Frankfurt am Main:
Schnelle Rettung im Notfall


[5.11.2019] Die Frankfurter Feuerwehr kann Menschen in Not jetzt über die neue Technologie Advanced Mobile Location (AML) ausfindig machen. Die verbesserte Geolokalisierung von Notrufen per Smartphone wird im Rahmen einer EU-Richtlinie kommendes Jahr für alle Länder verpflichtend.

Ein Unfall auf der Autobahn, ein Schlaganfall, ein Tourist ohne Ortskenntnis in Not – es gibt Situationen, in denen es für Betroffene schwer ist, den eigenen Standort zu bestimmen. Deswegen nutzt die Frankfurter Feuerwehr jetzt laut eigenen Angaben Advanced Mobile Location (AML), eine neue Technologie, die eine genaue und verlässliche Geolokalisierung des Anrufers erlaubt. Um die Technologie zügig einsetzen zu können, haben IT-Spezialisten der Feuerwehr kurzerhand eine eigene Software geschrieben. Karl-Heinz Frank, Direktor der Frankfurter Branddirektion, die auch den Rettungsdienst steuert, erklärt: „Im Notfall zählt jede Sekunde. Wir gehen davon aus, dass wir mit AML vielen Menschen in Not deutlich schneller helfen können.“
Bisher konnten Leitstellen für die Ortung bestenfalls auf die eher grobe Information von Funkmasten zurückgreifen, teilt die Frankfurter Feuerwehr in ihrer Pressemitteilung mit. Mit AML erhalten sie bei einem Anruf mit dem Smartphone automatisch bis auf wenige Meter genaue Standortdaten des Anrufers. AML ist keine App, sondern bereits in das Betriebssystem vieler Handys integriert. Die Schnittstelle sorgt dafür, dass GPS und WLAN automatisch aktiviert und der Aufenthaltsort innerhalb von rund 20 Sekunden übermittelt wird. Die Daten gehen an einen für ganz Deutschland zentralen AML-Endpunkt-Server, von dem die zuständige Leitstelle die Daten der Notrufe in ihrer Region abrufen kann. Die Information wird nach einem begrenzten Zeitraum automatisch gelöscht.

Grünes Licht vom Datenschutz

In die Planungen in Frankfurt wurde der Datenschutzbeauftragte der Stadt einbezogen. Sein Urteil entspricht dem der Datenschutzaufsichtsbehörden, die AML stellvertretend für die Bundesländer geprüft haben: Datenschutzrechtlich ist der Einsatz von AML im Rettungsdienst zulässig. Die verbesserte Geolokalisierung von Notrufen ist Bestandteil einer EU-Richtlinie, die im kommenden Jahr für alle Länder verpflichtend wird. Bereits flächendeckend im Einsatz ist die Technik unter anderem in Schweden, Estland und Belgien.
Noch funktioniert Advanced Mobile Location nicht für alle Notrufe, sondern nur für etwa 25 Prozent, berichtet die Frankfurter Feuerwehr. Bislang unterstützen in erster Linie Smartphones mit Android-Betriebssystem die Funktion. AML funktioniere zudem nicht, wenn ein Anrufer den Notruf 112 wählt, aber das Netz seines Mobilfunkbetreibers gerade nicht verfügbar ist. Dann ist nur der Sprachanruf möglich, aber keine weitere Datenübertragung. Und von einem älteren Handy, das kein Smartphone ist, werden auch keine GPS-Daten übertragen. Man sei sich aber sicher, dass AML schon jetzt in vielen Fällen und in der Zukunft noch häufiger einen entscheidenden Unterschied machen wird, so die Frankfurter Feuerwehr. Apple will die Schnittstelle in den kommenden Monaten in seinem iOS-Betriebssystem implementieren und immer mehr Smartphones lösen herkömmliche Geräte ab. (co)

http://www.feuerwehr-frankfurt.de

Stichwörter: Panorama, Frankfurt am Main, Advanced Mobile Location (AML)



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
Somacos: Nachschlage-App für Kommunalpolitiker
[10.7.2020] Das Unternehmen Somacos präsentiert seine neue Mandatos Wissen App. Das digitale Nachschlagewerk bedient sich aus dem Standardwerk „Praxiswissen für Kommunalpolitiker“. mehr...
Science Dialog 2020: Gewinner ausgezeichnet
[7.7.2020] Die drei Gewinnerprojekte des diesjährigen Science Dialogs liefern Impulse für die Verwaltungspraxis in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Altersmobilität und Cyber-Sicherheit. Prämiert wurden sie im Rahmen des Zukunftskongresses-digital. mehr...
Kreis Nordwestmecklenburg: Verwaltung soll digital lernen
[7.7.2020] Der Kreis Nordwestmecklenburg hat ein Lern-Management-System aufgebaut und zunächst zwei umfangreiche Angebote erstellt. Weitere Kurse sollen folgen. mehr...
Serie 10 Gebote für Kommunen: 10 – Wer nicht handelt, stirbt! Bericht
[6.7.2020] „5 Wege zum Machen“ empfiehlt Dominic Multerer Kommunen, um ins Handeln zu kommen und sich zukunftsorientiert aufzustellen. Auch eine Analyse oder Umfrage unter der Verwaltungsbelegschaft schlägt der Autor vor, um ein Stimmungsbild zur Neuausrichtung einzuholen. mehr...
Dominic Multerer
In eigener Sache: Juli-Heft von Kommune21 erschienen
[3.7.2020] Aufgrund der Corona-Krise stellt die K21 media AG alle aktuellen Print-Ausgaben von Kommune21 im PDF-Format kostenfrei und ohne Anmeldeschranke zum Download zur Verfügung. Jetzt kann die Juli-Ausgabe heruntergeladen werden. mehr...
Die Juli-Ausgabe von Kommune21 kann jetzt kostenlos heruntergeladen werden.
Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 7/2020
Kommune21, Ausgabe 6/2020
Kommune21, Ausgabe 5/2020
Kommune21, Ausgabe 4/2020
Kommune21, Ausgabe 3/2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Panorama:
AIDA ORGA GmbH
75391 Gechingen
AIDA ORGA GmbH
Aktuelle Meldungen