BNetzA:
Mitnutzung gebäudeinterner Kupferleitungen


[11.6.2021] Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat einen Beschluss zur Mitnutzung gebäudeinterner Kupferleitungen veröffentlicht. Es besteht demnach keine gesetzliche Grundlage für das Wahlrecht einer Wohnungsbaugesellschaft, die Mitnutzung der Telekom auf die Glasfaserleitungen zu beschränken.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) nimmt unter anderem die Aufgabe einer nationalen Streitbeilegungsstelle und einer zentralen Informationsstelle nach dem DigiNetz-Gesetz wahr. Nun hat die Behörde in einer Streitbeilegung mit der Wohnungswirtschaft einen Beschluss zur Mitnutzung gebäudeinterner Kupferleitungen veröffentlicht. Die Behörde war demnach Schiedsrichterin in einer Auseinandersetzung zwischen der Telekom Deutschland und einer Hamburger Wohnungsgesellschaft, dabei ging es um die Nutzung von geschalteten Kupferendleitungen in Wohnhäusern. Die Telekom versorge mit den Kupferendleitungen Endkunden mit breitbandigen DSL-Produkten. Das Eigentum an den Endleitungen sei umstritten und Gegenstand laufender Verfahren vor Zivilgerichten, in denen die Wohnungsgesellschaft Zahlungen für deren Nutzung verlange. Die Telekom habe eine Erlaubnis der Wohnungsbaugesellschaft beantragt, die Kupferendleitungen kostenlos mitnutzen zu dürfen. Die Wohnungsgesellschaft habe dies abgelehnt, jedoch eine entgeltliche Mitnutzung von Glasfaserleitungen angeboten, die in den Häusern neu installiert waren. Daraufhin beantragte die Telekom Ende Januar 2021 bei der Bundesnetzagentur ein gesetzlich vorgesehenes Streitbeilegungsverfahren. Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur darf die Telekom die Kupferendleitungen weiterhin nutzen und hat im Gegenzug die dadurch zusätzlich entstehenden Kosten zu zahlen. Um die künftige Nutzung der moderneren Glasfaserleitungen zu sichern, endet die Mitnutzung der Kupferleitungen, sobald die Telekom darüber keine Nutzer mehr versorgt; dies schließt auch Vorleistungsprodukte für Wettbewerber der Telekom ein. Demgegenüber sieht die Bundesnetzagentur keine gesetzliche Grundlage für ein Wahlrecht der Wohnungsbaugesellschaft, die Mitnutzung der Telekom auf die Glasfaserleitungen zu beschränken. (sib)

https://www.bundesnetzagentur.de
https://www.telekom.de

Stichwörter: Breitband, Deutsche Telekom, Bundesnetzagentur



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Sachsen-Anhalt: Glasfaser für 300.000 Haushalte
[11.6.2021] Bis 2025 sollen 300.000 Haushalte in Sachsen-Anhalt Glasfaseranschlüsse erhalten. Das Unternehmen Deutsche Glasfaser und das Wirtschaftsministerium des Landes haben dazu nun eine Absichtserklärung unterzeichnet. mehr...
Infrafibre Germany: FTTH für den ländlichen Raum
[10.6.2021] Die neu gegründete Gesellschaft Infrafibre Germany (IFG) bündelt die deutschen Glasfaseraktivitäten des Infrastrukturinvestors Infracapital unter einem Dach. Die IFG plant in den kommenden Jahren Investitionen von einer Milliarde Euro in den Glasfaserausbau im ländlichen Raum. mehr...
Jürgen Hansjosten ist Managing Director (CEO) der neu gegründeten Infrafibre Germany.
Saarland: Landesstrategie für den Gigabitausbau
[9.6.2021] Der Ministerrat des Saarlandes hat die Eckpunkte einer Gigabitstrategie für das Land angenommen. Der eigenwirtschaftliche Ausbau soll demnach erleichtert werden, der geförderte Netzausbau eine wichtige flankierende Maßnahme darstellen. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft genehmigt
[4.6.2021] Die Europäische Union hat eine landeseigene Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Diese will in Gebieten mit unzureichender Versorgung Mobilfunkmasten errichten, die dann an Mobilfunkanbieter vermietet werden sollen. mehr...
Hamburg / Telekom: Glasfaser für 540.000 Haushalte
[3.6.2021] Die Deutsche Telekom legt bei ihrer Glasfaseroffensive in Hamburg eine Giga-Schippe drauf. Bis Ende 2025 will das Unternehmen 540.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgen. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 6/2021
Kommune21, Ausgabe 5/2021
Kommune21, Ausgabe 4/2021
Kommune21, Ausgabe 3/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
goetel GmbH
37079 Göttingen
goetel GmbH
Aktuelle Meldungen