Bad Belzig:
App für Smart Village


[12.12.2019] Seit August bündelt in Bad Belzig die Smart Village App verschiedene digitale Dienste und Angebote für die Bürger und Gäste der Stadt. 2020 soll die Open-Source-Lösung auf 20 weitere Kommunen in Brandenburg übertragen werden.

Bad Belzig: Launch der App mit Prominenz. Alles begann mit dem Smart-Village-Wettbewerb der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb). Die Stadt Bad Belzig reichte gemeinsam mit der Nachbargemeinde Wiesenburg/Mark und dem Coworking-Projekt Coconat eine Bewerbung ein und gewann – Bad Belzig wurde zur Modellkommune für die digitale Zukunft im ländlichen Raum gekürt (wir berichteten). „Die Idee einer App als zeitgemäßes digitales Angebot lag dann sehr schnell nahe“, sagt Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang. Die Brandenburger Staatskanzlei stellte 65.000 Euro für die Entwicklung zur Verfügung. Damit folgt das Projekt den strategischen Zielen der Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg, mit der die Landesregierung verstärkt digitale Schaufenster und Praxislabore unterstützen möchte.
Ein sechsköpfiges Team des Berliner IT-Unternehmens ikusei arbeitete insgesamt zehn Monate an der neuen Applikation für Bad Belzig. Im Gespräch mit lokalen Akteuren lotete ikusei-Geschäftsführer Philipp Wilimzig aus, welche Inhalte und Funktionen für die Region sinnvoll sind. „Die Erwartungen an die Inhalte der App waren enorm“, berichtet er. „Doch bei der ersten Version ging es zunächst darum, ein Grundgerüst zu erstellen, das benutzerfreundlich ist, mit vertretbarem Aufwand gepflegt und in Zukunft noch gut ausgebaut werden kann.“

Einwohner nutzen die App

Mitte August 2019 wurde die App offiziell von Bürgermeister Roland Leisegang, der damaligen Innenstaatssekretärin Katrin Lange und Thomas Kralinski, damaliger Digitalkoordinator der Landesregierung Brandenburg, gelauncht (wir berichteten). Über 1.500 Mal wurde das kostenlose Angebot seither heruntergeladen. „Mehr als jeder zehnte Einwohner hat schon die App – das übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem“, sagt Roland Leisegang.
Aktuell können die Nutzer in der kommunalen Applikation die neuesten Nachrichten aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ), der Bürgerzeitung Fläming 365 und dem Rathaus abrufen. Sie können sich über die aktuellen Veranstaltungen in der Region informieren und finden Radtouren und Wanderungen in der Region, den lokalen Abfallkalender und Busfahrpläne ebenso wie den Bürger- und Unternehmensservice. Die Inhalte fließen über RSS-Feeds in die App, sodass der redaktionelle Aufwand für die Verwaltung überschaubar bleibt.

Vorbild für andere Kommunen

Die Stadt Bad Belzig lädt Bürger, Vereine und Institutionen regelmäßig zu Informationsterminen ins Rathaus ein, um Fragen zur App zu beantworten und den Bürgern zu erklären, wie sie sich an der Applikation beteiligen können. Interessierte Vereine und Institutionen können sich beispielsweise einen Zugang zum CMS geben lassen und ihre Termine in den App-Kalender eintragen. Auch können Nachrichten in der digitalen Bürgerzeitung Fläming 365 platziert werden, die dann tagesaktuell in der App erscheinen. „Wir bitten außerdem die Nutzer um ihr Feedback, denn die App soll gemäß ihren Ansprüchen kontinuierlich angepasst werden“, ergänzt Bürgermeister Leisegang.
Im kommenden Jahr soll das Pilotprojekt auch anderen Gemeinden zugutekommen, welche die App dank Open Source Code nachnutzen können: Das Innenministerium Brandenburg hat die Finanzierung der Applikation für 20 weitere Kommunen im Jahr 2020 in Aussicht gestellt. „Wir bekommen Anfragen von Kommunen aus ganz Deutschland“, sagt Frank Friedrich, Leiter der neu geschaffenen Stabsstelle für Digitalisierung im Bad Belziger Rathaus. „Dabei wünschen wir uns, dass die Weiterentwicklungen der App durch andere Städte und Gemeinden im Sinne einer interkommunalen Zusammenarbeit dann ebenfalls als Open-Source-Dateien zur Verfügung gestellt werden.“ In Bad Belzig sollen bald weitere digitale Verwaltungsdienstleistungen in die App eingebunden werden, kündigt Bürgermeister Leisegang an: „Wir wollen, dass unsere Einwohner und Gäste ihre Angelegenheiten zukünftig auch vom Sofa aus erledigen können.“

Die App weiterentwickeln

Die Bad Belzig App kann kostenlos in den App-Stores für Geräte mit den Betriebssystemen iOS und Android heruntergeladen werden. Sie findet sich auch auf der Website der Stadt oder lässt sich direkt ansteuern.
Kommunen oder Entwickler, die die Smart Village App nutzen oder weiterentwickeln möchten, schicken eine E-Mail an app@bad-belzig.de und erhalten einen Link zu den Open-Source-Dateien und der Dokumentation der Software.

Daniela Singhal ist freie Journalistin in Bad Belzig.

https://www.bad-belzig.de
https://smart-village.app
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Dezember 2019 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Social Media, Apps, Bad Belzig, Smart Village App

Bildquelle: Stadt Bad Belzig

Druckversion    PDF     Link mailen




 Anzeige

zk2020
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Social Media
Baden-Württemberg: Messenger informieren über Corona
[1.4.2020] Ihre Bürger beliefert die baden-württembergische Landesregierung jetzt auch via Threema und Telegram mit Informationen zu Corona. mehr...
Landesregierung Baden-Württemberg verschickt Informationen zur Corona-Lage auch via Threema und Telegram.
Saarland: Corona-News via Messenger
[26.3.2020] Ein automatischer Messenger-Service versorgt die Bürger im Saarland ab sofort mit Neuigkeiten und Informationen zur Corona-Krise. Über den neuen Dienst können auch Hilfsangebote gestellt und Fake News gemeldet werden. mehr...
Hessen: Infos zu Corona im Messenger
[25.3.2020] Die hessische Landesregierung versorgt Bürger künftig auf Wunsch auch per Messenger Threema und Telegram mit Informationen zu Corona. mehr...
LfDI Rheinland-Pfalz: Handlungsrahmen für Social-Media-Nutzung
[17.3.2020] Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) Rheinland-Pfalz stellt eine überarbeitete Fassung des Handlungsrahmens für die Social-Media-Nutzung durch öffentliche Stellen zur Verfügung. mehr...
Bocholt: Newsletter per Telegram und Threema
[11.3.2020] Die Stadt Bocholt erweitert ihr Informationsangebot um einen Newsletter, der über die Messenger-Dienste Telegram und Threema versendet wird. mehr...
Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 3/2020
Kommune21, Ausgabe 4/2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Social Media:
ekom21 – KGRZ Hessen
35398 Gießen
ekom21 – KGRZ Hessen
GovConnect GmbH
30163 Hannover
GovConnect GmbH
Aktuelle Meldungen