Berlin:
Tempo bei der Glasfaserversorgung


[6.3.2024] Im Rahmen seiner Gigabitstrategie strebt Berlin ein flächendeckendes Glasfasernetz an, vor allem durch eigenwirtschaftlichen Ausbau. Zu den insgesamt 12 Partnerunternehmen gehören OXG und Vodafone, die rund eine Milliarde Euro investieren wollen.

Vodafone und OXG starten eine große Glasfaseroffensive in Berlin.


Die Versorgung mit Glasfaseranschlüssen in der Bundeshauptstadt steigt: 95,3 Prozent aller Haushalte hatten nach Angaben der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zum Ende des Jahres 2023 Zugang zum Gigabitnetz. Damit erreiche Berlin bundesweit einen Spitzenwert. Gleichzeitig wurde auch das Glasfasernetz in der Hauptstadt deutlich ausgebaut. Verfügten im Jahr 2022 noch insgesamt 373.000 Haushalte über einen Zugang zum Glasfasernetz, stieg ihre Zahl im Jahr 2023 auf insgesamt 741.000. Damit verfügt Berlin aktuell über eine Glasfaserabdeckung von 34,2 Prozent, gegenüber 17 Prozent im Jahr 2022. Diese Zahlen präsentierte Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, bei einer Sitzung des Lenkungskreises Gigabitstrategie in Berlin. Der Berliner Senat hält online einen Gigabit-Monitor vor, mit dem der Ausbaufortschritt im Detail verfolgt werden kann (wir berichteten).

Bis 2028 flächendeckend

Im Rahmen seiner 2021 beschlossenen Gigabitstrategie (wir berichteten) verfolgt das Land Berlin das Ziel einer flächendeckenden Glasfaserversorgung. Im Jahr 2028 sollen alle 2,2 Millionen Haushalte und Gewerbeeinheiten im gesamten Stadtgebiet über einen Zugang zum Glasfasernetz verfügen. Die Gigabitstrategie des Landes Berlin setzt auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau der Netze durch Partnerunternehmen. Die Umsetzung wird seit März 2022 von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Zusammenarbeit mit Strategiepartnern der Telekommunikationsbranche koordiniert. Gemäß ihren Ausbauprognosen, die aktuell für die erste Hälfte des laufenden Jahres vorliegen, soll die Zahl der Glasfaseranschlüsse in Berlin weiter stark wachsen und Ende 2024 die Eine-Million-Marke überschreiten.
Um dieses Ziel zu erreichen, geht der Senat einen Schritt zur Entbürokratisierung der Antragsprozesse. Diese seien bereits komplett digital, seit Anfang März 2024 müssen geringfügige Baumaßnahmen wie bei der Glasfaserverlegung nicht mehr beantragt, sondern nur noch angezeigt werden. „Diese Maßnahmen und die zusätzlichen Ausbaupläne der neuen Strategiepartner bringen starken Schub auf unserem Weg zur Gigabit-Hauptstadt“, sagt Senatorin Giffey.

Neue Strategiepartner planen zusätzlich eine Million Anschlüsse

OXG, das im März 2023 gegründete Glasfaser-Joint-Venture von Vodafone und Altice, hat als neues Strategiepartnerunternehmen anlässlich der Sitzung des Lenkungskreises gemeinsam mit Vodafone Deutschland einen Ausbau von zusätzlichen 900.000 Glasfaseranschlüssen mit FTTH (Fibre to the Home) für Berlin angekündigt. Dafür investieren OXG und Vodafone bis zu einer Milliarde Euro. Der Fokus soll dabei auf den Außenbezirken liegen. Ebenfalls neu als Strategiepartner hinzugekommen ist Open Infra. Das schwedische Unternehmen mit Sitz in Brandenburg will 50.000 Glasfaseranschlüsse in Berlin umsetzen und beginnt mit der Planung in Steglitz-Zehlendorf. Neu im Strategiepartnernetzwerk ist auch die Deutsche Glasfaser, die in Berlin 50.000 Glasfaseranschlüsse verlegen will. Diese Ausbauvorhaben kommen zusätzlich zu den Ausbauplänen im Umfang von 3,5 Millionen Glasfaseranschlüssen der bisherigen neun Strategiepartner. Dazu gehören die Kommunikationsunternehmen Colt Technology Services, Deutsche GigaNetz, DNS:NET (wir berichteten), Deutsche Telekom, GlobalConnect, Tele Columbus, 1und1 Versatel, Vattenfall Eurofiber und Vodafone Deutschland. (sib)

https://gigabit.berlin.de/gigabitmonitor.php
https://www.oxg.de
https://de.openinfra.com

Stichwörter: Breitband, Vodafone, OXG, Open Infra, Glasfaser, Berlin

Bildquelle: Vodafone | OXG | Daniel Hofer

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