Mecklenburg-Vorpommern:
Digitale Agenda beschlossen


[18.5.2018] Die „Digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern“ hat die Landesregierung diese Woche beschlossen. Dabei hat sie sich auch auf ein 40-Millionen-Euro-Programm mit Projekten zur Digitalisierung verständigt. Größtes Vorhaben ist der Aufbau einer Bürgerplattform.

Landesregierung hat auf ihrer Klausurtagung eine Digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf einer Klausurtagung mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung befasst. Ergebnis der Beratungen ist die rund 20 Seiten umfassende „Digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern“, welche die wichtigsten Maßnahmen zur Digitalisierung im Land auflistet. „Wir werden in den kommenden Jahren etwa 1,5 Milliarden Euro aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes für die Digitalisierung bereitstellen. Das ist eine Riesensumme. Und wir wollen sie nutzen, um die Digitalisierung bei uns im Land entscheidend voranzubringen“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Wie die Staatskanzlei meldet, wird der Großteil der Mittel für den Ausbau der digitalen Infrastruktur eingesetzt: „Schnelles Internet gehört heute zur Daseinsfürsorge wie Strom und Wasser. Wir brauchen überall im Land schnelles Internet“, betonte die Ministerpräsidentin. Deshalb sei es gut, dass Mecklenburg-Vorpommern stärker als alle anderen Bundesländer vom Breitband-Programm des Bundes profitiere. Rund 1,3 Milliarden Euro sollen in schnelle Internet-Verbindungen investiert werden. Zur Digitalen Agenda gehört zudem der Digitalpakt Schule, weitere Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Schule und Wissenschaft sowie ein 40-Millionen-Euro-Programm mit Projekten zur Digitalisierung.

Einmal anmelden, alles nutzen

Wichtigstes Vorhaben ist nach Angaben der Staatskanzlei der Aufbau einer Online-Plattform, über die Bürger und Unternehmen künftig alle Leistungen der Landesverwaltung, aber auch der Kommunen, des Bundes, von Zweckverbänden und Stadtwerken abrufen können. „Und zwar genauso einfach, wie sie heute im Internet rund um die Uhr mit wenigen Klicks einkaufen, Reisen buchen und sich informieren können. Einmal anmelden, alles nutzen – das ist das Ziel“, sagte Digitalisierungsminister Christian Pegel. „Mit dem Zugang über sein personalisiertes Konto soll sich der Nutzer ausweisen und online Bescheide einsehen, Bescheinigungen abrufen und Leistungen beantragen können.“
Damit die Verwaltung diese Leistungen für den Bürger zügig und unkompliziert erbringen kann, muss auch sie sich weiterentwickeln – und die Digitalisierung ihrer Leistungen in enger Abstimmung mit Bund und Kommunen umsetzen, heißt es in der Pressemeldung weiter. Auch dafür werde die Landesregierung Mittel bereitstellen. „Die Bürger erwarten den Service, den sie aus dem Netz gewohnt sind, zunehmend auch von der Verwaltung. Und gerade für ein dünn besiedeltes Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern wird es immer wichtiger, den Bürgern unabhängig von ihrem Wohnort alle Verwaltungsdienstleistungen auch online anbieten zu können“, erläutert Christian Pegel.

Polizei und Justiz

Ein weiterer Punkt der Digitalen Agenda ist die Harmonisierung der polizeilichen IT-Systeme. „Die Informationsarchitektur der Polizei in Deutschland basiert noch auf einer Vielzahl unterschiedlicher Datentöpfe, die kaum miteinander verbunden sind. Eine zersplitterte IT-Landschaft genügt den Anforderungen an moderne Polizeiarbeit nicht mehr. Deshalb müssen die bisherigen verschiedenen Systeme sukzessive durch zentrale Angebote abgelöst werden“, erläutert Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Inneres und Europa, Lorenz Caffier. Eine Aufgabe sei es daher, eine gemeinsame, moderne und einheitliche Informationsarchitektur für die Polizei in Bund und Ländern zu schaffen.
Die Justiz von Mecklenburg-Vorpommern ist nach Aussage des Innenministers bei der Digitalisierung bereits auf gutem Weg. Im Rahmen der Gesamtstrategie „Justiz 2020“ sei der elektronische Rechtsverkehr seit diesem Jahr flächendeckend im Land eröffnet und die Einführung der E-Akte werde weiter vorangetrieben. (ba)

Die Digitale Agenda für Mecklenburg Vorpommern zum Download (PDF) (Deep Link)
http://www.regierung-mv.de

Stichwörter: Politik, Mecklenburg-Vorpommern, Digitalisierung, Bürgerportal, E-Justiz

Bildquelle: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern

Druckversion    PDF     Link mailen


ekom21
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Thüringen: Fördergelder für Verwaltungsdigitalisierung
[12.6.2019] Bis zum Jahr 2022 stellt das Thüringer Finanzministerium Fördergelder für kommunale Projekte zur Verwaltungsdigitalisierung bereit. Die ersten Anträge sind jetzt eingegangen. mehr...
Deutscher Städtetag: Jung ist neuer Präsident
[11.6.2019] Auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags in Dortmund wurde Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zum neuen Präsidenten gewählt. Darüber hinaus haben die Delegierten die Dortmunder Erklärung verabschiedet, welche sich mit Zukunftsaufgaben wie Digitalisierung und Klimaschutz befasst. mehr...
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (rechts) ist neuer Präsident des Deutschen Städtetags, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe wurde zum Vizepräsidenten gewählt.
Interview: Hanaus digitale Offensive Interview
[11.6.2019] Die Stadt Hanau treibt die Digitalisierung aktiv voran. Über Ziele und Schwerpunkte der Digitalen Offensive 2025 berichten Lars-Oliver Renftel, Geschäftsstelle Informationstechnologie der Stadt Hanau und Janko Schiebeck von der Beteiligungsholding Hanau. mehr...
Dr. Lars-Oliver Renftel / Janko Schiebeck
Hessen: E-Government-Rat konstituiert
[7.6.2019] Der im hessischen E-Government-Gesetz vorgesehene E-Government Rat hat sich jetzt unter Vorsitz von Digital-Staatssekretär Burghardt konstituiert. Das Gremium soll die behörden- und ebenenübergreifende Kooperation von Bund, Land und Kommunen in der IT voranbringen. mehr...
Round Table: Nutzen im Fokus Interview
[6.6.2019] Akteure aus Konstanz, Freiburg, Mannheim, Karlsruhe und der Metropolregion Rhein-Neckar haben das Agile Netzwerk Digitale Innovation (ANDI) gegründet. In Teil 2 des Round-Table-Gesprächs geht es um das Onlinezugangsgesetz und das Portal service-bw. mehr...
Vertreter des ANDI-Netzwerks (Agiles Netzwerk Digitale Innovation) trafen sich im Wasserturm Stromeyersdorf in Konstanz zum Round-Table-Gespräch mit Kommune21.
Weitere FirmennewsAnzeige

Citrix: Die Digitale Transformation der Verwaltung ist machbar
[21.5.2019] Bereits 2013 verabschiedete der Bundestag das E-Government-Gesetz (EGovG). Bisher gibt es aber nur wenige Anwendungen, über die die Bürger oder Auftragnehmer mit der Verwaltung interagieren können. Analoge und langsame Verwaltungsprozesse sind nicht nur für den Bürger ärgerlich. Auch Beamte wünschen sich digitale Arbeitsplätze. Dabei gibt es für den öffentlichen Sektor längst gute Lösungen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

Advantic
Axians Infoma GmbH
89081 Ulm
Axians Infoma GmbH
TEK-Service AG
79541 Lörrach-Haagen
TEK-Service AG
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
LogoData ERFURT GmbH
99084 Erfurt
LogoData ERFURT GmbH
Aktuelle Meldungen