Wolfsburg:
Lade-Infrastruktur besser planen


[29.11.2019] Wolfsburg macht Lademöglichkeiten für Elektroautos besser sicht- und planbar: Das Informationssystem GEOLIS ermöglicht es, Daten zur Lade-Infrastruktur online über den Stadtplan abzurufen. Anbieter sollen darauf auch sehen können, wo es Bedarf für neue E-Ladesäulen gibt.

Welche Ladepunkte in der Stadt sind besonders gefragt? Für Ladesäulenanbieter ist das mit Blick auf künftige Bauprojekte wichtig zu wissen. Darum hat die Stadt Wolfsburg mit GEOLIS ein eigenes Informationssystem für die Lade-Infrastruktur im Stadtgebiet weiterentwickelt, mit dem auch der Strukturausbau geplant werden kann. Wie die niedersächsische Kommune mitteilt, basiert GEOLIS auf dem Geo-Informationssystem der Stadt und besteht aus zwei Anwendungen. Seit Anfang 2019 werden der aktuelle Bestand sowie Planungen für die öffentlich zugängliche Lade-Infrastruktur erfasst. „Wir konnten bereits ein Netzwerk aus den wesentlichen Akteuren und Multiplikatoren in der Stadt wie der Volkswagen AG, den Wohnungsbauunternehmen, den Stadtwerken, den Wirtschaftsförderungsgesellschaften und dem Netzbetreiber etablieren, in dem sich zu Bestand und Planungen für Lade-Infrastruktur ausgetauscht wird. Mit dem GEOLIS können die Informationen präzise im Geo-Informationssystem abgebildet werden. Eine abgestimmte Weiterentwicklung der Lade-Infrastruktur wird somit möglich“, erklärt Ralf Sygusch, Leiter des Referats Strategische Planung, Stadtentwicklung, Statistik, welches GEOLIS gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Informationstechnologie der Stadt umgesetzt hat.

Heatmap zeigt Potenzial

Ab Dezember soll eine Heatmap das Angebot ergänzen und zeigen, wo sich der Ausbau der Lade-Infrastruktur besonders lohnt, kündigt Wolfsburg an. GEOLIS errechne dazu aus Einzelwerten von Strukturdaten alle 100 mal 100 Meter auf der Stadtkarte einen Gesamtwert, der das Potenzial für eine neue Lademöglichkeit angibt. Aus den jeweiligen Gesamtwerten wird dann die Heatmap erstellt, eine grafische Darstellung deren Farbverlauf das Potenzial für einen neuen, öffentlich zugänglichen Ladepunkt anzeigt. Die einbezogenen Strukturdaten sind beispielsweise die Bevölkerungsdichte im Geschosswohnungsbau, die Verkaufsfläche des Einzelhandels, Daten zur Anzahl von Transformatoren des Netzbetreibers, die Anzahl der beschäftigten Personen am Standort, Parkplätze, das Verkehrsaufkommen sowie die Anschlussstellen von Autobahnen. Kämen in einer Zelle von 100 mal 100 Meter also zum Beispiel viele Parkplätze, eine hohe Einwohnerdichte, ein Einzelhandelsangebot und genügend Stromnetzkapazitäten zusammen, würde der Gesamtwert, der so genannte Heatwert, der Zelle und damit das Potenzial für neue Lade-Infrastruktur wachsen.

Informationsangebot für alle

Bisher werden die Einzelwerte gleich gewichtet, heißt es aus Wolfsburg, ein Parkplatz ist also für den Gesamtwert je Zelle genauso bedeutend wie ein Einzelhandelsangebot. Ob eine andere Gewichtung nötig wird, sollen Erfahrungen mit dem System zeigen. Bisher bilde GEOLIS den Bedarf für Schnellladeinfrastruktur, ab 50 Kilowatt Ladeleistung, ab. Im nächsten Schritt soll eine Heatmap auch den Bedarf für Normalladepunkte zeigen. Hierfür beziehe man teils andere Einzelwerte in die Berechnung ein. „Mit der Darstellung des Bestands an Ladepunkten wollen wir ein Informationsangebot für alle Interessierten in und außerhalb Wolfsburgs schaffen. Die neue Heatmap soll aktuellen und künftigen Betreibern und Investoren von Lade-Infrastruktur schnell ersichtlich machen, wo Potenziale für neue Ladepunkte in der Stadt liegen. Ein solches Angebot seitens einer Kommune ist bisher neu“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs.
Wie die Stadt mitteilt, wächst die Zahl der Elektrofahrzeuge in Wolfsburg stetig, man geht deswegen bereits ab dem kommenden Jahr von einer stark steigenden Nachfrage nach Ladepunkten aus. Gemeinsam mit Volkswagen wurde das strategische Ziel definiert, bis zum Jahr 2025 einen Anteil von 50 Prozent Elektrofahrzeuge im Fahrzeugbestand zu erreichen.
GEOLIS ist im Online-Stadtplan der Stadt Wolfsburg unter dem Reiter Elektromobilität zu finden. (co)

Geoportal der Stadt Wolfsburg (Deep Link)

Stichwörter: Geodaten-Management, Wolfsburg, GEOLIS, Lade-Infrastruktur



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geodaten-Management
AGIS: Tagung zu GeoAS
[20.2.2020] Das Unternehmen AGIS präsentiert auf der GeoAS-Tagung im März seine neuesten Entwicklungen aus dem Bereich Geodaten-Management. mehr...
Niedersachsen: Vektor- und Rasterdaten im Angebot
[18.2.2020] In Niedersachsen können neben amtlichen Kartenauszügen jetzt auch Vektor- und Rasterdaten online bestellt, bezahlt und heruntergeladen werden. mehr...
Leverkusen: Bebauungspläne online einsehbar
[13.2.2020] Ab jetzt können die Bebauungspläne der Stadt Leverkusen im Internet eingesehen werden. Ein datenbankgestütztes Geoportal ermöglicht sowohl die Übersicht wie auch die detaillierte Darstellung der Pläne. mehr...
Soest: Potenzial präziser Daten Bericht
[27.1.2020] Das Projekt 3D-Stadtmodell Soest hebt Open Data auf ein neues Level: Die Präzision des Modells eröffnet die Möglichkeit, Apps aufzuschalten, die nicht nur von der Verwaltung, sondern auch von Bürgern und Unternehmen genutzt werden können. mehr...
Bauvorhaben können im Soester 3D-Modell in die Stadtansicht eingefügt werden.
Rheingau-Taunus-Kreis: Zuwachs an digitalen Services
[10.1.2020] Im Zuge des OZG werden auch im Rheingau-Taunus-Kreis immer mehr Bürgerservices digital verfügbar, dazu zählen ein Standesamtsportal und ein Online-Sozialportal für Eltern. Ein Förderbescheid unterstützt zudem den Ausbau einer kreisweiten Geodaten-Infrastruktur. mehr...
Suchen...

 Anzeige

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Geodaten-Management:
OrgaSoft Kommunal GmbH
66119 Saarbrücken
OrgaSoft Kommunal GmbH
con terra GmbH
48155 Münster
con terra GmbH
brain-SCC GmbH
06217 Merseburg
brain-SCC GmbH
ekom21 – KGRZ Hessen
35398 Gießen
ekom21 – KGRZ Hessen
Aktuelle Meldungen