Essen:
Ein offenes Glasfasernetz für alle


[5.12.2022] Essener Behörden, Unternehmen und Privathaushalte sollen bis Ende 2025 flächendeckendes Glasfaser-Internet erhalten. Bisher verfügen erst sechs Prozent der Privathaushalte über Glasfaseranschlüsse. Für die Umsetzung wurde eigens die Netzgesellschaft ruhrfibre gegründet.

Im November 2022 wurde das Essener Glasfaser-Vorhaben mit dem Vertragsabschluss zwischen den Projektbeteiligten offiziell. Die Stadt Essen will den Ausbau des Glasfasernetzes im Stadtgebiet vorantreiben. Bereits im Frühjahr 2022 hat die Stadt ihrer Beteiligungsgesellschaft, der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV), grünes Licht für die Gründung der gemeinsamen Netzgesellschaft ruhrfibre gegeben, um ein integriertes Glasfasernetz zu erschließen. Im November 2022 wurde dann auch der Vertrag zwischen der EVV, dem Fondsmanager DIF Capital Partners als Hauptinvestor und ruhrfibre geschlossen, der die Zusammenarbeit und den Glasfaserausbau in Essen besiegelt. Damit geht das Ausbauprojekt jetzt offiziell an den Start.
Bisher liegt der Anteil an Glasfaseranschlüssen in Essen bei nur sechs Prozent der Privathaushalte und acht Prozent der gewerblichen Adressen. Nun sollen in einer ersten Projektphase rund 153.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung (FTTH) versorgt und zahlreiche Geschäftskunden, Krankenhäuser und weitere öffentliche Gebäude und Einrichtungen direkt ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Explizites Ziel ist es nach Angaben der Stadt, eine Flächendeckung im gesamten Stadtgebiet Essens zu erreichen. Dazu müssen in den kommenden Jahren mehr als 1.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden.

Baustellen vermeiden, wo es geht

Der Baustart ist für das Frühjahr 2023 geplant. Konzipiert ist das ruhrfibre-Netz als offene Infrastruktur. Damit kann es in Zukunft auch von verschiedenen Telekommunikationsanbietern genutzt werden, die gegen ein Nutzungsentgelt ihren Kunden unter dem jeweiligen eigenen Namen Glasfaser-Tarife anbieten können. Dass jeder Anbieter im selben Stadtteil seine eigenen Leitungen verlege, sei wenig sinnvoll und verschwende Geld und Ressourcen, sagte der ruhrfibre-Mitgründer Arndt Rautenberg.
Der Glasfaserausbau soll in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Essen, der EVV und weiteren kommunalen Unternehmen erfolgen. Das hat einen großen Vorteil: Durch sinnvolle Nutzung bestehender Infrastrukturen, wie etwa Leerrohrtrassen, Abwasserkanäle oder U-Bahnschächte, lassen sich viele Baustellen vermeiden. Das ist effizienter, kostengünstiger und reduziert die Belastungen für Umwelt, Anwohner und Verkehr. Auf diese Weise sei ruhrfibre in der Lage, trotz steigender Zinsen und hoher Inflation den Netzausbau schnell voranzutreiben, sagte Christopher Rautenberg, ebenfalls an der Gründung von ruhrfibre beteiligt. Dazu trügen auch erfahrene Projektpartner aus der Region bei. Zudem schaffe das ruhrfibre-Netz die Voraussetzungen für eine rasche Flächendeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G, ohne dass dafür neue Infrastruktur errichtet werden müsse, so Christopher Rautenberg weiter. (sib)

https://unsere-smartcity-essen.de
https://www.essen.de

Stichwörter: Breitband, Essen, Glasfaser, G5

Bildquelle: Elke Brochhagen, Stadt Essen

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Münster: Förderung des freien WLANs
[30.1.2023] Gerne nutzen Besuchende der Stadt Münster das freie WLAN Freifunk. Die Stadt will den Förderverein Freie Infrastruktur deshalb auch in den kommenden Jahren beim Betrieb des Netzes unterstützen. mehr...
Bodenseekreis: Schulen ans WLAN
[30.1.2023] Die Schulen des Bodenseekreises erhalten sukzessive Anschluss an ein öffentliches WLAN. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem regionalen Telekommunikationsanbieter TeleData. mehr...
Kreis Osterholz: Eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau
[27.1.2023] Schnelles Internet für bis zu 20.500 Haushalte will das Unternehmen Deutsche Glasfaser in den Kreis Osterholz bringen. Die Kooperationsvereinbarung für den eigenwirtschaftlichen Ausbau mit den Kommunen ist unterzeichnet, im nächsten Schritt startet die Nachfragebündelung. mehr...
Rund 20.500 Adressen im Kreis Osterholz will Deutsche Glasfaser eigenwirtschaftlich mit schnellem Internet erschließen.
Duisburg: epcan und MUENET bauen Glasfaser aus
[25.1.2023] Eine Absichtserklärung zum Glasfaserausbau in Duisburg haben jetzt die Stadt, epcan und MUENET unterzeichnet. Die beiden Unternehmen werden den privatwirtschaftlichen Breitbandausbau vorantreiben. Im ersten Quartal 2023 soll die Nachfragebündelung starten. mehr...
Neue Duisburger Absichtserklärung zum Glasfaserausbau.
OZG: Breitbandportal läuft erfolgreich an
[24.1.2023] In 90 Minuten vom Breitband-Bauantrag bis zur Genehmigung – das soll mit dem automatisierten Verfahren des Breitbandportals möglich werden. Das Angebot wurde im Rahmen des OZG entwickelt und wird derzeit ausgerollt. Zur Weiterentwicklung ist aber eine sichere Finanzierung nötig. mehr...
Suchen...

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
Aktuelle Meldungen