Smart City:
Emden zählt zu den Vorreitern


[22.11.2019] Emden platziert sich erneut unter den Top 20 im Smart City Ranking „Digitales Deutschland“ des Unternehmens Haselhorst Associates. Punkten konnte die ostfriesische Hafenstadt beispielsweise mit dem Ausbau des Glasfasernetzes und mit smarten Projekten zu den Themen Elektromobilität, intelligenter Energieverbrauch und Stadt-App.

Emden ist unter den Top 20 Smart Citys im diesjährigen Smart City Ranking „Digitales Deutschland“. Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat das Ranking erstellt. Darin schafft es die Seehafenstadt in Ostfriesland bereits zum zweiten Mal unter die ersten 20. Wie die Stadtwerke Emden mitteilen, sind für das Ranking 400 deutsche Städte mit über 30.000 Einwohnern im Bereich Smart City verglichen worden, um den Handlungsbedarf der Kommunen zu erkennen. Neben Norderstedt konnte sich nur Emden als mittelgroße niedersächsische Stadt so weit vorne im Ranking platzieren. „Smart City bedeutet, das Leben der Menschen zu verbessern und gleichzeitig die Stadt als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen“, sagt Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden. Ackermann ist auch Initiator einer Smart City Roadmap, mit deren Umsetzung die Seehafenstadt bereits 2016 begonnen hat. „Alle begonnenen Projekte wurden im letzten Jahr weiter vorangetrieben“, heißt es in Emdens Beurteilung. So zum Beispiel der Ausbau des Glasfasernetzes. Emden habe im vergangenen Jahr Gewerbegebiete mit Glasfaser versorgt und dieses Jahr in der Innenstadt begonnen. Dafür planen die Stadtwerke Ausgaben von rund 45 Millionen Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre, heißt es aus Emden. Der Ausbau sei unverzichtbar, um das Projekt Smart City Emden realisieren und dafür alle wichtigen Bereiche des Alltagslebens digitalisieren zu können.

Umstellung auf Elektrofahrzeuge

Die neuesten Entwicklungen in Emden sind wesentlich von VW beeinflusst, informiert die Stadt. Der Konzern plane dort in Zukunft ausschließlich Elektrofahrzeuge zu produzieren, ab 2023 sollen 600.000 Stück vom Band rollen. „Auch hier hat Emden vorausgedacht und früh hervorragende Voraussetzungen für die CO2-neutrale Produktion von Elektrofahrzeugen und Batterien vor Ort zu schaffen“, berichtet Jürgen Germies, Partner bei Haselhorst Associates. Der frühzeitige Start mit der Smart City Roadmap erweise sich als Glücksfall, da eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge 2016 noch nicht abzusehen war. So sei Emden in der Lage gewesen, sofort nach der Entscheidung von VW zu handeln und die weitreichenden Veränderungen in der Stadt vorzubereiten. Zum Beispiel rechnet Ackermann damit, dass viele VW-Beschäftigte rasch auf die neuen E-Autos ihres Arbeitgebers umsteigen werden. Dazu erklärt er: „Wir haben ganze Straßenzüge, in denen fast nur VW-Angestellte wohnen. Wenn die nach der Schicht alle gleichzeitig ihre Fahrzeuge laden, muss das Stromnetz entsprechend vorbereitet sein.“ Um einen Kollaps zu verhindern, ertüchtigen die Stadtwerke das Netz derzeit per Stresstest, wie es im Fachjargon heißt. Dazu werden Übungen abgehalten, in denen unregelmäßige Stromnachfrage und die Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom simuliert werden.

Anwendungen zentral steuern

Beim Projekt „Intelligente Energiestadt“ hat Emden seit zwei Jahren mit Siemens einen starken Partner an der Seite (wir berichteten). Der Technologiekonzern erprobt in Ostfriesland im Kleinen, was eines Tages in großen Städten auf der ganzen Welt funktionieren soll. Ziel ist eine IT-Architektur, in der Energieversorgung, Verkehrs- und Parkraum-Steuerung sowie die Kommunikation mit Gebäuden ein Ganzes bilden. Fallen beispielsweise kurzzeitig die Temperaturen ab, könne man bereits heute die Heizungen in den Schulen und Turnhallen ganz einfach von der Schaltzentrale bei den Stadtwerken aus steuern. Emden berichtet außerdem von Fortschritten mit der neuen Stadt-App Keptn. Sowohl vom Smartphone als auch vom PC aus kann man sich via Keptn über die Stadt, den aktuellen Verkehr, Umleitungen und freie Parkplätze informieren. Neuerdings gebe es zudem die Möglichkeit, mit der App in über 40 Emdener Geschäften Gutscheine zu kaufen, die in allen beteiligten Geschäften und Restaurants eingelöst werden können. Dazu sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Ackermann: „Was Amazon im Großen macht, machen wir im Kleinen. Dann bleibt das Geld in der Stadt, und davon profitieren alle.“ Dabei habe die Resonanz der Emder Bevölkerung auf dieses bisher einmalige Angebot alle Erwartungen übertroffen. Rund 4.000 Nutzer hätten die Seite in ständiger Benutzung, dazu würden pro Woche 20.000 Zugriffe registriert. (co)

https://www.emden.de

Stichwörter: Smart City, Emden, Digitales Deutschland, Haselhorst Associates, Breitband, Glasfaser, E-Mobilität, Apps, Stadtwerke Emden, VW, Siemens



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

handelsblatt2204-banner
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
DKSR: Einfacher smart werden
[17.5.2022] Das Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen (DKSR) hat ein neues Web-Portal lanciert, das Städten und Regionen die Umsetzung digitaler, datenbasierter Lösungen erleichtern will. Das Portal DKSR.square will kommunale Akteure untereinander, aber auch Kommunen mit Unternehmen vernetzen. mehr...
Bamberg: Drohne scannt Baumgesundheit
[17.5.2022] Mit dem Smart-City-Projekt BAKIM soll die Pflege des Stadtgrüns in Bamberg verbessert werden. Eine Drohne erhebt zu diesem Zweck erste Daten über den Gesundheitszustand der Bäume. Eine KI-gestützte Auswertung folgt. mehr...
In Bamberg starten Drohnenbefliegungen für die städtische Baumpflege.
Essen: Stadtbäume smart bewässern
[16.5.2022] Zur Optimierung des Bewässerungsmanagements hat die Stadt Essen gemeinsam mit der Universität Trier die Lösung TreeCop entwickelt. Die Kombination aus Bodenfeuchtesensoren und Copernicus-Satellitendaten soll dazu beitragen, die Ressourcen Wasser und Personal zielgerichteter einzusetzen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. mehr...
Smarte Wasserversorgung für Essener Stadtbäume.
Kaiserslautern: Land fördert die herzlich digitale Stadt
[4.5.2022] Erneut hat die herzlich digitale Stadt Kaiserslautern einen Förderbescheid vom rheinland-pfälzischen Innenministerium erhalten. Damit wird die dritte Phase des Smart-City-Projekts unterstützt. mehr...
Rheinland-Pfalz: Innenminister Roger Lewentz überreicht den Fördermittelbescheid für die herzlich digitale Stadt Kaiserslautern.
Lahr: Bäume passgenau bewässern
[4.5.2022] LoRaWAN-Technik soll künftig eine passgenaue Bewässerung von Grünanlagen in Lahr ermöglichen. Erste Sensoren wurden nun für ein Pilotprojekt installiert, die in unterschiedlichen Tiefen die Bodenfeuchtigkeit messen. Ein Dashboard stellt die ermittelten Werte übersichtlich dar. mehr...
bnNETZE setzt bei der Bewässerung von Grünanlagen auf die LoRaWAN-Technik.
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Invoicing: Was 2022 auf Kämmereiabteilungen zukommt
[2.5.2022] Annahme und Verarbeitung von E-Rechnungen, Portallösungen und PEPPOL, das neue Umsatzsteuerrecht für Kommunen – mit einigen dieser Themen haben Kämmereiabteilungen schon seit längerem zu tun, andere sind neu bzw. werden weiter ausgebaut. So bringt das laufende Jahr für alle in der kommunalen Verwaltung, die mit Steuern, Haushalt und Finanzen zu tun haben, technische wie auch gesetzliche Neuerungen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

vereon2204-cont

 Anzeige

vereon2204-cont

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022
Kommune21, Ausgabe 03/2022
Kommune21, Ausgabe 02/2022

IT-Guide PlusCC e-gov GmbH
21079 Hamburg
CC e-gov GmbH
Net at Work GmbH
33104 Paderborn
Net at Work GmbH
con terra GmbH
48155 Münster
con terra GmbH
Aktuelle Meldungen