Hamburg/BMDV:
Digital Twin für die Köhlbrandbrücke


[30.1.2024] Wie können Verkehrsinfrastrukturen – vor allem Brücken – wirtschaftlich saniert und erhalten werden? Dies untersucht das vom BMDV und der Stadt Hamburg gestartete Reallabor Digitaler Zwilling. Dort gewonnene Erkenntnisse sollen weiteren Projekten im Bundesfernstraßennetz zugutekommen.

Mit einem digitalen Zwilling soll die Instandhaltung der Köhlbrandbrücke wirtschaftlicher und nachhaltiger werden. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) startet in Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg das Reallabor Digitaler Zwilling. Grundlage ist das Pilotprojekt smartBRIDGE Hamburg – ein virtuelles Abbild der Hamburger Köhlbrandbrücke. Digitale Zwillinge ermöglichen in der Verkehrsinfrastruktur eine vorausschauende, nachhaltige Instandhaltung. Am Beispiel der Köhlbrandbrücke soll unter Realbedingungen und mit wissenschaftlicher Begleitung gezeigt werden, welches Potenzial digitale Zwillinge für die Erhaltung und den Betrieb einer Brücke haben.
„In der Vergangenheit wurde zu wenig getan, um unsere Straßen, Schienen und Brücken zu erhalten. Der digitale Zwilling eröffnet aussichtsreiche Methoden, um unsere Verkehrsinfrastruktur besser, effizienter und zielgerichteter zu planen, zu sanieren und zu erhalten – das gilt besonders für unsere Brücken, von denen viele modernisierungs- oder erneuerungsbedürftig sind“, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Konkret bezieht das virtuelle Modell Echtzeitdaten zu Zustand und Verhalten des Bauwerks über die dort installierten Sensoren. Hinzu kommen Daten aus der regelmäßigen Bauwerksprüfung und -diagnostik. Durch das digitale Zusammenspiel dieser Informationen kann schnell erkannt werden, wie stark die Belastung ist, an welchen Stellen Schäden drohen und wo rechtzeitig instandgesetzt werden muss. So werde das Verhalten der Brücke prognostizierbarer und es könne schneller reagiert werden, erläutert Wissing.

Grundlage für Sanierung des Bundesfernstraßennetzes

Mit Start des Reallabors veröffentlicht das BMDV auch eine umfassende Publikation zum Thema. In enger Kooperation mit der Hamburg Port Authority dokumentiert der Beitrag den vielversprechenden Ansatz zur vorausschauenden Instandhaltung, Basis ist das Pilotprojekt smartBRIDGE Hamburg. Einem interdisziplinären Team aus Bau- und Verkehrsingenieuren sowie IT-Spezialisten ist es gelungen, eine digitale Abbildung der Hamburger Köhlbrandbrücke zu erstellen, die nicht nur aktuelle Zustandsdaten und Befunde, sondern auch zu erwartende Wartungsmaßnahmen und Risikoeinschätzungen zusammenführt. Das BMDV prognostiziert, dass so auch die Nutzungsdauer der Konstruktionen verlängert werden kann. Der Einsatz des digitalen Zwillings erleichtert also nicht nur die Arbeit aller, die sich mit dem Erhalt der Infrastruktur beschäftigen, sondern ist auch nachhaltig und wirtschaftlich.
Die Publikation des BMDV will gleichzeitig die Grundlage für die Ausweitung des digitalen Zwillings auf die Sanierung des gesamten Bundesfernstraßennetzes schaffen. Dabei arbeitet das Ministerium eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen: Etwa 20 deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen werden im Rahmen des Projekts einbezogen. (sib)

BMDV-Publikation „Digitaler Zwilling von Brücken“ (Deep Link)
Zugang zum Reallabor und weiterführende Informationen (Deep Link)

Stichwörter: Smart City, Hamburg, BMDV, BIM

Bildquelle: lofik/123rf.com

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Wolters Kluwer: Erster Prompt-a-thon war erfolgreich
[14.6.2024] 
Beim ersten GovTech Prompt-a-thon von Wolters Kluwer erarbeiteten mehr als 30 Teilnehmende einen Tag lang mithilfe von generativer KI innovative Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Besonders überzeugen konnte die Fachjury am Ende eine KI-Lösung für den Meldedatenabgleich bei Verkehrsverstößen. mehr...
URBAN.KI: Innovationsinitiative geht an den Start
[11.6.2024] Die Innovationsinitiative des Deutschen KI-Instituts für Kommunen – URBAN.KI will gemeinsam mit Kommunen wegweisende Projekte umsetzen, die durch den KI-Einsatz Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung lösen. Das Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. mehr...
Darmstadt/Frankfurt am Main/Wiesbaden: Vision für ein Smartes Rhein Main 2030
[6.6.2024] Als Vorreiter einer neuen, digitalen Arbeitskultur in der Verwaltung sehen sich die Städte Darmstadt, Frankfurt am Main und Wiesbaden. Ihre Vision eines „Smarten Rhein Main 2030“ haben sie jetzt in einem gemeinsamen Papier zusammengefasst. mehr...
Die Stadt Frankfurt am Main will sich gemeinsam mit Darmstadt und Wiesbaden bis 2030 zum volldigitalen Leistungsanbieter entwickeln.
Solingen: Smarte Kommunikation im Krisenfall
[4.6.2024] Die Stadt Solingen ist Pilotkommune für das Projekt SMARTKRIS. Gemeinsam mit der TU Braunschweig soll getestet werden, wie die digitalen Kanäle der Stadt bestehende Warnsysteme effizient ergänzen können. 
 mehr...
Die digitalen Informationsstelen der Stadt Solingen sollen künftig für eine smarte Krisenkommunikation genutzt werden.
KI: Smarter Schutz vor Waldbränden Bericht
[3.6.2024] In Deutschland treten seit ein paar Jahren vermehrt Waldbrände auf. Entdeckt wurden sie oft erst, wenn sie sich bereits ausgebreitet hatten. Schneller erkennt sie ein smartes Frühwarnsystem. Kombiniert mit einem langfristigen Waldmonitoring kann der Ausbruch von Bränden sogar ganz verhindert werden. mehr...
Ein smartes Frühwarnsystem kann dabei helfen, Waldbränden vorzubeugen.
Weitere FirmennewsAnzeige

Besuchersteuerung: Das neue Einbürgerungsgesetz stellt Behörden vor zusätzliche Herausforderungen
[12.6.2024] Am 27. Juni 2024 tritt das neue deutsche Einbürgerungsgesetz in Kraft. Damit verkürzt sich die Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung von derzeit acht auf fünf Jahre, bei besonderen Integrationsleistungen sogar auf bis zu drei Jahre. Demzufolge werden Ausländerbehörden künftig mehr Anträge auf Einbürgerung bearbeiten müssen. Allerdings stoßen bereits heute viele Ausländerbehörden an ihre Kapazitätsgrenzen. Magdalene Rottstegge, zuständig für das Business Development bei der SMART CJM GmbH, erläutert, wie Ämter das erhöhte Arbeitsaufkommen besser bewältigen können. mehr...

E-Rechnung: Für den Ansturm rüsten
[31.5.2024] Die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich kommt. Kommunen sollten jetzt ihre IT darauf ausrichten. Ein Sechs-Stufen-Plan, der als roter Faden Wege und technologische Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, kann dabei helfen. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
IT-Guide PlusCC e-gov GmbH
20097 Hamburg
CC e-gov GmbH
co.Tec GmbH
83026 Rosenheim
co.Tec GmbH
cit GmbH
73265 Dettingen/Teck
cit GmbH
Aktuelle Meldungen