen innovative Ideen der Digitalisierung auch innerhalb der Ulmer Stadtverwaltung diskutiert und konkretisiert werden können. „Dafür bietet das neu geschaffene Verwaltungslabor den richtigen Rahmen“, betont Erster Bürgermeister Martin Bendel. „Es fördert den interdisziplinären Austausch innerhalb der Stadtverwaltung und schafft Freiräume für neue Ideen für die Verwaltung von morgen.“

Zentraler Kern und realer Ort

Der Kreativraum im Weinhof 7 stellt laut der Pressemeldung den realen Ort und zentralen Kern des Verwaltungslabors dar, das allen Abteilungen und Einrichtungen der Stadtverwaltung als Raum für Zusammenarbeit, Austausch und Impulse externer Experten offensteht. Bis Mitte 2021 liege der Schwerpunkt auf den Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
In Zeiten der Corona-Pandemie bekomme ein Verwaltungslabor einen ganz neuen Stellenwert – für jede Stadt: Die Einschränkungen des Publikumsverkehrs und das Ende des klassischen Verwaltungsalltags würden zu digitalen Ansätzen zwingen, um den Betrieb der Stadtverwaltung aufrechtzuhalten. Digitale Expertise vor Ort gewinne somit an Bedeutung. Für die nachhaltige Umsetzung gelte es, Thementreiber in der Stadtverwaltung zu identifizieren, die Modernisierungsthemen langfristig verfolgen und umsetzen wollen, sagt Projektleiterin Sabrina Richter von der Digitalen Agenda der Stadt Ulm. Dabei könne sich jede und jeder aus der Ulmer Stadtverwaltung aktiv einbringen, betont sie.
Das Projekt Verwaltungslabor wird vom Open Government Institute (TOGI) der Zeppelin Universität (ZU) im Rahmen der Zukunftsstadt Ulm 2030 (wir berichteten) wissenschaftlich begleitet. Professor Jörn von Lucke, Institutsdirektor und Inhaber des Lehrstuhls Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der ZU, verdeutlicht: „Die Eröffnung des Kreativraums ist ein wichtiger Meilenstein für nachhaltige Innovationen in der Stadtverwaltung Ulms, gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie.“

Digitale Interaktion

Noch werde im Kreativraum ausschließlich auf digitale Interaktion gesetzt, aber nach der Corona-Pandemie soll das Thema Design Thinking angegangen werden und eine reale Umsetzung im Kreativraum erfolgen.
Aus diesem Grund konnte auch der Eröffnungsworkshop noch nicht in den Räumlichkeiten am Weinhof 7 stattfinden, informiert die Stadt. So hätte der erste Workshop stattdessen auch dem Kennenlernen von neuen digitalen Methoden zur Zusammenarbeit aus dem Homeoffice gedient. Die Teilnehmenden der Ulmer Stadtverwaltung seien in zweieinhalb Stunden über die Zielsetzung, Funktionsweise und geplante Themensetzung des Kreativraumes informiert worden. Gleichzeitig seien sie aktiv eingebunden worden, indem neue Ideen gesammelt, Personas entwickelt, die Themensetzung konkretisiert sowie geeignete Workshop-Formate diskutiert werden konnten.
Da über Meetingsphere jede Eingabe und alle Abstimmungen anonym erfolgt seien, hätten Meinungen und Bedenken ungefiltert geäußert und eingebracht werden können. Diese ehrliche Offenheit und ein automatisch generiertes digitales Protokoll, das sofort nach Abschluss des Workshops versandt wurde, hätten alle Teilnehmenden sehr positiv wahrgenommen. Der Kreativraum sei nun dauerhaft geöffnet und biete der Stadtverwaltung Ulm unterschiedliche Veranstaltungen und Workshop-Formate. (co)

https://www.ulm.de
https://www.zu.de/institute/togi/

Stichwörter: Panorama, Ulm, Zeppelin Universität, Kreativraum, Verwaltungslabor

Bildquelle: Gudrun Kiuntke/123rf.vom

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
Leipzig: Auftakt für Prozessanalyse
[24.1.2022] Die Stadt Leipzig will ihre Geschäftsprozesse sukzessive optimieren. Um Hindernisse und Optimierungspotenziale zu identifizieren, wurde in einem Pilotprojekt exemplarisch der Einkaufsprozess untersucht. Zum Einsatz kam dabei das Process-Mining-Verfahren. mehr...
München: Ausbau der Online-Services
[19.1.2022] In München geht der Ausbau der Online-Services voran. Zahlreiche neue Formulare – auch für das Pandemie-Management – und die Migration auf einen zentralen Formular-Server erlauben die schnelle Bearbeitung verschiedenster Anliegen. Weitere Kommunen wollen die Formulare übernehmen. mehr...
Leipzig: Neues Amt Bürgerservice nimmt Arbeit auf
[18.1.2022] Ab sofort werden die Verwaltungsdienstleistungen der Stadt Leipzig vom neu gegründeten Amt Bürgerservice koordiniert, das für eine Vereinheitlichung und Digitalisierung der Angebote sorgen soll. Dazu kommt nun auch in Leipzig die Behördennummer 115 – und ein mobiler Bürgerkoffer für ortsunabhängige Dienstleistungen. mehr...
Telekom: Drohnen im Rettungseinsatz
[18.1.2022] Das vom BMVI finanzierte, zum Jahresende 2021 abgeschlossene Projekt VISION erprobte die Unterstützung von Rettungskräften durch vernetzte integrierte Drohnen. Diese erlauben die laufende Erfassung von Notsituationen im Innen- oder Außenbereich und somit schnelleres Agieren. mehr...
Kippflügler als Rettungsdrohne.
eGov-Campus: Erster Kurs des HPI
[17.1.2022] Am 15. Februar startet das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) seinen ersten Selbstlernkurs auf dem eGov-Campus. In 150 Stunden, bestehend aus Erklärvideos und Übungsaufgaben, sollen die Teilnehmer mit den wichtigsten Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung vertraut gemacht werden. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 1/2022
Kommune21, Ausgabe 12/2021
Kommune21, Ausgabe 11/2021
Kommune21, Ausgabe 10/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Panorama:
JCC Software
48149 Münster
JCC Software
AIDA ORGA GmbH
75391 Gechingen
AIDA ORGA GmbH
Aktuelle Meldungen