PwC-Studie:
Digitale Spitzenreiter


[19.5.2015] Eine Studie hat die digitalen Hauptstädte Deutschlands ermittelt. Die Top Ten weiß zu überzeugen. Viele Kommunen bleiben jedoch hinter den Möglichkeiten zurück.

Köln gehört zu den digitalsten Hauptstädten Deutschlands. Köln, Hamburg und München sind die digitalen Zentren Deutschlands. Das hat eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Bonn gezeigt. Anhand von 20 Kriterien, die die Bereiche Verwaltung, Politik, Kommunikation, Infrastruktur und Energie abdecken, haben PwC und das Geopgraphische Insitut untersucht, wie digital die 25 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands bereits sind. Dabei konnten maximal 20 Punkte erreicht werden. Köln, Hamburg und München sind mit etwa 16 Punkten Spitzenreiter. Nach Angaben von PWC weisen die Top Ten des Rankings durchschnittlich deutlich bessere Kennzahlen auf als die Städte auf den übrigen Plätzen. Das gilt beispielsweise für das Gewerbesteueraufkommen sowie für die Beschäftigungszahlen. Auch der Anteil der Hochqualifizierten ist in der Spitzengruppe deutlich höher.
Im Auftrag von PwC wurden außerdem mehr als 200 Städte und Landkreise zur Bedeutung und zum Stand der Digitalisierung interviewt. Dabei gaben 70 Prozent der Befragten an, die Digitalisierung spiele eine große oder sehr große Rolle in der Entwicklungsstrategie ihrer Kommune. Felix Hasse, Partner bei PwC und Experte für die Digitalisierung von Kommunen: „Obwohl Städte und Gemeinden die Digitalisierung als wichtige Zukunftsaufgabe erkannt haben, werden heute vor allem solche Online-Dienste angeboten, die vergleichsweise leicht zu etablieren sind.“ Demnach sei es in vielen Orten Deutschlands möglich, online einen Termin für das Bürgeramt zu vereinbaren oder per Handy ein Bus-Ticket zu kaufen. Auch eine Präsenz in den sozialen Medien ist bei den großen Städten weitgehend Standard. Seltener sind dagegen komplexere Serviceleistungen. „Nur in neun der 25 untersuchten Städte können Bürger zum Beispiel einen Anwohnerparkausweis online beantragen“, sagt Hasse. „Online-Gewerbeanmeldungen, die etwa in den Vereinigten Staaten seit Jahren zum Standard zählen, bietet nur Bremen an. Vor allem die Chance, Bürger online an kommunalen Entscheidungen teilhaben zu lassen, bleibt vielfach ungenutzt.“ Wie die Beratungsgesellschaft berichtet, nennen 64 Prozent der befragten Kommunen die Haushaltslage als wesentliches Hindernis für eine fortschreitende Digitalisierung. Ein weiterer Hinderungsgrund sei der Breitband-Ausbau. Lediglich Köln und Bonn bieten als einzige der 25 befragten Städte für 95 Prozent der Haushalte ein Breitband-Netz von mindestens 50 Megabite pro Sekunde (Mbit/s) an. Claus Wiegandt, Professor am Geographischen Institut der Universität Bonn: „Es besteht die Gefahr, dass sich der digitale Graben zwischen den fortschrittlichen Kommunen und denjenigen weiter vertieft, die die Digitalisierung nicht systematisch in Angriff nehmen.“ Nach Angaben von PwC fehlt den meisten Kommunen ein klares Konzept, um das Thema Digitalisierung anzugehen. Meist werde Digitalisierung als Querschnittthema, nicht aber als eigenständiger Sachbereich verstanden. 20 Städte verfügen weder über einen Digitalisierungsbeauftragten noch über eine entsprechende Strategie. „Um bestehende Verwaltungsvorgänge effizienter zu machen, genügt es nicht, dass man einen Termin im Bürgeramt online vereinbaren kann“, erklärt Felix Hasse, „Digitalisierung muss als Organisationsaufgabe verstanden und Verwaltungsvorgänge aus Sicht des Bürgers völlig neu gedacht werden. Ziel sollte es dabei sei, den Gang zur Behörde vollständig digital zu ersetzen.“ (an)

www.pwc.de
www.geographie.uni-bonn.de

Stichwörter: Panorama, Studie, Breitband, PwC, Universität Bonn

Bildquelle: Ruth Rudolph / pixelio

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