Würzburg:
Millionenförderung für Modellregion


[22.7.2021] Würzburg hat sich mit dem Konzept stadt.land.smart erfolgreich um eine Förderung im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities beworben. Ab Herbst will die Stadt gemeinsam mit dem zugehörigen Landkreis nun diverse smarte Projekte angehen.

Würzburg ist Smart-City-Modellkommune. Ab Herbst 2021 starten Stadt und Landkreis Würzburg einen fünfjährigen Prozess, in dem sie sich untereinander und mit den Bürgerinnen und Bürgern digital noch besser vernetzen sowie gemeinsam diverse smarte Projekte angehen wollen. Wie die Stadt Würzburg mitteilt, ist „stadt.land.smart“ die Überschrift des Gewinner-Konzepts, mit dem sich die Kooperationspartner um eine Förderung im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities beworben haben. Für deren dritte Staffel hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) das Motto „Gemeinsam aus der Krise: Raum für die Zukunft“ gewählt (wir berichteten). Das stadt.land.smart-Team (SLS) um Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standort-Marketing, und das Team der Kreisentwicklung des Landkreises um Michael Dröse konnte den Zuschlag holen. Eine fokussierte Bewerbung und das Herausstellen der Synergieeffekte mit dem Landkreis überzeugten die Jury, berichtet die Stadt in Bayern und kündigt an: Alle Projekte von stadt.land.smart werden darauf abzielen, „Menschlich aus der Krise“ zu kommen, also den Dialog mit der Bürgerschaft aufrechtzuerhalten – gerade auch mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Es gelte die soziale Resilienz zu stärken. Mit sowohl digitalen als auch analogen Angeboten solle sichergestellt werden, dass allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern der Zugang zu nutzerfreundlichen Angeboten ermöglicht werde. Von der Nachbarschaftshilfe bis zu Leihgeräten gebe es viele Ideen und Bausteine, die nun zu einem Konzept ausgearbeitet werden müssen.
„Die Regionen um die Single-Hauptstadt Würzburg möchte in fünf Jahren ein Spezialist in der Prävention von Vereinsamung werden“, sagt Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Aufgrund der Skalierbarkeit der Projekte könnten dann auch andere Kommunen mit ähnliche Problemstellung von den Erfahrungswerten und den konkreten smarten Anwendungen profitieren, da sie auf Open-Source-Basis beruhen.

Wichtiger Impuls in Richtung smarte Region

„Die aktuelle Situation hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass wichtige Informationen und Angebote heute nicht alle Bürgerinnen und Bürger in dem Maße erreichen, wie wir uns das idealerweise vorstellen“, erklärt der Würzburger Oberbürgermeister weiter. „Krisen hängen manche Menschen ab. Wir wollen das nicht akzeptieren und viele Facetten der Bürgerbeteiligung entgegensetzen.“
Der Stadt zufolge setzt der Gewinnerantrag noch weitere Schwerpunkte. Dazu zählen kommunale Anpassungen im Sinne des Klimaschutzes, die Vernetzung der Verwaltung nach innen oder der Ausbau der bestehenden Open-Data-Plattform. Diese Plattform soll unter anderem Bürgerinnen und Bürgern den Zugriff auf öffentliche Daten erleichtern. Landrat Thomas Eberth sieht die Zusammenarbeit als wichtigen Impuls in Richtung smarte Regionen: „Als eine der Modellregionen in Deutschland sollen Stadt und Landkreis Würzburg nicht nur für die Bürger der Region noch besser aufgestellt sein. Es sollen viele Zukunftsthemen bearbeitet werden, welche die Bürgergesellschaft, das ehrenamtliche Engagement und damit das Leben der Bürger insgesamt smarter machen.“
Die Stadt berichtet, dass der gesamte Finanzrahmen des Projekts voraussichtlich bei rund 16 Millionen Euro liegen wird. Rund zwei Drittel davon (rund elf Millionen Euro) werden nun der Stadt zugeordnet sein, ein Drittel dem Landkreis (rund fünf Millionen Euro). Die Eigenmittelquote liege bei 35 Prozent. Die Stadt werde demnach – verteilt auf fünf Haushalte – rund vier Millionen Euro finanzieren, der Landkreis lege noch einmal rund zwei Millionen Euro oben drauf.
Konkrete erste Schritte konzentrieren sich in den nächsten Wochen auf die Zusammenstellung des nun zu verstärkenden stadt.land.smart-Teams. Weiter sollen eine gemeinsame Kommunikationsstruktur aufgebaut und Details für die Strategiephase geplant werden, in der auch die Bürgerinnen und Bürger intensiver einbezogen werden sollen. Nach der zwölfmonatigen Strategiephase, in der Maßnahmen erarbeitet und konkretisiert werden, gehe es in eine vierjährige Umsetzungsphase. (th)

http://www.wuerzburg.de/stadt-land-smart

Stichwörter: Smart City, Würzburg, Kreis Würzburg, Modellprojekte Smart Cities

Bildquelle: Congress-Tourismus-Würzburg, Fotograf: A. Bestle

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
ekom21: Urbane Datenplattform für Frankfurt
[4.10.2022] Der größte kommunale IT-Dienstleister in Hessen, ekom21, richtet eine Datenplattform für die Stadt Frankfurt ein. Dort sollen Informationen für Politik und Verwaltung, aber auch für die Bürger zusammengefasst und visualisiert werden. Die Plattform soll noch 2022 online gehen. mehr...
Frankfurts Digitalisierungsdezernentin Eileen O'Sullivan und ekom21-Geschäftsführer Matthias Drexelius bei der Vertragsunterzeichnung.
Dresden: Schulen sparen Intelligent Heizenergie
[30.9.2022] Durch das Zusammenspiel von moderner Sensortechnik und engagierten Menschen können in Dresdens Schulgebäuden ein Drittel an Heizenergie eingespart werden. Dies ist das Ergebnis des EU-Projekts MAtchUP, das anhand einer Dresdener Grundschule durchgeführt wurde. mehr...
Smart City Index 2022: Hamburg erneut auf Platz eins
[22.9.2022] Details zum Smart City Index 2022 hat jetzt der Digitalverband Bitkom bekannt gegeben. Zum vierten Mal in Folge belegt Hamburg in dem Ranking der deutschen Großstädte Platz eins. Spitzengruppe und Verfolger rücken allerdings enger zusammen. mehr...
Hamburg belegt auch im Jahr 2022 Platz eins im Smart City Index des Digitalverbands Bitkom.
Smart City Studie 2022: Städte verpassen die Digitalisierung
[22.9.2022] Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat ihr Smart-City-Ranking 2022 publiziert. Dafür wurden 407 der größten Städte Deutschlands untersucht. Ähnlich wie im Vorjahr lautet das Fazit: Die Umsetzung von Smart-City-Maßnahmen geht zu zögerlich voran und stagniert sogar. mehr...
Göttingen: Sensoren messen Wasserpegel
[20.9.2022] Ob es zu Hochwasser entlang der Flüthe kommt, will die Stadt Göttingen künftig in Echtzeit erfahren. Entlang des Flusses werden deshalb Sensoren installiert, die den Pegelstand messen und diese Daten per LoRaWAN übermitteln. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

DigitalPakt Schule 2.0: Standards für mehr Tempo in der digitalen Bildung
[30.9.2022] Mit verbesserten Förderstrukturen wäre eine Neuauflage des DigitalPakts 2.0 eine große Chance für die Beschleunigung der Digitalisierung an Schulen. In seiner aktuellen Form erschweren aufwändige Ausschreibungsverfahren, dass Schulen die Fördermittel nachhaltig einsetzen können. Welchen Vorteil hätten einheitliche Standards? mehr...

3-Way-Match in der Rechnungsprüfung: Der Weg zur No-Touch-Buchung
[26.9.2022] Die Messe Stuttgart hat sich gleich nach ihrem Wechsel auf S/4HANA eines weiteren wichtigen Themas angenommen: der Einrichtung einer ganzheitlichen und SAP-integrierten P2P-Lösung. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2022
Kommune21, Ausgabe 09/2022
Kommune21, Ausgabe 08/2022
Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
IT-Guide PlusCC e-gov GmbH
21079 Hamburg
CC e-gov GmbH
ITEBO GmbH
49074 Osnabrück
ITEBO GmbH
leanact GmbH
38106 Braunschweig
leanact GmbH
con terra GmbH
48155 Münster
con terra GmbH
Aktuelle Meldungen