Schleswig-Holstein:
Höchste Priorität für Cyber-Sicherheit


[31.1.2024] Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat einen Bericht zur Cyber-Sicherheit vorgelegt. Bei dessen Vorstellung nannte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter konkrete Maßnahmen, um die Cyber-Sicherheit im Land zu stärken. Neben der Schaffung entsprechender Strukturen sind auch Programme für Kommunen vorgesehen.

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hat dem Parlament einen Bericht der Landesregierung zur Cyber-Sicherheit der Infrastruktur des Landes vorgestellt. Dies geht aus einer Meldung der Landesregierung hervor. Schleswig-Holstein sei, wie andere Länder auch, zunehmend von Cyber-Angriffen bedroht. Deren Anzahl nehme stetig zu und die Bedrohung sei real, betonte Schrödter. Ein Beispiel sei der Hackerangriff auf das Landesportal im April 2023. „Bürgerinnen und Bürger, unsere Unternehmen und unsere öffentlichen Verwaltungen müssen sich auch in Zukunft sicher im digitalen Raum bewegen können, deshalb spannen wir einen Cyber-Sicherheitsschirm über unser Land“, sagte Schrödter. Die Landesregierung arbeite an vielen proaktiven Maßnahmen, mit denen die Informations- und Cyber-Sicherheit und die Digitale Resilienz des Landes gestärkt werden. Beides seien Querschnittsthemen, die Sicherheit im digitalen Raum werde daher auch ressort- und sektorenübergreifend angegangen, betonte Schrödter.

Unterstützung für Kommunen

Der Minister nannte zudem konkrete Maßnahmen. Dazu gehören der Ausbau des Informations- und Cyber-Sicherheitsmanagements der Landesregierung. Dieses umfasse ein Sicherheitsvorfall-Management, ein Risiko-Management, Audits und Revisionen sowie eine Schulungsplattform und Schulungsinhalte. Vorgesehen sei außerdem der Aufbau eines IT-Notfall-Managements mit Schnittstellen zum Krisen-Management der Landesregierung sowie die Stärkung von Maßnahmen der Informationssicherheit im IT-Management.
Auch Kommunen sollten Unterstützung erhalten, unter anderem mit dem Förderprogramm „Kommunale Resilienz“. In diesem Zuge soll auch das Projekt „Sicherheit für Kommunen in Schleswig-Holstein“ (SiKoSH) verstetigt werden. Das Informationssicherheitsmanagement des Landes soll ausgebaut und gestärkt werden. Dazu soll eine übergreifende Landesstrategie „Digitale Resilienz“ formuliert werden, mit der auch Anforderungen der EU zur Cyber-Sicherheit erfüllt werden. Damit einher soll dann die Schärfung des rechtlichen Rahmens für die digitale Resilienz in Schleswig-Holstein gehen: Es ist geplant, Regelungen zu erweitern und auf eine einheitliche Grundlage zu stellen.

Fachkräfte aus- und weiterbilden

Ein weiterer wichtiger Punkt für mehr Cyber-Sicherheit seien unbestritten Fachkräfte, betonte der Minister. „Wir werden sowohl die interne Weiterbildung als auch externe Fort- und Ausbildungen stärken.“ Bei alledem gelte, dass Cyber-Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe sei. Deshalb betreibe Schleswig-Holstein mit Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt ein Computer Emergency Response Team, das CERT Nord. Darüber hinaus werde das Land auch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weiter ausbauen und dieses Jahr eine Kooperationsvereinbarung abschließen. Weitere Beispiele seien die Sicherheits-Partnerschaft-SH, in der eng mit der Wirtschaft kooperiert werde, die Zusammenarbeit mit den Hochschulen im Land sowie der enge Austausch über Landes- und Staatsgrenzen hinaus. Zu nennen sei hier der Cyber Security Summit mit der Region Süddänemark, bei dem man viel voneinander lernen könne. (sib)

Bericht über die Cyber-Sicherheit der Infrastruktur in Schleswig-Holstein (PDF; 1,1 MB) (Deep Link)
https://www.schleswig-holstein.de

Stichwörter: IT-Sicherheit, Schleswig-Holstein, Cyber-Sicherheit



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
ITEBO: OpenR@thaus-Vorfall aufgearbeitet
[23.7.2024] Mit seinem Verwaltungsportal OpenR@thaus liefert ITEBO zahlreichen Kommunen eine Basisinfrastruktur, um Leistungen, wie vom OZG vorgesehen, digital anbieten zu können. Im Juni war die Lösung aus Sicherheitsgründen offline gestellt worden. Nun berichtet ITEBO im Detail über den Vorfall und dessen Aufarbeitung. mehr...
Crowdstrike-Panne: Geringe Störungen bei Kommunalverwaltungen
[22.7.2024] Das Update des Sicherheitsdienstleisters Crowdstrike, das am Freitag globale IT-Ausfälle auslöste, hat auch dazu geführt, dass der kommunale IT-Dienstleister SIT seine Systeme sicherheitshalber abgeschaltet hat. Die Auswirkungen auf Kommunen waren aber lediglich geringfügig. mehr...
Zentralisierte Daten zur Auswirkung der Crowdstrike-/Azure-Panne auf Kommunalverwaltungen liegen dem BSI nicht vor. Einzelne Kommunen melden Ausfälle in geringem Maß.
Interview: Angriffe wird es immer geben Interview
[10.7.2024] Öffentliche Einrichtungen rücken zunehmend in den Fokus von Cyber-Kriminellen und staatlich gelenkten Hackern. Kommune21 sprach mit regio-iT-Geschäftsführer Stefan Wolf, wie Städte und Gemeinden den Gefahren begegnen können. mehr...
Dr. Stefan Wolf, regio-iT-Geschäftsführer
OpenR@thaus: Serviceportal nicht erreichbar
[2.7.2024] Wegen einer Sicherheitslücke wurde das Serviceportal OpenR@thaus zum zweiten Mal in kurzer Zeit vom Netz genommen. Davon betroffen sind rund 300 Kommunen. Die Wartungsarbeiten dauern derzeit an. Offenbar besteht ein Zusammenhang zu einer Schwachstelle der BundID, die es erlaubt, relativ einfach auf einer eigenen Website ein BundID-Log-in umzusetzen. mehr...
Braunschweig ist eine von rund 300 Kommunen, welche die Portallösung OpenR@thaus vorübergehend abgeschaltet haben.
Märkischer Kreis: Bedrohungslagen nehmen zu
[27.5.2024] Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht, der Märkische Kreis geht jedoch viele richtige Wege, um einem Hacker-Angriff vorzubeugen. Das zeigt ein Bericht, den der IT-Sicherheitsbeauftragte des Märkischen Kreises jetzt im Digitalausschuss im Kreishaus Lüdenscheid vorgestellt hat. 
 mehr...
Der Märkische Kreis geht viele richtige Wege, um einem Hacker-Angriff vorzubeugen.
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Rechnung: Für den Ansturm rüsten
[31.5.2024] Die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich kommt. Kommunen sollten jetzt ihre IT darauf ausrichten. Ein Sechs-Stufen-Plan, der als roter Faden Wege und technologische Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, kann dabei helfen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Sicherheit:
D-Trust GmbH
10969 Berlin
D-Trust GmbH
regio iT GmbH
52070 Aachen
regio iT GmbH
NCP engineering GmbH
90449 Nürnberg
NCP engineering GmbH
procilon GmbH
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GmbH
Aktuelle Meldungen