Dortmund:
Bauanträge werden digital


[7.5.2024] Die Stadt Dortmund baut ihren digitalen Service weiter aus. Bauanträge können ab sofort digital gestellt, bearbeitet und genehmigt werden. Wer einen Antrag gestellt hat, kann jederzeit abrufen, wie der aktuelle Stand im Verfahren ist.

Das Dortmunder Bauamt wird durch die Ende-zu-Ende-Digitalisierung des Bauantrages von umfangreichen Papierakten entlastet. Wer bauen oder ein bereits bestehendes Gebäude erweitern, umbauen, anders nutzen oder beseitigen möchte, muss in den meisten Fällen einen Bauantrag stellen. Dortmund war als eine von sechs Kommunen seit 2018 am Modellprojekt digitales Baugenehmigungsverfahren in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Nun berichtet die Stadt, dass sie als eine der ersten Kommunen den Digitalen Bauantrag zum Standard macht. „Ziel war es, das Baugenehmigungsverfahren von Antrag an bis zum finalen Bescheid vollständig zu digitalisieren“, sagt Christian Uhr, der als Personal- und Organisationsdezernent für die digitale Transformation der Verwaltung verantwortlich ist. Der digitale Bauantrag ist eines der 25 Top-Digitalisierungsprojekte der Stadt, das die Verantwortlichen im Dortmunder Systemhaus (dosys) nun nach und nach umsetzen.

Komplexer Verwaltungsakt

Zusammen mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung haben die Fachleute der ausgewählten Kommunen den Antrag über das landeseinheitliche Bauportal.NRW konzipiert und umgesetzt. Nicht nur die technischen und organisatorischen Voraussetzungen, sondern auch gesetzliche Regelungen mussten geschaffen oder angepasst werden. Neu ist etwa eine rechtssichere digitale Unterschrift, die so genannte qualifizierte elektronische Fernsignatur, die nun bei allen Bescheiden im Baugenehmigungsprozess genutzt werden kann.
„Das Bearbeiten eines Bauantrages gehört zu den komplexesten Vorgängen in der Verwaltungspraxis. Der Prüf- und Bearbeitungsprozess ist so verzweigt, dass bis zu 100 verschiedene Schritte notwendig werden können“, sagt der Dortmunder Planungsdezernent Stefan Szuggat. Die medienbruchfreie elektronische Abwicklung sei also eine besondere Herausforderung, für die es nun aber eine Lösung gebe. Daran habe die Dortmunder Bauaufsicht wesentlich mitgewirkt, indem sie ihre Praxiserfahrungen eingebracht habe, so Szuggat.

Digital von A bis Z

Digitale Strukturen hatte die Bauaufsicht schon vorher schrittweise eingeführt. Seit Dezember 2023 hat die Bauaufsicht Dortmund nach umfangreichen Tests vereinzelt auch schon die ersten digitalen Anträge entgegengenommen. Nun können diese auch papierlos bearbeitet und genehmigt werden. Darüber hinaus ist die Bauaufsicht Dortmund zum Beispiel bei Bauabnahmen und Überwachungen mit mobilen Endgeräten vor Ort. Auch die Archivierung erfolgt elektronisch. Der Ablauf ist also vollständig digital. Jetzt steht die Schulung derjenigen Mitarbeitenden im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt an, für die das Thema noch neu ist.
Die Komplett-Digitalisierung soll den Baugenehmigungsprozess vereinfachen. Vor der Digitalisierung waren umfangreiche Papierdokumente für alle Prozessbeteiligten notwendig. Zu mehr Tempo führt die Digitalisierung nach Einschätzung der Stadt Dortmund zunächst nicht, denn die gesetzlichen Vorschriften zur Prüfung von Bauanträgen sind dieselben wie zuvor – sie sind nicht wesentlich weniger geworden. (sib)

Informationen und Erklärvideo zum digitalen Bauantrag (Deep Link)
Dortmund nimmt digitale Bauanträge über das Bauportal.NRW an (Deep Link)

Stichwörter: Fachverfahren, Dortmund, Bauamt, Bauantrag

Bildquelle: Sven Mieke/Unsplash

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fachverfahren
Axians Infoma: Der Trend geht zum Cloud Computing
[14.6.2024] Der Software-Anbieter Axians, spezialisiert auf Lösungen für die Bereiche Finanzwesen, Liegenschafts- und Gebäude-Management und kommunale Betriebe, berichtet über Trends und neu gewonnene Kunden. Ein zunehmendes Interesse an Cloud-Lösungen zeichnet sich ab. mehr...
i-Kfz: Verlässliche Partner Interview
[13.6.2024] IT-Dienstleister regio iT konnte pünktlich zum Stichtag mit i-Kfz Stufe 4 starten. Wie die Umsetzung gelang, berichten Raoul Frings, Centerleiter Verkehr und Ordnung bei regio iT, und Andreas Günther, Leiter Strategische Geschäftsentwicklung und CIO von Telecomputer. mehr...
Andreas Günther, Leiter Strategische Geschäftsentwicklung und CIO von Telecomputer
Lübeck: Dienste der Ausländerbehörde sind online
[13.6.2024] Die Ausländerbehörde der Hansestadt Lübeck bietet alle ihre Dienstleistungen seit Kurzem auch online an. Das soll den Zugang zu der Behörde erheblich vereinfachen und beschleunigen. mehr...
Würzburg: Bauanträge auch digital möglich
[5.6.2024] Mehr als drei Viertel der bayerischen Bauaufsichtsbehörden haben den digitalen Bauantrag bereits eingeführt oder befinden sich damit im Probebetrieb. Seit Anfang Juni können auch in Würzburg Bauanträge digital eingereicht werden mehr...
Würzburg ist eine der bayerischen Städte, die den digitalen Bauantrag eingeführt haben.
Digitaler Bauantrag: Worms ist vorn dabei
[30.5.2024] In Rheinland-Pfalz hat die zweite Implementierungswelle für den Digitalen Bauantrag begonnen. Die Stadt Worms ist aktiv an dessen Umsetzung und Anwendung beteiligt. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

Besuchersteuerung: Das neue Einbürgerungsgesetz stellt Behörden vor zusätzliche Herausforderungen
[12.6.2024] Am 27. Juni 2024 tritt das neue deutsche Einbürgerungsgesetz in Kraft. Damit verkürzt sich die Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung von derzeit acht auf fünf Jahre, bei besonderen Integrationsleistungen sogar auf bis zu drei Jahre. Demzufolge werden Ausländerbehörden künftig mehr Anträge auf Einbürgerung bearbeiten müssen. Allerdings stoßen bereits heute viele Ausländerbehörden an ihre Kapazitätsgrenzen. Magdalene Rottstegge, zuständig für das Business Development bei der SMART CJM GmbH, erläutert, wie Ämter das erhöhte Arbeitsaufkommen besser bewältigen können. mehr...

E-Rechnung: Für den Ansturm rüsten
[31.5.2024] Die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich kommt. Kommunen sollten jetzt ihre IT darauf ausrichten. Ein Sechs-Stufen-Plan, der als roter Faden Wege und technologische Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, kann dabei helfen. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Fachverfahren:
G&W Software AG
81671 München
G&W Software AG
GovConnect GmbH
30163 Hannover
GovConnect GmbH
Telecomputer GmbH
10829 Berlin
Telecomputer GmbH
ITEBO GmbH
49074 Osnabrück
ITEBO GmbH
Aktuelle Meldungen