Hessen:
Überregionale Städtekooperation


[9.3.2022] Sechs Städte aus ganz Hessen bilden eine interkommunale Kooperation, um Digitalisierungsprojekte gemeinsam umzusetzen. Das Projekt Digitale Kommune@Hessen wird vom Land mit über vier Millionen Euro gefördert.

Sie liegen nicht im gleichen Landkreis, sondern quer über Hessen verteilt. Dennoch haben sich die Städte Offenbach, Marburg, Gießen, Limburg, Fulda und Wetzlar zu einer interkommunalen Zusammenarbeit mit dem Namen Digitale Kommune@Hessen zusammengeschlossen, um künftig gemeinsam Digitalisierungsprojekte umzusetzen. Wie das Digitalministerium mitteilt, hat Digitalministerin Kristina Sinemus bereits für drei Projekte Förderbescheide aus dem Smart-City-Programm „Starke Heimat Hessen“ überreicht. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke erhielt 1,237 Millionen Euro für das Projekt Open Smart Cities. Des Weiteren bekam Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies einen Bescheid über 720.000 Euro. Mit dem Geld soll ein E-Government-Service- und Analyse-Dashboard erstellt werden. Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher erhielt 2,18 Millionen Euro für das Projekt Total Digital.
„Es ist eine außergewöhnliche Kooperation der sechs Kommunen. Denn meistens erfolgt eine Zusammenarbeit nach räumlicher Nähe. Hier aber hat man sich wegen gemeinsamer Interessen und Ziele zusammengefunden. Das finde ich toll und daher fördern wir die drei Projekte besonders gern“, sagte die Ministerin. „Smarte Städte und Regionen in der Fläche und nicht nur in Pilotgebieten sind unsere Vision für Hessen 2030. Und Verwaltung soll künftig so aufgestellt sein, dass sich die Dienstleistungen besser in den Alltag der Menschen integrieren und Verwaltung als attraktiver und moderner Arbeitgeber wahrgenommen wird. Die drei Projekte sind daher wichtige Bausteine auf dem Weg zu unseren Zielen.“
Bei allen drei Projekten ist vorgesehen, die Ergebnisse oder sogar Blaupausen auch anderen Kommunen zur Verfügung zu stellen.

Datennutzung für Stadt und Gesellschaft

Mit dem Projekt Open Smart City wollen die Kommunen Offenbach, Marburg, Gießen und Wetzlar bis Ende 2023 Datenbestände der Kommunen systematisch erheben und nutzbar machen. Dies erfolgt durch die Konzeption und den Aufbau eines Open Smart-City-Ökosystems, das an den Zielen der Stadtentwicklung orientiert eine nachhaltige Datennutzung für Stadt und Gesellschaft etablieren soll. Als Kernelemente sind ein Open-Data-Portal sowie eine Open Smart City App geplant. Mit diesem Vorhaben kommen die beteiligten Kommunen nicht nur neuen gesetzlichen Regelungen nach. Sie wollen es durch offene Dateninfrastrukturen ihren Bürgern auch ermöglichen, die Digitalisierung in den Kommunen aktiv mitzugestalten. Im Rahmen der Projektumsetzung ist laut der Pressemeldung des Digitalministeriums ein enger Austausch mit weiteren Kommunen und bestehenden Open-Data-Initiativen in Hessen und deutschlandweit geplant.

Wie gut kommen OZG-Leistungen an?

Das E-Government-Service- und Analyse-Dashboard (eGovSAD), das unter Federführung Marburgs bis Ende 2023 entstehen soll, ist als offene Plattform geplant, mit der Nutzungskennzahlen, Nutzungsfeedback und Web-Nutzungsanalysen generiert und anschaulich dargestellt werden können. Dies wird unter anderem durch die OZG-Umsetzung nötig, denn dabei werden bei den Kommunen in kurzer Zeit eine Vielzahl an Online-Services in Betrieb genommen. Bisher sind über die Nutzungshäufigkeit einzelner Leistungen, Nutzungsabbrüche, Zahlungsarten und genutzten Authentifizierungsarten nur fragmentarische oder gar keine Informationen vorhanden, obwohl diese dabei helfen können, das Online-Angebot nutzerfreundlich zu gestalten. Mit dem Dashboard als Schnittstelle kann jede Kommune Nutzungszahlen aus vielen verschiedenen technischen Umsetzungen als Open Data maschinenlesbar bereitstellen. Dadurch versprechen sich die sechs Kommunen laut der Presseinformation einen Mehrwert an Transparenz, Optimierung, Standardisierung und Partizipation bei der Verwaltungsdigitalisierung in den Fachämtern sowie bei den Bürgern. Das eGovSAD Dashboard soll nach Ablauf der Förderphase in den Standard der Digitalisierungsplattform Civento aufgenommen werden, die allen hessischen Kommunen zur Verfügung steht.

Vier Themenfelder auf einen Streich

Mit dem dritten Projekt Total Digital werden bis Mitte 2024 unter Federführung Gießens gleich vier Themenfelder der Verwaltungsdigitalisierung in einem ganzheitlichen Ansatz verfolgt. In einem Virtual Competence Center sollen die unterschiedlichen Kompetenzen der sechs Kommunen gebündelt werden. Ziel sei es, die gemeinsame Effizienz zu steigern und die Gesamtkosten zu minimieren. Umgesetzt werden soll das Vorhaben in Form von Kompetenz-Clustern und im Zuge eines interkommunalen Qualifizierungsprogramms, heißt es in der Pressemeldung des Digitalministeriums. Mit einer Workflow-Automation soll die Effizienz in den Fachämtern durch konsequente Nutzung und Erweiterung der Plattform Civento sowie durch Robotic Process Automation gesteigert werden. Durch die (Teil-)Automatisierung von Routinetätigkeiten sollen die Beschäftigten entlastet und die Bearbeitungszeit verkürzt werden. Der dritte Fokus liegt daher auch auf der besseren Integration von Civento, um elektronische Aktensysteme zu verzahnen und Medienbrüche zu überwinden. Und als viertes wird ein Digital Transfer Forum angestrebt, in das Beschäftigte der Verwaltung frühzeitig einbezogen werden und in dem Wissen an sie vermittelt wird. (sib)

https://www.digitales.hessen.de

Stichwörter: Smart City, Hessen, Digitale Kommune@Hessen, interkommunale Kooperationen, Civento, eGovSAD



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Deutscher Städtetag: Smarte Kommunen nachhaltig fördern
[6.7.2022] Der Deutsche Städtetag hat ein Positionspapier zur Förderung der Digitalisierung in Kommunen veröffentlicht. Der Spitzenverband beklagt darin, dass Smart-City-Projekte ohne kommunale Vernetzung umgesetzt würden. So entstehe ein Flickenteppich aus technischen Einzellösungen. mehr...
Smart Citys gezielt fördern: Aus einzelnen Leuchttürmen soll ein Lichtermeer entstehen.
Hamburg/The New Institute: Partnerschaft für die digitale Zukunft
[5.7.2022] Die Freie und Hansestadt Hamburg kooperiert künftig mit The New Institute im Bereich Datendemokratie und Nachhaltigkeit. Das erste geplante Projekt nutzt Fahrrad- und Mikromobilitätsdaten. Es soll europaweiten Modellcharakter für die Datenteilung staatlicher und privater Akteure haben. mehr...
Heidelberg: Virtuelles Bürgeramt
[5.7.2022] Heidelberg eröffnet ein virtuelles Bürgeramt. Per Video-Call können die Bürgerinnen und Bürger hier das persönliche Gespräch mit Sachbearbeitenden suchen, ohne das Amt vor Ort aufsuchen zu müssen. Zahlreiche Verwaltungsdienstleistungen können sie somit von Zuhause aus in Anspruch nehmen werden. mehr...
Heidelberg eröffnet mit dem virtuellen Bürgeramt eine digitale Außenstelle der Stadtverwaltung.
Lübeck: Neue Smart-City-Plattform
[1.7.2022] Auf einer neuen Smart-City-Plattform präsentiert die Hansestadt Lübeck intelligente Lösungen rund um Mobilität, Klimaschutz, Umwelt und Energie. Auch LoRaWAN-Daten werden hier visualisiert, sodass sich die Bürger beispielsweise über aktuelle Wassertemperaturen, Parkplatzbelegungen oder den Standort von E-Ladesäulen informieren können. mehr...
Norderstedt: Smart-City-Offensive nimmt Fahrt auf
[30.6.2022] Die Stadt Norderstedt im Süden Schleswig-Holsteins will smart werden. Gemeinsam mit Akteuren der Stadtgesellschaft wurden digitale Projekte entwickelt, die zeitnah umgesetzt werden sollen. Darüber hinausgehende Vernetzungen, die laufende Prozesse aufgreifen, werden angestrebt. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

Rechnungsbearbeitung in Kommunen: Weitere Schritte für die Automatisierung von Rechnungen
[20.6.2022] Beim Thema Rechnungsbearbeitung ist für Kommunen noch lange nicht Schluss in Sachen Automatisierung. Es zeichnen sich bereits die nächsten Schritte ab, wie öffentliche Verwaltungen ihre internen kaufmännischen Abläufe im Sinne eines bürgerfreundlichen eGovernments weiter optimieren können. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Aktuelle Meldungen