Videokonferenzen:
Dabeisein ist alles


[27.3.2020] Videokonferenzsysteme erleichtern in der aktuellen Corona-Krise die Kommunikation aus dem Homeoffice. Mit Webex beispielsweise treten bis zu 1.000 Mitarbeiter der saarländischen Landesregierung und angeschlossener Kommunen per Bild und Ton miteinander in Kontakt.

In Zeiten von Kontaktverbot, sozialer Distanzierung und Arbeiten im Homeoffice kommen digitale Helfer wie gelegen. Viele Büromenschen können ihren normalen Job auch von zu Hause aus erledigen und nutzen E-Mail, Messaging-Dienste und Kollaborationstools, um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben und an gemeinsamen Projekten weiterzuarbeiten. Eine besondere Rolle kommt in dieser Situation Videokonferenzsystemen zu, die virtuelle Meetings in kleineren oder auch größeren Gruppen erlauben und zu besseren und schnelleren Abstimmungsergebnissen führen als endloser Chat- und E-Mail-Verkehr. Alle modernen PCs bringen das nötige Rüstzeug mit. Die Zahl einsetzbarer Videokonferenzsysteme ist groß.

Virtueller Konferenzraum

In vielen Unternehmen haben sich professionelle Systeme etabliert wie Cisco Telepresence, bei dem sich die Teilnehmer in einem virtuellen Konferenzraum treffen und via Bild-in-Bild-Einblendungen sichtbar und hörbar sind. Nicht jedes Meeting erfordert physische Anwesenheit und das, was von Herstellern gern Telepräsenz genannt wird – „ein Gefühl als ob die lokalen und die entfernten Teilnehmer im gleichen Raum sitzen“ – reicht für viele Besprechungsinhalte vollkommen aus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren die zum Teil kostenlosen Alternativen wie Skype, Gotomeeting, Webex oder Zoom, die oft mehr als nur Video-Conferencing können.
Skype erlaubt etwa IP-Telefonie, Messaging, Dateiübertragung und Screensharing, das heißt die Darstellung eines Bildschirminhalts in der ganzen Konferenzrunde. Skype ist 2003 eingeführt worden und gehört heute zu Microsoft. Das System bietet Eins-zu-Eins- oder Gruppen-Videoanrufe für bis zu zehn Teilnehmer kostenlos. Professionellen Nutzern, die Videokonferenzen in größeren Gruppen oder Business-Funktionen wie Dateitransfer, Desktop-Sharing und Messaging benötigen, steht Skype for Business zur Verfügung, das 2017 in Microsoft Teams aufgegangen ist, eine auf Windows und Office 365 basierende Lösung für Gruppenchat, Online-Meeting und Teamarbeit.

Video-Webinare mit bis zu 1.000 Zuschauern

Gotomeeting ist ein ebenfalls weitverbreitetes Videokonferenzsystem und in zwei Versionen verfügbar. Bei der Starter-Version können zehn Teilnehmer Videochats halten und Daten teilen. Die Pro-Version ist ein richtiges Konferenzsystem mit Bildschirmteilung, kollaborativem Bearbeiten von Inhalten und Textnachrichten. An einer Konferenz können bis zu 250 Zuschauer teilnehmen und sich bei Bedarf auch über ein Telefon einwählen und dann nur zuhören beziehungsweise sprechen. Solche professionellen Systeme haben ihren Preis. Gotomeeting verlangt je nach Teilnehmerzahl unterschiedlich hohe Abonnementgebühren, erlaubt dann aber auch richtige Video-Webinare mit bis zu 1.000 Zuschauern inklusive professioneller Registrierung und umfangreichen Analysefunktionen.

Saarländische Landesregierung nutzt Webex

Webex ist ein Konkurrenzprodukt von Gotomeeting und weist ganz ähnliche Funktionen auf. Aufgrund der Corona-Krise räumt der Hersteller Cisco nun bis zu 100 Nutzern in einem Unternehmen ein, die Videokonferenz-Software kostenlos und zeitlich unbeschränkt für bis zu 90 Tage einzusetzen. Dies nutzt aktuell beispielsweise die Landesregierung des Saarlandes und ist vom IT-Dienstleister Bechtle in kürzester Zeit an die Kommunikationsplattform Webex angeschlossen worden. Bis zu 1.000 Mitarbeiter der saarländischen Landesregierung und angeschlossener Kommunen können nun miteinander per Bild und Ton in Kontakt treten.

Videokonferenz aufzeichnen

Mit Zoom steht eine ebenfalls sehr einfach zu bedienende und in den ersten 40 Minuten kostenlose Videokonferenzlösung bereit. Schon in der Basic-Version kann eine unbegrenzte Zahl von Videokonferenzen mit bis zu 100 Teilnehmern abgehalten werden. In der aktuellen Corona-Krise verzichtet das Unternehmen auf die zeitliche Limitierung. Zoom erlaubt Video- und Sprachwiedergabe in HD-Qualität, bietet die Möglichkeit, eine Videokonferenz auf der lokalen Festplatte aufzuzeichnen, zudem werden aktuell Sprechende während der Videokonferenz automatisch groß im Bild angezeigt. Der Ausrichter einer Videokonferenz meldet sich bei Zoom an und verschickt per Mail einen Link an die Teilnehmer. Die Gruppe trifft sich dann zur verabredeten Zeit durch Klick auf den Link im Konferenzraum, wobei sich bei erstmaligen Teilnehmern automatisch eine Software installiert.

Mobile Applikationen

Es gibt noch eine große Zahl weiterer Videokonferenzsysteme. Für alle vorgestellten Lösungen stehen auch mobile Applikationen bereit, mit denen man von unterwegs an einer Videokonferenz teilnehmen kann. Zwar lautet das Gebot der Stunde „Zu Hause bleiben“, doch immerhin kann man mit den mobilen Tools aus dem Garten oder vom Balkon aus kommunizieren.

Helmut Merschmann


Stichwörter: IT-Infrastruktur, Videokonferenz, Homeoffice, Corona



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Infrastruktur
Sachsen: BSI-Zertifikat fürs Landesnetz
[7.7.2020] Dem Sächsischen Verwaltungsnetz (SVN), das von Land und Kommunen genutzt wird, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hohe Sicherheit für reibungslos ablaufende Prozesse in Verwaltung und Wirtschaft bestätigt. mehr...
Frankfurt am Main: Vom digitalen Archiv bis zum Online-Antrag
[3.7.2020] Die Stadt Frankfurt am Main weitet ihr Angebot an Online-Dienstleistungen kontinuierlich aus. Neuerdings können verkehrsrechtliche Anordnungen im vereinfachten Verfahren digital beantragt werden. Aber auch die Digitalisierung von Bestandsakten wird vorangetrieben. mehr...
Frankfurt am Main: Verkehrsrechtliche Anordnungen etwa für Straßensperrungen können jetzt digital beantragt werden.
Taunusstein: IT-Infrastruktur ausgelagert
[30.6.2020] Der Betrieb der IT-Infrastruktur der Stadt Taunusstein wird nun über das Rechenzentrum des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21 abgewickelt. Damit soll sich Taunusstein künftig mehr um die Digitalisierung der Verwaltungsleistungen kümmern können. mehr...
Die Stadt Taunusstein verlagert ihren IT-Betrieb ins Rechenzentrum des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21.
krz: Veränderungsprozesse umgesetzt
[3.6.2020] Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Prozessen vorangetrieben. Den Kommunen haben dabei IT-Dienstleister wie das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) unter die Arme gegriffen. mehr...
Digitale Souveränität: Der Wert kommunaler Daten Bericht
[27.5.2020] Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kommunen Datensouveränität noch nicht als strategisches Thema erkannt haben. Doch das sollte sich schnellstmöglich ändern. Denn schließlich geht es um die Ausgestaltung der nationalen Umsetzung der PSI-Richtlinie. mehr...
Wert der Daten richtig einschätzen.
Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 7/2020
Kommune21, Ausgabe 6/2020
Kommune21, Ausgabe 5/2020
Kommune21, Ausgabe 4/2020
Kommune21, Ausgabe 3/2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Infrastruktur:
IT-Guide PlusDATEV eG
90429 Nürnberg
DATEV eG
Net at Work GmbH
33104 Paderborn
Net at Work GmbH
Aktuelle Meldungen